Harry Frankfurt

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Harry Gordon Frankfurt (* 29. Mai 1929 in Langhorne, Pennsylvania)[1] ist ein US-amerikanischer Philosoph. Er ist emeritierter Professor für Philosophie an der Princeton University. Seine Arbeitsgebiete umfassen Ethik, Philosophie des Geistes, Handlungstheorie und die Philosophie des 17. Jahrhunderts. Seit 2005 erstmals in Buchform erschienenes Werk On Bullshit wurde in den USA zum Bestseller.

Leben und Arbeit[Bearbeiten]

Frankfurt hat an der Johns Hopkins University studiert, wo er 1949 den Bachelor- und 1954 den Doktorgrad erlangte. Anschließend war er Soldat der United States Army. 1956 wurde er Assistant Professor an der Ohio State University. 1962 folgte eine Position als Associate Professor für Philosophie an der State University of New York in Binghamton, New York. 1963 wechselte er als Research Associate an die Rockefeller University in New York City, wo er 1964 zum Associate Professor befördert wurde und 1969 schließlich eine volle Professur erlangte. Von 1966 bis 1973 saß er als Chairman der Philosophiegruppe der Rockefeller University vor. 1978 wechselte er zur Yale University, dessen Department of Philosophy er von 1978 bis 1987 als Chairman vorsaß. Neben Philosophie lehrte Frankfurt in dieser Zeit auch Rechtswissenschaft. Die letzten Jahre seiner formalen Lehr- und Forschungstätigkeit (1990‒2002) verbrachte er an der Princeton University. Frankfurt ist verheiratet und hat zwei Töchter.[2]

Thema: Freiheit[Bearbeiten]

Harry Frankfurt ist insbesondere durch seine Analyse des Freiheitsbegriffs bekannt geworden. Unter Willensfreiheit versteht Frankfurt zunächst die Übereinstimmung von handlungswirksamen Willen und höherstufigen Wünschen. Ein höherstufiger Wunsch, oder Wunsch zweiter Ordnung, ist ein Wunsch, der sich selbst auf einen Wunsch oder Willen bezieht.[3] Ein Beispiel ist etwa der Wunsch, nicht mehr rauchen zu wollen. Frankfurt hält einen so verstandenen Freiheitsbegriff zudem für konstitutiv für den Begriff der Person.

Werke[Bearbeiten]

  • On Truth. Alfred Knopf, New York (2006); dt.: Über die Wahrheit. München: Hanser, 2007. ISBN 3-446-20838-0
  • Taking ourselves seriously & Getting it right. Stanford University Press (2006); dt.: Sich selbst ernst nehmen. Frankfurt: Suhrkamp, 2007. ISBN 3-518-58485-5
  • On Bullshit. Princeton University Press (2005)
  • The Reasons of Love. Princeton University Press (2004)
  • Freiheit und Selbstbestimmung, Hg. M. Betzler und B. Guckes, versch. Übersetzer. Berlin, Akademie Verlag (2001)
  • Necessity, Volition, and Love. Cambridge University Press (1999)
  • The Importance of What We Care about. Philosophical Essays. Cambridge University Press (1988)

Weitere Literatur[Bearbeiten]

  • Michael H. Bischof: Kann ein Konzept der Willensfreiheit auf das Prinzip der alternativen Möglichkeiten verzichten? Harry G. Frankfurts Kritik am Prinzip der alternativen Möglichkeiten (PAP). In: Zeitschrift für philosophische Forschung (ZphF), Heft 4/2004.
  • Ulrich Pothast: Selbstbestimmung durch Formung des eigenen Willens? In: Deutsche Zeitschrift für Philosophie, Heft 4/2002.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Rico Hofmann: "Economics and Philosophy: Harry G. Frankfurt on "Caring"", ISBN 978-3-638-89324-4
  2. Harry Frankfurt. Abgerufen am 24. Oktober 2013.
  3. Harry Frankfurt, 1971 "Freedom of the Will and the Concept of a Person." in Journal of Philosophy 68 (1): 5-20 (Deutsch: "Willensfreiheit und der Begriff der Person." in: ders., 2001: "Freiheit und Selbstbestimmung." Berlin: Akademie Verlag, S 65-83