Hechte

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Dieser Artikel erläutert die Fischfamilie Hechte; zu anderen Bedeutungen siehe Hecht (Begriffsklärung).
Hechte
Hecht (Esox lucius)

Hecht (Esox lucius)

Systematik
Überkohorte: Clupeocephala
Kohorte: Euteleosteomorpha
Unterkohorte: Protacanthopterygii
Ordnung: Hechtartige (Esociformes)
Familie: Hechte
Gattung: Hechte
Wissenschaftlicher Name der Familie
Esocidae
Cuvier, 1817
Wissenschaftlicher Name der Gattung
Esox
Linnaeus, 1758

Die Hechte (Esox) sind eine Gattung spindelförmiger Raubfische mit sieben Arten, die in Europa, Nordamerika und Nordasien leben. Der Hecht (Esox lucius) hat das weiteste Verbreitungsgebiet und kommt cirkumpolar vor, der Amurhecht (Esox reicherti) lebt im Stromgebiet des Amur und auf Sachalin, die drei übrigen Arten sind auf das östliche Nordamerika beschränkt. Hechte sind gefräßige Räuber und ernähren sich von anderen Fischen, Fröschen, Molchen, Mäusen, Ratten und jungen Enten, gelegentlich sogar Krebsen.

Merkmale[Bearbeiten]

Hechte haben einen walzenförmigen (seitlich nur wenig abgeflachten) Körper und ein weites, entenschnabelförmiges Maul mit etwa 700 spitzen, nach hinten gebogenen Zähnen (Hundszähne, Fang- und Bürstenzähne). Rückenflosse und Afterflosse sind weit nach hinten verlagert und bilden zusammen mit der Schwanzflosse ein Ruder, das den Stoßräubern einen schnellen Vorstoß auf die Beute ermöglicht. Die Bauchflossen sitzen in der Körpermitte. Die Schwanzflosse ist gegabelt und hat 40 bis 50 Flossenstrahlen, von denen 17 verzweigt sind. Keine Flosse hat Hartstrahlen. Hechte haben kleine Rundschuppen, das Seitenlinienorgan ist vollständig. Die Schwimmblase ist durch einen Ductus pneumaticus mit dem Vorderdarm verbunden. Hechte werden, je nach Art, 40 Zentimeter bis maximal 1,80 Meter lang. Die Anzahl der Wirbel beträgt 43 bis 67.

Hecht im Haus des Meeres in Wien
Kettenhecht (Esox niger)

Systematik[Bearbeiten]

Die Gattung Esox hat zwei Untergattungen und sieben Arten [1]:

Der „Tigerhecht“ ist eine Kreuzung zwischen dem Europäischen Hecht und dem Muskellunge.

Zusätzlich zu Esox werden neuerdings auch zwei bisher zu den Hundsfischen (Umbridae) gezählte Gattungen, Dallia und Novumbra in die Familie Esocidae gestellt. Phylogenetische Untersuchungen in letzter Zeit haben gezeigt, dass diese Gattungen näher mit Esox als mit Umbra verwandt sind. Novumbra ist die Schwestergruppe von Esox, die beide zusammen die Schwestergruppe von Dallia sind. Alle drei Gattungen zusammen sind die Schwestergruppe von Umbra.[3][4]

Stammesgeschichte[Bearbeiten]

Fossile Esox-Art ausgestellt im Museum am Löwentor

Die Familie Esocidae lässt sich mit den Gattungen Estesox und Oldmanesox fossil schon in der späten Kreidezeit nachweisen. Aus dem Paläozän kommt die älteste bekannte Art der Gattung Esox, E. tiemani aus Alberta. Die älteste Esox-Art, die außerhalb Nordamerikas gefunden wurde kommt aus dem frühen Eozän von China. Eine in Deutschland gefundene Art ist E. lepidotus aus dem Miozän von Öhningen.[5] Über die Ableitung der Esociformes herrscht noch keine Klarheit (Stand 2009).

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Hechte – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Terry Grande, Howard Laten, J. Andrés López: Phylogenetic Relationships of Extant Esocid Species (Teleostei: Salmoniformes) Based on Morphological and Molecular Characters. In: Copeia. Nr. 4, 2004, ISSN 0045-8511, S. 743–757, (PDF; 344 KB).
  2. Denys, G.P.J., Dettai, A., Persat, H., Hautecœur, M. & Keith, P. (2014): Morphological and molecular evidence of three species of pikes Esox spp. (Actinopterygii, Esocidae) in France, including the description of a new species. / Évidence morphologique et moléculaire de trois espèces de brochets Esox spp. (Actinopterygii, Esocidae) en France, dont la description d’une nouvelle espèce. Comptes Rendus Biologies, 5 August 2014, DOI: 10.1016/j.crvi.2014.07.002.
  3. J. Andrés López, Wei-Jen Chen, Guillermo Ortí: Esociform phylogeny. In: Copeia. Nr. 3, 2004, S. 449–464, Abstract.
  4. Tree of Life Web Project. 2005. Esociformes. Version 01 January 2005 (temporary). in The Tree of Life Web Project.
  5. Karl Albert Frickhinger: Fossilien-Atlas Fische. Mergus, Verlag für Natur- und Heimtierkunde Baensch, Melle 1999, ISBN 3-88244-018-X.