Podeus

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Podeus von 1912

Podeus war ein traditionsreiches Unternehmen in Wismar, das von 1870 bis 1932 über drei Generationen in Familienbesitz war.

Geschichte[Bearbeiten]

Firmengründer war Paul Heinrich Podeus (1832–1905), Kapitän und Großhändler. Später traten seine Söhne Heinrich Podeus (1863–1924), Kapitän und Reeder, und Paul (Heinrich) Podeus (1869–1926), Ingenieur und Maschinenfabrikant, die Nachfolge des Vaters an.

Schon 1870 hatte Paul Heinrich Podeus d. Ä. als ehemaliger Kapitän in Wismar eine Kohlen- und Holzhandlung, sowie eine Eisengießerei gegründet. 1879 folgte der Maschinenbau und 1883 eine Dampfschifferei. Ein Säge- und Hobelwerk wurde 1884 eingerichtet und eine Waggonfabrik folgte 1894. Sämtliche Firmen wurden als Einzelfirmen geführt.

Im Jahr 1902 richtete Paul (Heinrich) Podeus in der Maschinenfabrik einen Nutzfahrzeugbau ein. Der Ingenieur Josef Vollmer hatte die Pläne für einen Lastwagen entwickelt, die man seinerzeit als ausgereifte Konstruktion bezeichnen konnte, 1905 wurde dann der Serienbau mit Lastkraftwagen begonnen. Zur Komplettierung der LKW-Fahrgestelle wurde eine eigene Karosseriebau-Werkstatt eingerichtet, um die Fahrgestelle mit Lastwagen- und Omnibusaufbauten zu versehen. Auch der Personenwagenbau wurde angefangen.

Im Jahre 1910 wurden zwei LKW-Typen, als drei und fünf Tonnen Subventionswagen gefertigt. 1912 wurde eine eigene Lastwagen- und Personenwagenfabrik eingerichtet, um die gestiegene Nachfrage bedienen zu können. Die Hauptabsatzgebiete waren Nord- und Osteuropäische Länder. Die PKW-Herstellung wurde vor dem Ersten Weltkrieg eingestellt.

Nach dem Ersten Weltkrieg wurde der LKW-Bau eingestellt und die Firma konzentrierte sich auf Kettenfahrzeuge, die unter dem eingetragenen Markennamen „Raupenschlepper“ bekannt wurden. 1930 mussten wegen der Weltwirtschaftskrise, bis auf die Waggonfabrik, die gesamten Unternehmensteile Konkurs anmelden. Diese wurden 1933 von Dornier übernommen und wurden die Norddeutschen Dornier-Werke. Die Waggonfabrik wurde nach dem Zweiten Weltkrieg der Werft in Wismar angegliedert. Die letzten Werkshallen in der Wismarer Kanalstraße wurden 2010 demontiert.

Literatur und Quelle[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Geschichte der deutschen Nutzfahrzeugindustrie von 1895 bis 1945