HeiterBlick

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HeiterBlick GmbH
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Rechtsform GmbH
Gründung 2007 (2004)
Sitz Leipzig, Deutschland
Leitung Samuel Kermelk (Geschäftsführer)
Mitarbeiter 65 (2011)[1]
Umsatz 15,3 Mio. Euro (2011)[1]
Branche Schienenfahrzeugbau
Website www.heiterblick.de

Die HeiterBlick GmbH produziert in Leipzig Straßenbahnen mit Drehgestelltechnik und leistet Umbaudienstleistungen und die Komponentenfertigung (z. B. Fahrwerksbau) für Schienenfahrzeuge.

Geschichte[Bearbeiten]

Im Februar 2003 entschieden die Leipziger Verkehrsbetriebe GmbH (LVB), hausintern zwei Prototypen eines kostengünstigen Straßenbahntriebwagens zu bauen. Nach der Erprobung der Leoliner getauften Triebwagen durch den Bereich Sonderfahrzeugbau der ehemaligen Leipziger Fahrzeugservice-Betriebe GmbH (LFB), heute IFTEC GmbH & Co. KG, bestellten die LVB 30 weitere Triebwagen sowie die Halberstädter Verkehrs-GmbH (HVG) fünf angepasste Triebwagen. Für deren Bau wurde am 6. Juli 2004 eigens das Unternehmen LEOLINER Fahrzeug-Bau Leipzig GmbH (FBL) als 100-prozentiges Tochterunternehmen der Leipziger Verkehrsbetriebe GmbH gegründet.

Nachdem das Unternehmen Siemens, welches zu 50 % an den LFB beteiligt ist, ablehnte – unter anderem bedingt durch eigene Probleme mit der Combino-Reihe und weil die Produktionsverlagerung in die Prager ČKD Tatra von den LVB abgelehnt wurde, wurden am 1. Januar 2006 51 % der FBL-Anteile an die damalige KIROW Leipzig KE Kranbau Eberswalde AG (heute Kirow Ardelt GmbH) verkauft. Am 23. Dezember 2010 wurde die Privatisierung abgeschlossen, indem Kirow sämtliche Anteile an der Gesellschaft übernahm.[2]

Betriebsstätten und Name[Bearbeiten]

Die Produktionsstätten der HeiterBlick GmbH befinden sich auf dem KIROW-Gelände im Leipziger Ortsteil Neulindenau unweit der Leipziger Baumwollspinnerei. Die Abnahme der Straßenbahnen und einige Zwischenschritte der Endausrüstung der Leoliner-Fahrzeuge fanden im ehemaligen LVB-Straßenbahnhof Leutzsch statt.

Zum 1. Oktober 2007 wurde die FBL in HeiterBlick GmbH umbenannt, um sich neu am Markt zu positionieren. Die Eintragung in das Handelsregister erfolgte am 7. November 2007. Der Name HeiterBlick steht dabei für die Herkunft der Gesellschaft: Im Sommer 1926 wurde im Leipziger Stadtteil Heiterblick auf dem Gelände einer ehemaligen Flugzeugwerft die Straßenbahn-Hauptwerkstatt der Leipziger Verkehrsbetriebe eröffnet, damals die größte Werkstatt für Reparatur und Wartung von Straßenbahnen in Europa. Bereits in den 1950er Jahren baute man in der Hauptwerkstatt Heiterblick Straßenbahnwagen. Bis heute werden durch die dort ansässige IFTEC GmbH & Co. KG auf dem Gelände in Heiterblick Hauptuntersuchungen, Generalreparaturen und Unfallinstandsetzungen an Straßenbahnen durchgeführt.

Fahrzeuge[Bearbeiten]

Leoliner-Prototypen 1301 und 1302 von HeiterBlick in Doppeltraktion
Niederflurstraßenbahn des Typs „Leoliner“ in Halberstadt
Erster VAMOS GTZ8-B bei moBiel in Bielefeld am 3. Juli 2011

Folgende Fahrzeuge und Fahrwerke wurden bisher hergestellt bzw. entwickelt:

  • Der Niederflurgelenktriebwagen Leoliner[3] wurde bisher 55 mal gefertigt (50 Fahrzeuge für die LVB und fünf Fahrzeuge für die Halberstädter Verkehrs-GmbH).
  • Als Subunternehmer von Inekon Trams a. s. (Tschechien) fertigte HeiterBlick 36 Triebdrehgestelle in der Spurweite von 1009 Millimetern für einen Modernisierungsauftrag in Sofia (Bulgarien).
  • Der Triebfahrzeugtyp CityRider (Weiterentwicklung des Leoliner), und eine Neuentwicklung, Vamos[4] genannt, mit einem Niederfluranteil von fast 95 % befanden sich danach in der technischen Planungsphase. Der Vamos sollte auf eigene Kosten des Unternehmens gebaut werden, und Mitte/Ende 2009 ein Prototyp in Betrieb gehen. Nach der Auftragserteilung der Fahrzeuge für Bielefeld wurde das Vorhaben zunächst zurückgestellt.
  • Für die Montreux-Berner Oberland-Bahn wurde 2008/2009 der Rohbau eines Fahrzeuges gefertigt.
  • Für die Pöstlingbergbahn Linz (Österreich) erfolgte 2009/2010 die umfangreiche Modernisierung von drei historischen Fahrzeugen gemeinsam im Konsortium mit Vossloh-Kiepe Austria (VKA) und der Raility AG Biel-Bienne (Schweiz), einer 50%igen Tochter der HeiterBlick GmbH. Hier lieferte HeiterBlick die neuen Fahrwerke und übernahm die Elektromontage sowie große Teile des Innenausbaus.[5]
  • Im Januar 2009 bestellte die moBiel GmbH (Stadtwerke Bielefeld) 16 Fahrzeuge vom Typ GTZ8-B, welche HeiterBlick gemeinsam im Konsortium mit Vossloh Kiepe herstellt. Die ursprünglich ab Januar 2011 geplante Auslieferung[6][7] begann im Juli 2011, der fahrplanmäßige Einsatz im Januar 2012[8]. Das Design durch das Büro Staubach[9] wurde mit dem renommierten iF product design award 2012 in der Kategorie Transport Design ausgezeichnet.[10]
  • Im April 2011 gewann Vossloh Kiepe den Auftrag, 50 Stadtbahnwagen TW 3000 für die üstra Hannoversche Verkehrsbetriebe zu liefern. HeiterBlick wird als Subunternehmen die Wagenkästen bauen.[11] Das erste Fahrzeug wurde am 15. November 2013 ausgeliefert, ab Anfang 2014 soll der Einsatz im Liniendienst beginnen. Zwischenzeitlich wurden weitere 50 Stadtbahnwagen bestellt, mit einer Option auf weitere 46.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b HeiterBlick GmbH Leipzig: Jahresabschluss zum 31. Dezember 2011, veröffentlicht am 31. Januar 2013
  2. LVZ-online am 23. Dezember 2010: Privatisierung beendet
  3. HeiterBlick GmbH: LeoLiner-Produktbroschüre (PDF, 554 KB), Leipzig 2011
  4. Ralf Julke: Auf geht’s. HeiterBlick GmbH präsentiert die Vision ihrer neuen Tram-Baureihe. Leipziger Internet Zeitung vom 25. Januar 2008
  5. Robert Schrempf: Pöstlingbergbahn-Album, Der Pöstlingbergbahn Fuhrpark ab 2009
  6. Vossloh Kiepe GmbH: Bielefeld: Neue Hochflur-Stadtbahnen
  7. Neue Westfälische: Oben breit, unten schmal
  8. MoBiel: Vom Rohbau bis zur ersten Fahrt
  9. Büro+Staubach: Stadtbahn Vamos Bielefeld
  10. iF International Forum Design GmbH Preisträger Index: VAMOS HF
  11. HeiterBlick GmbH: Beteiligung am Bau der neuen Stadtbahnen für Hannover

Weblinks[Bearbeiten]