üstra Hannoversche Verkehrsbetriebe

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üstra Hannoversche Verkehrsbetriebe AG
Logo der üstra
Basisinformationen
Unternehmenssitz Hannover
Webpräsenz www.uestra.de
Eigentümer Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft Hannover
Geschäftsführung

André Neiß

Mitarbeiter 1886
Umsatz 210,9 Mio. €dep1
Linien
Stadtbahn 12
Bus 40
Anzahl Fahrzeuge
Stadtbahnwagen 290
Omnibusse 180
Sonstige Fahrzeuge 4 Schiffe
Statistik
Fahrgäste 195,8 Mio.
Fahrleistung 37 Mio. km pro Jahr
Haltestellen 1900
Länge Liniennetz
Stadtbahnlinien 120 km
Buslinien 520 km
Verwaltungsgebäude am Hohen Ufer

Die üstra Hannoversche Verkehrsbetriebe AG ist ein Verkehrsunternehmen in Hannover. Sie betreibt die Stadtbahn Hannover sowie das Stadtbusliniennetz in Hannover und umliegenden Gemeinden. Eine Tochtergesellschaft ist für die Maschseeschifffahrt zuständig. Die üstra ist Partner im Verkehrsverbund Großraum-Verkehr Hannover (GVH).

Geschichte[Bearbeiten]

Vorgeschichte[Bearbeiten]

Vorläufer der Üstra war eine von dem hannoverschen Mietkutscher Heinrich Battermann und zwei seiner Kollegen 1852 eingerichtete Pferdeomnibus-Linie vom Schwarzen Bären zum Hauptbahnhof. Nachdem weitere Linien eingerichtet worden waren, gründete sich daraus die „Erste Hannoversche Omnibus Companie“. Sie wurde 1894[1] von der zwei Jahre zuvor gegründeten Straßenbahn Hannover AG[2] übernommen. Der Betrieb von Pferdeomnibussen wurde 1918 eingestellt.[1]

Nach einem Vertrag mit der Stadt Hannover eröffnete die Continental Pferde-Eisenbahn-Aktiengesellschaft mit Sitz in Berlin 1872 anfänglich vier Pferdebahn-Linien in Hannover. In der Folge der fortschreitenden Industrialisierung, der Zunahme der Bevölkerung, einem verstärkten Wohnungsbau und der Vergrößerung des hannoverschen Stadtgebietes durch mehrere Eingemeindungen wurde das Streckennetz in den folgenden Jahren zügig ausgebaut. Am Netzausbau waren auch andere Betreiber beteiligt, darunter „The Tramway Company of Germany Ltd.“, die 1879 die Strecken der „Continentalen“ übernahm.[1]

Straßenbahn Hannover AG[Bearbeiten]

1892 war die Bevölkerung von Hannover auf rund 185.000 Menschen angewachsen, die ein Schienennetz mit sieben Linien auf insgesamt 39,7 Kilometer Länge nutzen konnten. Das Fahrgast-Aufkommen betrug seinerzeit 9,6 Millionen Menschen. Nun strebte der hannoversche Magistrat einen Gesamtplan für das Schienennetz an und initiierte 1892 die Gründung der Straßenbahn Hannover AG. Im selben Jahr wurde der Architekt und Bezirksvorsteher Theodor Krüger zum alleinigen Vorstand der Gesellschaft berufen. Unter Krüger wurden bis 1897 die anderen Anbieter von der Straßenbahn Hannover AG übernommen.[1]

Üstra[Bearbeiten]

Triebwagen TW 6000 auf der Goethebrücke vor dem üstra-Verwaltungssitz Am Hohen Ufer 6

1921 wurde die Straßenbahn Hannover AG umfirmiert in Überlandwerke und Straßenbahnen Hannover AG, abgekürzt Üstra. Neben dem Betrieb von Straßenbahnen und später auch Bussen versorgte das Unternehmen die Region um Hannover – ohne die Stadt selbst – auch mit Strom. Diese Sparte wurde zum 1. Januar 1929 an die Hastra abgegeben.

In der Zeit des Nationalsozialismus beschäftigte die Üstra ab 1938 und während des Zweiten Weltkrieges Zwangsarbeiter.[3] Zwischen 1937 und 1958 betrieb das Unternehmen den Oberleitungsbus Hannover.

Ab 1960 firmierte das Unternehmen als Hannoversche Verkehrsbetriebe (Üstra) AG, seit 1980 als Üstra Hannoversche Verkehrsbetriebe AG. 1970 ist das Unternehmen, zurückzuführen auf die Aktion Roter Punkt im Jahr davor, kommunalisiert worden. Mit den Stadtwerken wurde sie in der Holding Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft Hannover zusammengefasst, welche heute 98,38 Prozent der Eigentumsanteile der Üstra hält.

2001 sind das Schienennetz und die Tunnel- und Stationsanlagen der Stadtbahn Hannover in das Eigentum der Infrastrukturgesellschaft Region Hannover übergegangen. Zwischen 2004 und 2006 waren alle Nahverkehrsleistungen unter dem Dach der intalliance AG zusammengefasst. 1900 Mitarbeiter wechselten dabei von der Üstra zur intalliance AG. Seit dem 1. Januar 2007 liegt der Betrieb wieder in alleinigen Händen der Üstra.

Fahrzeuge[Bearbeiten]

Stadtbahn TW 2000
Gelenkbus Irvine-Citaro
Solobus Solaris Urbino 12
Fahrgastschiff „Hannover“ auf dem Maschsee

Stadtbahnen[Bearbeiten]

Die Üstra hat noch 167 von ursprünglich 260 Stadtbahnen des Typs TW 6000 im Bestand. Dazu kommen 144 Bahnen des ab 1998 angeschafften Typs TW 2000. Ab Ende 2013 sollen die verbliebenen TW 6000 nach über 30 Jahren Nutzungsdauer nach und nach durch eine neue Stadtbahn der dritten Generation (TW 3000) abgelöst werden.[4]

Busse[Bearbeiten]

Auf den von der Üstra betriebenen Buslinien (siehe Nahverkehr in Hannover) werden 180 Busse der Üstra und der Tochter üstra Reisen eingesetzt. Dazu gehören die von dem britischen Designer James Irvine für die Üstra entworfenen und ab 1999 angeschafften Mercedes-Benz Citaro. Diese gab es in vier Varianten, als Diesel- oder Erdgasfahrzeug, jeweils in 12m-Solo- oder 18m-Gelenk-Ausführung. Die 18m-Erdgasfahrzeuge wurden zeitweise alle abgestellt, zwei sind wieder in Betrieb genommen worden. Auch die 12m-Gasfahrzeuge und 18m-Dieselfahrzeuge wurden teilweise abgestellt. Weiterhin gehören zur Fahrzeugflotte 53 Solaris Urbino 12, 11 Solaris Urbino 18 Gelenkbusse mit Hybridantrieb, 39 18m-Gelenkbusse MAN Lion’s City. Außerdem sind zehn Citaro I und vier verschiedene Busse für RegioBus-Linien in Betrieb. Die Solowagen der älteren Typen MAN NL 202 sowie Mercedes Benz O405 N wurden ausgemustert.

Die Busflotte wird durch Fahrzeuge von Subunternehmern (Langreder-Bus, Hartmann, DAU-BUS, Block, Grund-Omnibusbetreib) unterstützt, die ältere Fahrzeuge (z.B. MAN NL 202) sowie neuere Busse von MAN, Mercedes, Volvo oder Solaris nutzen.

Im Juli 2008 wurde ein Hybridbus vom Typ Solaris Urbino 18 angeschafft und auf verschiedenen Linien eingesetzt. Angetrieben wird er von zwei Elektromotoren und einem Dieselmotor. Diese Antriebstechnik spart gegenüber den Dieselbussen bis zu etwa 23 Prozent Kraftstoff; der Bus ist darüber hinaus besonders geräuscharm und sein Antrieb arbeitet ruckfrei. Mit Hilfe von Fördermitteln des Bundesverkehrsministeriums ist es der Üstra möglich, die im Vergleich zu Dieselbussen knapp 1,2 Mio. Euro höheren Anschaffungskosten für zehn weitere Hybridbusse zu finanzieren. Seit September 2011 fahren zehn Solaris Urbino 18 Hybrid II auf der komplett auf Hybridbetrieb umgestellten Linie 121.

Schiffe[Bearbeiten]

Auf dem Maschsee betreibt die Tochter üstra Reisen von Karfreitag bis 31. Oktober mit ihren Schiffen Linien- und Charterverkehr. Die Flotte besteht aus den elektrisch angetriebenen Schiffen „Hannover“, „Niedersachsen“, „Deutschland“ sowie dem Solarkatamaran „Europa“. Für die Schiffe gelten eigene Fahrpreise. Im Linienverkehr werden jährlich (Stand 2012) ca. 60.000 Fahrgäste befördert.[5]

Linien[Bearbeiten]

Stadtbahnnetz[Bearbeiten]

Linie Strecke Fahrzeuge
1 Sarstedt - Laatzen – Döhren – Aegidientorplatz – Kröpcke – Hauptbahnhof - Niedersachsenring - Langenhagen TW 2000
2 Rethen - Laatzen – Döhren – Aegidientorplatz – Kröpcke – Hauptbahnhof - Niedersachsenring - Alte Heide TW 6000 / TW 2000
3 Wettbergen – Linden - Waterloo - Kröpcke - Hauptbahnhof – Lister Platz – Noltemeyerbrücke - Altwarmbüchen TW 2000
4 Roderbruch – Medizinische Hochschule - Braunschweiger Platz - Aegidientorplatz - Kröpcke - Steintor - Herrenhäusergärten - Marienwerder - Garbsen TW 2000
5 Stöcken – Stöcken/Friedhof – Königsworther Platz – Steintor – Kröpcke – Aegidientorplatz – Kleefeld – Anderten TW 6000
6 Messe/Ost (EXPO-Plaza) – Kronsberg – Freudallee – Braunschweiger Platz - Aegidientorplatz - Kröpcke - Steintor – Kopernikusstraße - Nordhafen TW 6000 / TW 2000
7 Wettbergen – Linden - Waterloo - Kröpcke - Hauptbahnhof – Lister Platz – Noltemeyerbrücke - Schierholzstraße - Misburg (Ab Dez 2014) TW 2000/TW 2500 / TW 6000
8 Hauptbahnhof – Kröpcke - Aegidientorplatz – Döhren – Am Mittelfeld – Messe/Nord TW 6000 / TW 2000
9 Fasanenkrug – Noltemyerbrücke - Lister Platz – Hauptbahnhof – Kröpcke – Waterlooplatz – Schwarzer Bär – Badenstedt – Empelde TW 6000
10 Aegidientorplatz – Hauptbahnhof (Vorplatz) - Steintor- Küchengarten - Ahlem TW 6000
11 Haltenhoffstraße – Kopernikusstraße - Steintor - Kröpcke - Aegidientorplatz - Braunschweiger Platz - Hannover Congress Centrum - Zoo TW 6000 / TW 2000
16 Messe/Ost (EXPO-Plaza) – Kronsberg – Freudallee – Braunschweiger Platz - Aegidientorplatz - Kröpcke - Steintor - Königsworther Platz TW 2000 (Veranstaltungslinie)
18 Hauptbahnhof – Kröpcke - Aegidientorplatz – Döhren – Am Mittelfeld – Messe/Nord TW 2000 (Messelinie)

Busnetz[Bearbeiten]

Linie Strecke Fahrzeuge
100 /200 August-Holweg-Platz - Bahnhof Linden/Fischerhof - Deisterplatz - Lister Platz - Kröpcke - Aegidientorplatz - Bahnhof Linden/Fischerhof - August-Holweg-Platz Solaris Urbino (H)12
120 Ahlem - Davenstedt - Lindener Hafen - Schwarzer Bär - Aegidientorplatz
121 Altenbekener Damm - Bahnhof Bismarckstraße - Hauptbahnhof - Lister Platz - Niedersachsenring - Haltenhoffstraße Solaris Urbino H18 Üstra
122 Langenhagen/Im Gehäge' - Langenhagen/Zentrum – (Meierwiesen) Alte Heide - Vier Grenzen
123 Peiner Straße - Mittelfeld - Bemerode - Misburger Straße - Noltemeyerbrücke
124 Laatzen - Am Brabrinke - Mittelfeld - Bemerode - Misburger Straße - Stadtfriedhof Misburg
125 Meierwiesen - Alte Heide - Buchholz - Roderbruch - Misburg - Anderten
126 Altgarbsen - Havelse - Marienwerder - Stöcken
127 Pappelwiese - Misburg - Misburger Straße - Kantplatz - Pferdeturm
128 Nordring - Hauptbahnhof - Zoo - Braunschweiger Platz - Waldheim - Peiner Straße
129 Wettbergen - Mühlenberg -Empelde
130 Wettbergen - Hangstraße - Im Hellerloh - Wettbergen
133 Pappelwiese- Spannhagengarten - Hinrichsring - Vier Grenzen - Melanchthonstraße
134 Nordring- Lister Platz - Welfenplatz - Steintor - Hauptbahnhof - Zoo - Braunschweiger Platz - Waldheim - Peiner Straße
135 Stöcken - Wiesenau - Tempelhofweg - Alte Heide - Paracelsusweg - Stadtfriedhof Lahe
136 Haltenhoffstraße - Herrenhäuser Gärten - Bahnhof Ledeburg - Stöcken
137 Spannhagengarten - Nobelring - Misburger Straße - Kantplatz - Pferdeturm
253 Langenhagen/Zentrum' - Godshorn/Gewerbegebiet - Langenhagen/Zentrum
267 Kröpcke- Aegidientorplatz - Maschsee/Funkhaus - Maschsee/Strandbad (Maschseefest-Linie)
420 Garbsen - Havelse - Wissenschaftspark Marienwerder
450 Berenbostel - Wissenschaftspark Marienwerder
470 Airport Buinsiss Park West - Flughafen - Langenhagen - Godshorn - Vinnhorst -Stöcken
480 Langenhagen- Godshorn - Schulenburg - Engelbostel - Berenbostel - Garbsen
581 Stöcken - Letter - Ahlem - Velber - Am Soltekampe - Mühlenberger Markt
610 / 611 Kaltenweide/Bahnhof - Krähenwinkel - Langenhagen/Zentrum (- Berliner Platz)
616 Langenhagen Zentrum - St. Paulus-Kirche - Emil-Berliner-Straße - Saarweg - Beckerwiese - Beethovenstraße - Langenhagen Bahnhof Mitte
631 Altwarmbüchen/Schulzentrum - Altwarmbüchen - An den Deichwiesen -Noltemeyerbrücke

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: üstra Hannoversche Verkehrsbetriebe – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d Waldemar R. Röhrbein: Straßenbahn/ÜSTRA (siehe Literatur).
  2. Waldemar R. Röhrbein: Krüger, Theodor, in: Stadtlexikon Hannover, S. 373.
  3. Janet Freifrau von Stillfried: Ein blinder Fleck … (siehe Literatur).
  4. Bernd Haase: Neuer „Silberpfeil“. Üstra präsentiert verbesserte Stadtbahn. In: Hannoversche Allgemeine Zeitung, 6. November 2012.
  5. Regions Journal (Beilage Hannoversche Allgemeine Zeitung / Neue Presse) v. 29. Mai 2013, S. 2