Hekatomnos

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Münze des Hekatomnos (Museum für Unterwasserarchäologie in Bodrum)

Hekatomnos von Mylasa war ein antiker Herrscher in Karien (an der Südwestküste der heutigen Türkei). Er regierte zwischen 392 und 377 v. Chr. und war der Begründer der karischen Dynastie der Hekatomniden. Seine Söhne waren Maussolos, Idrieus und Pixodaros, seine Töchter Artemisia II. und Ada; über seine Ehefrau ist nichts bekannt.

Hekatomnos war der Sohn von Hyssaldomos, dem Priesterkönig der karischen Stadt Mylasa. Um 392 v. Chr. erhob ihn der persische König Artaxerxes II. zum Satrap über einen Teil des Reiches und befahl ihm, eine Armee zu bilden. Zusammen mit Autophradates des benachbarten Lydien sollte er nun gegen den Rebellenführer Euagoras ziehen, der ein vereinigtes Zypern anstrebte. Doch die Seeschlacht war nicht erfolgreich. Gerüchte besagen, dass Hekatomnos seinem Feind finanzielle Unterstützung angeboten haben soll.[1]

Trotzdem wurde Hekatomnos von Artaxerxes die Herrschaft über Milet, der größten griechischen Ansiedlung in Kleinasien, übergeben. Wie auch sein Sohn Maussolos, war Hekatomnos sehr von der Kultur der Griechen beeindruckt und sandte seinen jüngsten Sohn Pixodaros nach Athen. Doch seine Religion war immer die der Karer. Auf Münzen, die er prägen ließ, finden sich Abbildungen des karischen Hauptgottes Zeus Labraundos, dessen Heiligtum in Labraunda stand.[1]

Dem athenischen Rhetoriker Isokrates zufolge soll Hekatomnos eine Rebellion gegen den achämenidischen König geplant haben. Allerdings starb er um 376 v. Chr., bevor er seine Pläne ausführen konnte, und wurde von seinem ältesten Sohn Maussolos abgelöst, der in einer der damals üblichen Geschwisterehen seine um ein Jahr ältere Schwester Artemisia II. heiratete.

Das von Hekatomnos begründete Herrscherhaus sollte Karien noch mehr als ein halbes Jahrhundert regieren.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Dynastie der Hekatomniden – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Jona Lendering: Hecatomnus of Mylasa. In: Livius.org (englisch), abgerufen am 13. Januar 2014.