Bodrum

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Bodrum
Wappen fehlt
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Bodrum (Türkei)
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Basisdaten
Provinz (il): Muğla
Koordinaten: 37° 2′ N, 27° 26′ O37.03333333333327.433333333333Koordinaten: 37° 2′ 0″ N, 27° 26′ 0″ O
Einwohner: 30.688[1] (2008)
Telefonvorwahl: (+90) 252
Postleitzahl: 48 xxx
Kfz-Kennzeichen: 48
Struktur und Verwaltung (Stand: 2009)
Bürgermeister: Mehmet Kocadon (DP)
Webpräsenz:
Landkreis Bodrum
Einwohner: 114.498[1] (2008)
Fläche: 656 km²
Bevölkerungsdichte: 175 Einwohner je km²
Kaymakam: Feridun Cemal Özdemir
Webpräsenz (Kaymakam):

Bodrum ist eine Stadt mit 30.688 Einwohnern in der Provinz Muğla im Südwesten der Türkei.

Geographie[Bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten]

Die Stadt an der ägäischen Küste liegt dem Binnenland abgewandt in einer theaterförmigen Geländeausbuchtung aus den Ausläufern des Taurusgebirges. Die Küstenlandschaft bei Bodrum ist durch Inseln, Halbinseln, Buchten und Kaps reich gegliedert. In etwa einer halben Stunde erreicht man per Schiff die griechische Insel Kos.

Bodrum - Kastell

Geschichte[Bearbeiten]

Bodrum, das antike Halikarnassos (griechisch  Ἁλικαρνασσός), ist vor allem durch das Mausoleum berühmt, ein Grabmal, das sich der persische Satrap und König von Karien Mausolos noch zu Lebzeiten errichten ließ. Das riesige Mausoleum galt als eines der sieben Weltwunder der Antike. Nach ihm wurden ähnliche Bauwerke „Mausoleen“ genannt. Es wurde vermutlich im 14. Jahrhundert durch ein Erdbeben zerstört; Reste des Baus sind im Johanniterkastell St. Peter verbaut. Einige der Skulpturen wurden ins Britische Museum nach London gebracht.

Nach der Zerstörung durch Alexander den Großen erlangte Halikarnassos nie mehr seine frühere Bedeutung.

Die Burg St. Peter wurde 1420 von Kreuzrittern errichtet und fiel 1523 den Osmanen kampflos in die Hand, als die Johanniter Rhodos aufgaben. Unter den Osmanen wurde sie bis ins 20. Jahrhundert als Verbannungsort genutzt. In der frühen Neuzeit sank Bodrum auf den Status eines unbekannten und abgelegenen Fischerdorfes hinab. Den Anstoß zu seiner heutigen Entwicklung als Erholungsort und Künstlerkolonie gab der Dichter und Maler Cevat Şakir. Nach Bodrum verbannt, versammelte er seine Künstlerfreunde um sich, begründete die „Blauen Reisen“ mit den ortsüblichen Gulets und kreierte das inzwischen typische weißgestrichene Flachdachhaus mit den charakteristischen Dachecken. So wurde der „Fischer von Halikarnassos“ zum Begründer des heutigen Touristenbooms.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Museen[Bearbeiten]

Im Kastell von St. Peter befindet sich ein sehenswertes Unterwassermuseum. Prunkstück ist das Schiff von Uluburun, ein Wrack aus der Bronzezeit, das samt Fracht und Ausstattung gehoben wurde. Über die Herkunft des Schiffes gibt es viele Vermutungen, da man im Wrack Gegenstände aus dem mykenischen Griechenland, Zypern, Kanaan, Persien, Ägypten und Assyrien fand und die persönliche Habe der Besatzung ebenfalls aus vielen Ländern stammte. Möglicherweise war ein großer Teil der Ladung für einen mykenischen Palast bestimmt, aber es kann auch sein, dass Kaufleute an Bord waren, von denen einer jene hölzerne Schreibtafel benutzte, die ebenfalls erhalten blieb.

Seit 2011 gibt es ein Meeres-Museum („Deniz Müzesi“), das sich der jahrhundertelangen Schiffbau-Tradition widmet. Es gibt eine große Sammlung von Schiffsmodellen; auf Schautafeln und Fotos wird die Geschichte des Schiffbaus, des Fischfangs, der Schwammfischerei und der Passagierschifffahrt dokumentiert. Weiters gibt es eine umfangreiche Dauerausstellung mit Muscheln aus aller Welt.

Bauwerke[Bearbeiten]

Aus der Antike erhalten blieben das Myndos-Tor mit Teilen der Stadtmauer, ein Theater am Berghang mit der südlichen Ägäis als Prospekt, sowie einige Tempelreste und im ganzen Ort verteilte Spolien.

Bodrums charakteristische weiße Häuser ziehen sich ringsum an den Hängen hoch. Die Bühne bildet der ideale natürliche Hafen mit der vorgelagerten Kreuzritterburg (Kastell von St. Peter, Bodrum Kalesi).

Das Kastell von St. Peter ist fast vollkommen erhalten und kann sich mit den prächtigsten Ritterburgen Europas wie Chillon oder Château-Gaillard messen, seine Wehre und Türme sind teils fränkischer, teils byzantinischer Herkunft[2]. Noch heute beherbergt es reichen figürlichen Schmuck diverser Epochen.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Blick vom Kastell auf den Yachthafen.

Bootsbau[Bearbeiten]

Bodrum war in der Antike ein Zentrum des Bootsbaus, mindestens seit der Zeit des Maussolos. Ptolemaios ließ hier im 3. Jahrhundert v. Chr. seine Kriegsschiffe bauen. Heute in der Gegend gebaute Gulets haben große Ähnlichkeit mit den Dickschiffen für den Transport und den Langschiffen der Antike für den Kampf, wie sie auch bei Homer beschrieben sind. Heute sind die traditionellen Segelschiffe wieder ein beliebtes Wirtschaftsgut und eine Wachstumsbranche.

Tourismus[Bearbeiten]

Dank seiner Lage und dem warmen, aber windreichen Mittelmeerklima erfreut Bodrum sich wachsenden touristischen Zustroms, dem die ganze Gegend ihren wirtschaftlichen Aufschwung schuldet. Die Sommergäste kommen vor allem aus Großbritannien, den Niederlanden, Deutschland und in wachsender Zahl aus osteuropäischen Ländern wie Serbien und den Staaten der ehemaligen Sowjetunion. Viele Familien aus Istanbul und Ankara verfügen hier über ein Sommerhaus und betrachten die Stadt als ihre Ferienresidenz. In Bodrum herrschen ideale Bedingungen für Surfen, Tauchen und alle Arten des Wassersports. Durch örtliche/staatliche Auflagen ist das Bauen in Bodrum auf maximal zwei Geschosse begrenzt, was Bodrum von anderen türkischen Touristenorten unterscheidet.

Verkehr[Bearbeiten]

Bodrum besitzt einen Yachthafen sowie den ca. 30 km vom Stadtkern entfernten internationalen Flughafen Bodrum-Milas. Weiter entfernt liegende Flughäfen mit internationalen Anbindungen sind in den Städten Izmir und Dalaman. Vom Autobusbahnhof der Stadt gibt es ausgezeichnete Verbindungen zu zahlreichen Großstädten der Türkei.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Orte[Bearbeiten]

Dem Landkreis gehören folgende Gemeinden an: Bitez, Göltürkbükü, Gümüşlük, Gündoğan, Gümbet, Konacık, Mumcular, Ortakent, Torba, Turgutreis, Yalı, Yalıkavak.

Weiter gibt es folgende Orte, die keine Gemeinden darstellen: Akyarlar, Bahçeyakası, Çamlik, Çömelekçi, Dağbelen, Dereköy, Gökpınar, Gürece, Güvercinlik, Islamhaneleri, Kemer, Kumköy, Mazıköy, Peksimet, Pinarlıbelen, Tepecik, Sazköy, Yakaköy, Yeniköy

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Türkisches Institut für Statistik, abgerufen 23. November 2009
  2. Bodream, Jean-Pierre Thiollet, Anagramme Ed., 2010, s.18

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Bodrum – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien