Hella Moja

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Hella Moja, Fotografie (um 1920) von Karl Schenker

Hella Moja (* 2. Februar 1890 in Ciemin-Zab., Russisches Kaiserreich; † Dezember 1951 in Kiel; gebürtig Helene Morawski oder Helene Schwerdtfeger[1]) war eine deutsche Schauspielerin, Filmproduzentin und Drehbuchautorin.

Kurzbiografie[Bearbeiten]

Hella Moja, Fotografie (um 1920) von Nicola Perscheid

Sie verlor früh ihre Eltern und arbeitete als Übersetzerin und Autorin für die Deutsche Presse-Korrespondenz in Hannover, den Ullstein- und den Scherl-Verlag. Nach Schauspielunterricht bei Emmanuel Reicher und Frieda Richard gab sie ihr Debüt 1913 am Berliner Lessingtheater, wo sie die nächsten beiden Jahre vorwiegend auftrat.

Ab 1914 agierte sie auf Vermittlung von Alwin Neuß als Stummfilmdarstellerin. Ihr bevorzugtes Metier war das Melodram, wo sie häufig als Gräfin oder Burgfräulein zu sehen war. Während des Ersten Weltkrieges und in der Zeit danach gehörte Hella Moja zu den bekanntesten deutschen Filmschauspielerinnen. Ihre Cherubin-Darstellung in Figaros Hochzeit (1920) gilt als besonders beeindruckend.

Im Jahr 1918 gründet sie die „Hella Moja Filmgesellschaft“. Bereits seit Mitte der zwanziger Jahre galt ihr theatralischer Stil als nicht mehr zeitgemäß, und Moja konzentrierte sich auf das Schreiben von Drehbüchern. Während der Zeit des Nationalsozialismus bekam sie zusätzliche Probleme, da sie keinen Ariernachweis erbringen konnte. 1934 änderte sie ihren Namen in Helka Moroff. Im Jahr 1937 stellte sie einen Antrag auf Pseudonymänderung, im Dezember 1938 wurde sie aus der Reichsschrifttumskammer (RSK) ausgeschlossen, mit der Begründung, sie sei lediglich nebenberuflich schriftstellerisch tätig.

Von 1942 bis 1951 war sie unter dem Namen Hella Sewa als Souffleuse im Stadttheater Kiel tätig. Die einst bekannte Schauspielerin nahm sich im Januar 1951 das Leben. Sie war mit dem Filmregisseur Heinz Paul verheiratet.

Sie wurde auf dem Friedhof Heerstraße in Berlin beerdigt, jedoch ist die Grabstätte bereits aufgelöst.

Filmografie (Auswahl)[Bearbeiten]

  • 1917: Die Tochter der Gräfin Stachowska
  • 1918: Nur ein Schmetterling
  • 1920: Figaros Hochzeit
  • 1921: Die Flucht aus dem goldenen Kerker
  • 1923: Das schöne Mädel
  • 1925: Des Lebens Würfelspiel
  • 1926: Die Straße des Vergessens
  • 1926: Die Warenhausprinzessin
  • 1927: U 9 Weddigen

Quellen[Bearbeiten]

  1. Geburts- und Sterbedaten laut der Biografie des Deutschen Filminstituts. Kay Weniger: Das große Personenlexikon des Films nennt als Geburtsdatum den 18. Januar 1896, als Geburtsort Königsberg, als Todesdatum den 15. Januar 1937 und als Sterbeort Berlin. Unter dem oft erwähnten Namen "Ciemin-Zab." ist allerdings höchstwahrscheinlich die Gemeinde [Cienin Zaborny], heute in [Polen], zu verstehen.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Hella Moja – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien