Helmut Kutin

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Helmut Kutin (* 4. Oktober 1941 in Bozen, Südtirol, Italien) ist ein österreichischer Manager und war von 1986 bis 2012 Präsident von SOS-Kinderdorf-International.

Logo von SOS-Kinderdorf International

Leben und Wirken[Bearbeiten]

Helmut Kutin ist das fünfte Kind des Rechtsanwaltes Eduard Kutin und seiner Gattin Josefine. Kurz nacheinander starben seine älteste Schwester, als erstes Opfer des Serienmörders Guido Zingerle und seine Mutter, der Vater verlor aufgrund der politischen Situation die Staatsbürgerschaft, die Familie wurde auseinandergerissen, und so kam Helmut Kutin im Jahr 1953 in das erste SOS-Kinderdorf nach Imst in Tirol. Er wuchs im Haus „Frieden“, dem ersten SOS-Kinderdorf-Haus des ersten SOS-Kinderdorfes weltweit, auf. Kutin absolvierte die Pflichtschule in Imst, seine Jugendzeit verlebte er im SOS-Jugendhaus in Innsbruck. Er besuchte die dortige Lehrerbildungsanstalt, maturierte 1963 und begann danach ein Studium der Volkswirtschaft an der Universität Innsbruck. Er arbeitete bis 1967 im Tourismusbereich sowie als Erzieher, um sich das Studium zu finanzieren.

Helmut Kutin nimmt stellvertretend für SOS-Kinderdorf den Preis beim Save the World Award 2009 entgegen.

Nach Gesprächen mit Hermann Gmeiner und einer Sprachausbildung in Paris übernahm Helmut Kutin im Herbst 1967 seine erste Aufgabe im Rahmen von SOS-Kinderdorf International. Er begann mit dem Bau des ersten vietnamesischen SOS-Kinderdorfes in Saigon, dem heutigen Ho-Chi-Minh-Stadt. 1968 übernahm er die Leitung dieses Dorfes, das damals das größte SOS-Kinderdorf der Welt war. Er baute und betreute ein weiteres SOS-Kinderdorf und zwei Jugendeinrichtungen in Vietnam, ehe er 1976, ein Jahr nach Ende des Vietnamkriegs, das Land verlassen musste. Helmut Kutin verlegte seinen Arbeitsplatz für die Leitung der SOS-Kinderdörfer in Asien in das SOS-Kinderdorf Bangkok (Thailand). Im Dezember 1987 konnte mit der Regierung der Sozialistischen Republik Vietnam ein Vertrag über die Reaktivierung des SOS-Kinderdorfes in Ho-Chi-Minh-Stadt und die Errichtung eines zweiten SOS-Kinderdorfes in der Hauptstadt Hanoi unterzeichnet werden.

In Asien leistete Helmut Kutin - in der Zwischenzeit zum stellvertretenden Generalsekretär von SOS-Kinderdorf International gewählt - bahnbrechende Arbeit. Es ist ihm zu verdanken, dass in nicht einmal zehn Jahren über 50 SOS-Kinderdörfer und weitere 50 Zusatzeinrichtungen, wie Kindergärten, Hermann-Gmeiner-Schulen, Ausbildungszentren, Mutter-Kind-Einrichtungen und Krankenstationen errichtet werden konnten. Die SOS-Kinderdorf-Idee ist heute in zwölf Ländern Asiens fest etabliert, und ein ganz besonderes Ereignis war die Eröffnung von zwei SOS-Kinderdörfern in der Volksrepublik China im Frühjahr 1987.

Im Jahr 1985 wurde Helmut Kutin, noch zu Lebzeiten Hermann Gmeiners, von diesem selbst zu seinem Nachfolger ernannt. Die Präsidentschaft übernahm Kutin nach dem Tod von Gmeiner im Jahr 1986. Seitdem war Kutin bis 2012 Präsident des Dachverbandes SOS-Kinderdorf International, gleichzeitig auch Präsident von SOS-Kinderdorf Österreich. 1988, 1993, 1998, 2003 und 2008 wurde er in diesen Funktionen bestätigt.

Im Jahre 2012 löste Siddhartha Kaul Kutin als Präsident von SOS-Kinderdorf International ab.[1] Kutin bleibt noch bis 2014 Präsident von SOS-Kinderdorf Österreich.

Unter Kutins Leitung wurden weltweit über 154 neue SOS-Kinderdörfer gegründet. Seit der Öffnung des Ostens von Europa im Jahr 1989 lag der Schwerpunkt seiner Arbeit in diesem Bereich, wo es dadurch fast in allen Staaten Osteuropas heute zumindest ein SOS-Kinderdorf gibt.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Helmut Kutin – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Neuer Präsident Siddhartha Kaul will eine Million Kinder erreichen sos-kinderdorf.at, ohne Autor, ohne Datum
  2. Ehrung für SOS-Präsident Helmut Kutin durch Landeshauptmann Pröll 1. Juli 2008 abgerufen am 9. Dezember 2011
Vorgänger Amt Nachfolger
Hermann Gmeiner Präsident von SOS-Kinderdorf-International
1986–2012
Siddhartha Kaul