Universität Innsbruck

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Universität Innsbruck
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Gründung 1669
Trägerschaft staatlich
Ort Innsbruck, Tirol, Österreich
Rektor Tilmann Märk
Studenten 27.172 [1]
  • Frauenanteil: 53,1 %
  • Männeranteil: 46,9 %
  • Ausländeranteil: 37,7 %

(Stand: Sommersemester 2012/13)

Mitarbeiter 4.410 (Stand: 2012) (inkl. „externe“ Lehrbeauftragte), davon 2.929 wissenschaftliche Mitarbeiter (inkl. Projektstellen) (Stand: 2010)
davon Professoren 200 davon 43 Frauen (Stand: 2012)
Jahresetat 215,7 Mio. Euro (Stand: 2012)

– Öffentliche Mittel (inkl. Studienbeitrag) 179,2 Mio. Euro
– Drittmittel: 36,5 Mio. Euro

Website www.uibk.ac.at
Hauptgebäude der Universität Innsbruck

Die 1669 gegründete Leopold-Franzens-Universität Innsbruck (LFU, lateinisch Universitas Leopoldino Franciscea) ist die Landesuniversität für die österreichischen Bundesländer Tirol und Vorarlberg, für Südtirol und für Liechtenstein und aus historischen Gründen auch für Luxemburg. Sie ist gemessen nach Studierendenzahlen Tirols größte Bildungseinrichtung vor Trient und Bozen.

Sie ist insofern keine Volluniversität im klassischen Sinne mehr, als die Medizinische Fakultät durch das Universitätsgesetz 2002 mit 1. Jänner 2004 als Medizinische Universität Innsbruck ausgegliedert wurde.

Geschichte[Bearbeiten]

1562 wurde in Innsbruck von den Jesuiten ein Gymnasium errichtet (Akademisches Gymnasium Innsbruck). Finanziert durch das Haller Salz, wurde am 15. Oktober 1669 durch Kaiser Leopold I. eine Volluniversität mit vier Fakultäten gegründet. 1783 wieder auf ein Lyzeum reduziert, erfolgte 1826 die Wiedererrichtung der Universität Innsbruck durch Kaiser Franz I. Zu Ehren beider Gründungsväter führt die Universität Innsbruck die Bezeichnung Leopold-Franzens-Universität Innsbruck.

Zur Zeit des Nationalsozialismus wurde sie im März 1941 auf Vorschlag des damaligen Rektors Raimund von Klebelsberg in Deutsche Alpenuniversität umbenannt. Es kam wie an allen Universitäten zu „Säuberungsaktionen“. Gegner der Nationalsozialisten wurden entmachtet und vom wissenschaftlichen Betrieb ausgeschlossen.[2] 1945 wurde sie nach dem Zweiten Weltkrieg unter dem Namen Universität Innsbruck wiedereröffnet.[3]

Die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts brachte weitere Ausbauschritte der Universität: 1969 die Fakultät für Bauingenieurwesen und Architektur und 1976 die Sozial- und Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät, die aus den Rechts- und Staatswissenschaften hervorging. Mit der Einführung des Universitätsgesetzes 2002 wurde die Universität in fünfzehn kleinere Fakultäten strukturiert und gleichzeitig die Medizinische Fakultät als Medizinische Universität Innsbruck ausgegliedert.

Universitätsbibliothek (2006)

2005 wurden in der Universitätsbibliothek Abschriften von Briefen der Staufer-Kaiser Friedrich II. und Konrad IV. aufgefunden. Sie sind im 18. Jahrhundert aus der Kartause Allerengelberg in Schnals nach Innsbruck gelangt, als das Kloster aufgehoben wurde.

Stellung der Universität Innsbruck in Österreich und in Europa[Bearbeiten]

Im The Times Higher Education Supplement World Ranking 2010 (THES-Ranking) belegt die Universität Innsbruck 2010 Rang 187 und lässt damit die bisher beste österreichische Hochschule (die Universität Wien auf Rang 195) erstmals hinter sich.[4] In den QS World University rankings (QS-Ranking) 2010 hingegen rangiert die Universität Innsbruck mit dem 278. Rang weit hinter der Universität Wien (Rang 143), konnte sich gegenüber 2009 (Rang 361) aber deutlich verbessern.[5] Im Shanghai-Ranking platziert sich die Universität Innsbruck als zweitbeste österreichische Hochschule zwischen den Plätzen 201 und 300.[6]

In einer Sonderauswertung des "The Times Higher Education Supplement" zur Erfassung der am stärksten international ausgerichteten Hochschulen der Welt belegte die Universität Innsbruck im Ranking 2013–2014 Platz 7.[7]

Fakultätsgliederung[Bearbeiten]

Der Organisationsplan vom 1. Oktober 2004[8] legt die Aufteilung in fünfzehn Fakultäten (bis dahin sechs) fest. Die medizinische Fakultät wurde bereits mit 1. Jänner 2004 durch das Universitätsgesetz 2002 ausgegliedert und bildet seither die eigenständige Medizinische Universität Innsbruck. Seit Sommer 2011 wird die Wiedereingliederung der Medizin in die Universität Innsbruck verstärkt diskutiert.[9] Mit 1. Oktober 2012 wurde die School of Education als 16. Fakultät eingerichtet; die Etablierung einer eigenen Fakultät dient als Basis für den weiteren Ausbau der Lehrerinnen- und Lehrer-Ausbildung an der Universität Innsbruck.[10]

Gebäude[Bearbeiten]

Gebäude der SoWi-Fakultät vor der Nordkette
Der Botanische Garten im Stadtteil Hötting

Die Gebäude der Universität Innsbruck verteilen sich über das Stadtgebiet, sie ist also keine „Campus-Universität“.

Wichtige Standorte:

  • Campus Innrain: Das 1924 eröffnete Hauptgebäude ist Sitz des Rektorats und der Rechtswissenschaftlichen Fakultät. Der angrenzende, 1981 eröffnete Neubau mit dem „Geiwi-Turm“, dem Bruno-Sander-Haus und dem Josef-Möller-Haus beherbergt geistes-, natur- und rechtswissenschaftliche Institute.
  • Campus Universitätsstraße: Das ehemalige Jesuitengymnasium und das angrenzende, seit 1766 als Universität genutzte Gebäude bei der Jesuitenkirche werden heute von der Katholisch-Theologischen Fakultät belegt. Gegenüber wurde 1997 auf dem Gelände der ehemaligen Fenner-Kaserne die Sozial- und Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät eröffnet. (Aufgrund von Fehlplanungen musste das Glasdach des Gebäudes bis 2009 aufwändig saniert werden). Geplant wurde der umstrittene Gebäudekomplex, in dem auch das MCI (Management Center Innsbruck) sowie Wohnungen und Geschäftslokale untergebracht sind, von henke und schreieck Architekten aus Wien.
  • Campus Technik: Im Stadtteil Hötting West wurde 1969 ein großer Gebäudekomplex errichtet, in dem heute zahlreiche naturwissenschaftliche Institute sowie Architektur, Baufakultät und Informatik untergebracht sind.
  • Campus Sport: Beim Flughafen sind das Sportinstitut und das Universitätssportzentrum untergebracht.
  • Centrum für Chemie und Biomedizin: 2012 wurde das von den Innsbrucker Universitäten gemeinsam genutzte Gebäude am Innrain eröffnet. Es beherbergt die chemischen und pharmazeutischen Institute der Leopold-Franzens-Universität und die theoretischen Institute der Medizinischen Universität. Geplant wurde das Gebäude von architekturwerkstatt din a4.
  • Zentrum für Alte Kulturen: Im Atrium am Langen Weg[11] sind seit 2008 die archäologischen und altertumswissenschaftlichen Institute untergebracht. Zudem befindet sich dort die Fachbibliothek sowie ein Teil des Archäologischen Museums Innsbruck. [12][13]
  • Botanik: Das Institut für Botanik sowie Teile des Instituts für Ökologie sind beim Botanischen Garten der Universität im Stadtteil Hötting beheimatet. Dort befindet sich auch die 1904 gegründete alte Universitätssternwarte.
  • Zahlreiche weitere Institute sind über das Stadtgebiet verteilt, zum Beispiel das Institut für Erziehungswissenschaften, das Institut für Psychosoziale Intervention und Kommunikationsforschung, das Institut für Musikwissenschaften und das Archiv für Baukunst. Das Forschungsinstitut für Textilchemie und Textilphysik ist in Dornbirn, Vorarlberg, beheimatet. Weiters gibt es Lehr- und Forschungseinrichtungen über ganz Tirol verteilt, so zum Beispiel das Universitätszentrum in Obergurgl. Das 2012 von der Österreichischen Akademie der Wissenschaften übernommene Forschungsinstitut für Limnologie liegt am Mondsee, Oberösterreich.

Universitätsleitung[Bearbeiten]

Universitätsrat[Bearbeiten]

Rektorat[Bearbeiten]

Frühere Rektoren: Kategorie:Rektor (Universität Innsbruck)

Senat[Bearbeiten]

Der Senat besteht aus 24 Personen. 13 Vertreter gehören zur Kurie der Universitätsprofessoren, 4 zur Kurie der Universitätsdozenten und der wissenschaftlichen Mitarbeiter im Forschungs- und Lehrbetrieb, ein Mandatar vertritt die allgemeinen Universitätsbediensteten und sechs Studierende vertreten die Studentenschaft. Vorsitzender ist Ivo Hajnal, sein Stellvertreter Walter M. Grömmer.

Bekannte Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Nobelpreisträger[Bearbeiten]

Weitere bedeutende Wissenschaftler[Bearbeiten]

Eugen Böhm von Bawerk, Erika Cremer, Albert Defant, Heinrich von Ficker, Julius von Ficker, Franz Fliri, Josef Andreas Jungmann, Karl Heider, Anton Kerner von Marilaun, Hans Klecatsky, Josef Lackner (Architekt), Heinrich Lammasch, Arthur March, Anton Pelinka, Herlinde Pissarek-Hudelist, Hugo Rahner, Karl Rahner, Bruno Sander, Egon Schweidler, Jayandra Soni, Rolf Steininger, Leopold Vietoris, Wilhelm Wirtinger, Anton Zeilinger

Weitere Innsbrucker Forscher: Kategorie:Hochschullehrer_(Innsbruck) und Kategorie:Hochschullehrer (Universität Innsbruck)

Alumni[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Franz Huter: Die Fächer Mathematik, Physik und Chemie an der Philosophischen Fakultät zu Innsbruck bis 1945 (Veröffentlichungen der Universität Innsbruck 66 = Forschungen zur Innsbrucker Universitätsgeschichte 10), Universität Innsbruck, Innsbruck 1971.
  • Franz Huter/Gerhard Oberkofler/Peter Goller (Bearb.): Die Matrikel der Universität Innsbruck. Mehrbändiges Werk, Universitätsverlag Innsbruck, Innsbruck 1975ff.
  • Peter Goller/Georg Tidl: Jubel ohne Ende. Die Universität Innsbruck im März 1938. Zur Nazifizierung der Tiroler Landesuniversität, Löcker-Verlag, Wien 2012.
  • Gerhard Oberkofler/Peter Goller: Geschichte der Universität Innsbruck (1669–1945), Lang-Verlag, Frankfurt a. M./Wien 1996.
  • Österreichische HochschülerInnenschaft (Hrsg.): Österreichische Hochschulen im 20. Jahrhundert. Austrofaschismus, Nationalsozialismus und die Folgen, Facultas, Wien 2013.
  • Günther Pallaver/Michael Gehler (Hrsg.): Universität und Nationalismus: Innsbruck 1904 und der Sturm auf die italienische Rechtsfakultät, Museo Storico del Trentino, Trient 2013.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Universität Innsbruck – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Ordentliche Studierende an öffentlichen Universitäten 2012/13 nach Universität abgerufen am 14. Juni 2014
  2. Ausführliche Informationen zu den von den Nationalsozialisten vertriebenen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern [1]
  3. Zeittafeln der Universität Innsbruck, abgerufen am 19. August 2014
  4. THE-Ranking 2010
  5. QS-Ranking 2010
  6. Shanghai-Ranking 2010
  7. http://www.timeshighereducation.co.uk/news/the-100-most-international-universities-in-the-world/2010783.fullarticle
  8. Die Organisationsstruktur der Universität Innsbruck
  9. Die Presse: Töchterle will Fusion von Uni und Med-Uni Innsbruck
  10. iPoint: School of Education – die „16.“
  11. „ATRIUM – Zentrum für Alte Kulturen“
  12. Archäologisches Museum Innsbruck – Sammlung von Abgüssen und Originalen der Universität Innsbruck
  13. Fick Sabine (Hrsg.), Atriumhaus. Das Zentrum für Alte Kulturen (Innsbruck 2009) (PDF; 3,3 MB)

47.26305555555611.383888888889Koordinaten: 47° 15′ 47″ N, 11° 23′ 2″ O