Hetjens-Museum

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Eingang des Hetjens-Museums mit dem Palais Nesselrode rechts und dem Erweiterungsbau links

Das Hetjens-Museum – Deutsches Keramikmuseum ist ein 1909 gegründetes Düsseldorfer Museum für Keramikgeschichte. Aufgrund seiner bis zu 8000 Jahre alten und aus allen Teilen der Welt stammenden Sammlung gilt es als das universellste Institut seiner Art und ist regelmäßig mit Leihgaben im In- und Ausland vertreten.

Geschichte[Bearbeiten]

Namensgeber war der Düsseldorfer Sammler Laurenz Heinrich Hetjens (1830–1906), dessen Nachlass den Grundstock für das Museum bildete. Hetjens war ein Polster- und Sattlergeselle, der es als technischer Direktor einer Glasmanufaktur in Aachen zu erstem Wohlstand gebracht hatte. 1866 heiratete er die 14 Jahre ältere und äußerst begüterte Witwe Maria Catharina Regnier und widmete sich in den folgenden Jahren dem Sammeln von Kunst und der Forschung. Sein Hauptaugenmerk als Sammler galt dem rheinischen Steinzeug der Gotik, der Renaissance und des Barock. Dabei kaufte er nicht nur an, sondern nahm selbst an Ausgrabungen teil und entwickelte sich zu einem anerkannten Experten. Als Universalerben seines beträchtlichen Vermögens benannte er die Stadt Düsseldorf. In seinem Testament verfügte er jedoch die Bereitstellung von 150.000 Goldmark zur Errichtung eines Museums, in dem seine Sammlung der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden und das zudem seinen Namen tragen sollte. Bei Nichterfüllung dieser Maßgabe innerhalb eines Jahres legte er Köln als Erbnachfolger fest, woraufhin der Museumsbau am nördlichen Ende des Kunstpalastes in Rekordzeit umgesetzt wurde.

Mit der Gründung der Städtischen Kunstsammlungen im Jahre 1913 und mit Auflösung des Kunstgewerbemuseums im Zuge der Planungen der GeSoLei 1926 gingen die keramischen Bestände an das Hetjens-Museum über. Die Sammlung Hetjens wurde durch weitere Ankäufe und Schenkungen ergänzt und zog aus Platznot 1969 in das Palais Nesselrode auf der Schulstraße in Düsseldorf-Carlstadt. 1994 wurde anlässlich des 85-jährigen Jubiläums des Museums ein Erweiterungsbau eröffnet, in dem sich auch das Düsseldorfer Filmmuseum befindet. Heute verfügt das Hetjens-Museum über 8500 m² Ausstellungsfläche. Langjähriger Leiter war der 2006 verstorbene Bernd Hakenjos. Leiterin seit 2006 ist Sally Schöne, stellvertretende Leiterin ist Daniela Antonin.[1]

Sammlung[Bearbeiten]

Die ursprüngliche Sammlung des Stifters Laurenz Heinrich Hetjens, die vorrangig aus rheinischem Steinzeug bestand, wurde über das letzte Jahrhundert hinweg um Keramiken aus allen Erdteilen und Schaffensperioden erweitert. Im derzeitigen Bestand sind Keramiken aus den Frühzeiten, aus römischer Zeit, frühe südamerikanische und afrikanische Keramiken, ostasiatisches Porzellan, islamische Keramik, Fayencen und Majoliken, eine Sammlung europäischen Porzellans sowie Künstlerkeramik aus dem 20. und 21. Jahrhundert vertreten. Ein weiterer Sammlungsbereich ist die technische Keramik.

Literatur[Bearbeiten]

  • Ulrich Pietsch, Kristian Jakobsen: Frühes Meissener Porzellan Hg. Hetjens-Museum, Düsseldorf / Staatliche Kunstsammlung Dresden Hirmer, Verlag, München 2004, ISBN 978-3777471709
  • Sally Schöne: Keramik aus Leidenschaft. Das Hetjens-Museum in Düsseldorf und seine Sammlungsgeschichte. Reimer Verlag, Berlin 2009, ISBN 978-3496014164
  • Reto Niggl: Kähler-Keramik aus Naestved in Dänemark Heike Schäfer Verlag, München 2013, ISBN 978-3-00-043235-4

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Düsseldorf: Hetjens-Museum mit neuer Leitung, abgerufen am 6. Februar 2013.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Hetjens-Museum Düsseldorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

51.2238888888896.7711111111111Koordinaten: 51° 13′ 26″ N, 6° 46′ 16″ O