Highland Games

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Highland Games in Stirling: Hammerwerfen
Highland Games in Stirling: Dudelsack-Wettbewerb

Die Highland Games sind traditionelle Veranstaltungen mit sportlichen Wettkämpfen. Diese waren ursprünglich Bestandteil der Treffen (Gatherings) schottischer Clans in den schottischen Highlands. Dort sind sie auch heute noch zu Hause, finden sich aber auch weltweit überall, wo sich Schotten angesiedelt haben.

In Schottland gibt es jährlich bis zu 100 Highland Games, die durch die Scottish Highland Games Association (SHGA) organisiert werden. Die bekanntesten Spiele finden alljährlich Anfang September in Braemar statt. Diese stehen unter der Schirmherrschaft von Königin Elisabeth II., deren traditioneller Sommersitz das nahegelegene Balmoral Castle ist und die deshalb regelmäßig persönlich anwesend ist.

Weltweit werden Highland Games von der International Highland Games Federation (IHGF) organisiert; diese veranstaltet seit 1980 auch Weltmeisterschaften.

Die Highland Games werden von traditioneller Musik, besonders dem Dudelsackspiel, und Tänzen begleitet. Auch hierbei werden Wettkämpfe ausgetragen.

Die Spiele sind ein Volksfest für die ganze Gesellschaft und locken auch hunderttausende Touristen an.

Die Highland Games stammen aus der Zeit der keltischen Könige in Schottland. Sie wurden ausgetragen, um die stärksten und schnellsten Männer Schottlands zu finden, die dann oft für den König Leibwächter und Boten wurden.

Disziplinen[Bearbeiten]

Die Wettbewerbe werden bei SHGA-Games in folgenden Disziplinengruppen ausgetragen:

  • Running
  • Heavy Events
  • Cycling
  • Tug-o-War
  • Wrestling
  • Light Field Events
  • Hill Race

Die berühmtesten Disziplinen gehören zu den Heavyweights. Es sind: "Tossing The Caber" (Baumstammwerfen)[1], "Putting the Stone" (Steinstoßen), "Throwing the Hammer" oder "Scottish Hammer" (Hammerwerfen).

Bei den Highland Games gibt es über 50 verschiedene Sportarten.

Wettbewerbe außerhalb des schottischen Kulturbereichs[Bearbeiten]

Auch in Deutschland, Österreich und der Schweiz – hier mit lizenzierten schottischen Kampfrichtern – werden seit einigen Jahren Highland Games durchgeführt.

In Deutschland vergibt der DHGV seit 2009 jedes Jahr die offiziellen deutschen Meisterschaften für Einzelwettkämpfer (A-Heavys und Frauen) an einen Veranstalter (2009: Angelbachtal, 2010: Machern). Vor 2009 bezeichneten die Veranstalter in Machern ihre Highland Games als Deutsche Meisterschaften. Die Internationalen Highland-Games in Machern werden unter der Schirmherrschaft der britischen Botschaft ausgetragen und gelten als das größte schottische Event in Deutschland. 2012 ziehen die Highland-Games aus Platzgründen und auf Grund der Bodenverhältnisse in Machern in das Schloss und den Park Trebsen. Die ersten deutschen Meisterschaften für Mannschaften wurden am 4. September 2010 in Rüsselsheim auf den Mainland Games ausgetragen. Für das Jahr 2010 wurden in Deutschland 28 Highland Games angekündigt.

Die in Deutschland ausgetragenen Mannschaftsbewerbe erfreuen sich bei Teilnehmern und Zuschauern großer Beliebtheit. An einem Tag werden hier viele Bewerbe ausgetragen: ein Mix aus schottischen Heavy Events, Strongman Bewerben und Geschicklichkeitsbewerben wie Hufeisenwerfen oder Baumstammslalom. Die verwendeten Geräte sind allerdings leichter als bei den Original-Events. Über die Mannschaftsbewerbe können sich die Teilnehmer für die Einzelbewerbe (Heavy Events) qualifizieren, die meistens am Tag nach den Mannschaftsbewerben ausgetragen werden.

In Österreich findet seit 2006 jedes Jahr der Austrian Highlander Cup (AHC) statt, bei dem der Austrian Highlander of the year gesucht wird. Es werden die Einzelergebnisse für Baumstammwerfen, Gewichtweitwurf, Gewichthochwurf und Down a pint von gewählten Highland Games herangezogen. Für das Jahr 2011 wurden die Tyrolean Highlander Games, Langenzersdorfer Highland Games, Vienna Highland Games und die Veitscher Highland Games gewählt. Insgesamt finden in Österreich jährlich 15 bis 20 Highland Games nach AHC-Regeln statt, bei die als Teambewerbe ausgetragen werden. Die Einzelwertung wird aus jeweils 3 Bewerben herausgerechnet. Die dort ausgetragenen Bewerbe sind nur teilweise den sonst international üblichen Heavy-Events ähnlich, und werden meistens mit leichteren Wurfgeräten ausgetragen. Im Rahmen der AHC Bewerbe gibt es auch einige Bewerbe die keine Heavy Events sind wie z.B. Bier-Schnelltrinken und Eierweitwerfen. In den Teambewerben kommt auch Seilziehen zur Austragung. Diesen Mix aus schottischen und österreichischen Bewerben (die originellen kärntnerischen Highland Games) etablierte eine Gruppe aus Kärnten bereits 1984. Der First-Carinthian-Highland-Club veranstaltet seine Classic Games noch immer jährlich im September.

Die AHGF (Austrian Highland Games Federation) veranstaltet jedes Jahr gemeinsam mit verschiedenen lokalen Ausrichtern international übliche Heavy Events mit den vorgegebenen Wurfgeräten und Wurfgewichten in Österreich. 2011 wurden in Wien-Stadlau erstmals österreichische Meistertitel für A-Heavys, B-Heavys und Frauen vergeben. Die AHGF ist ein von der IHGF (International Highland Games Federation) anerkannter Verband. Die stärksten Athleten der AHGF gingen 2011 auch erstmals bei internationalen Meisterschaften der IHGF an den Start. Das erste schottische Heavy Event in Österreich wurde 2005 in Wien-Stadlau ausgetragen und findet seither jährlich statt.

In der Schweiz werden die Highland Games Schweizer Meisterschaften jährlich in St. Ursen durchgeführt[2]. Die sportlichen Disziplinen sind Steinstossen, Gewichthochwurf, Baumstammwerfen und Gewichtweitwurf. Daneben finden noch Dudelsack-Wettkämpfe statt.

Auch in Südtirol werden seit 2006 Highland Games durchgeführt.

Auf der schwedischen Insel Gotland findet nach Art der Highland Games die Olympiade von Gotland mit ähnlichen Disziplinen statt.

Meisterlisten aus Deutschland, Österreich und der Schweiz[Bearbeiten]

Deutschland:

Jahr Ort Männer A-Heavys Frauen
2013 Trebsen Daniel Dorow Silvava Bomholt
2012 Bundesliga Serie David Frey Raffaela Büscher
2011 Ossweil Uli Müller Michaela Pennekamp
2010 Angelbachtal Gunnar Pfingsten Michaela Pennekamp

Österreich:

Jahr Ort Männer A-Heavys Männer B-Heavys Frauen
2011 Wien Gerhard Zillner Franz Kastenberger Sonja Spendelhofer
2012 Wien Martin Schiller Stefan Dumitrica Sonja Spendelhofer

Schweiz:

Jahr Ort Männer A-Heavys Frauen
2012 St. Ursen Daniel Stämpfli Irène Stritt-Lustenberger
2011 St. Ursen Daniel Schmocker Irène Stritt-Lustenberger
2010 St. Ursen Gery Rubin Irène Stritt-Lustenberger
2009 St. Ursen Christoph Stritt kein Wettkampf
2008 St. Ursen Christoph Stritt Irène Stritt-Lustenberger
2007 St. Ursen Peter Michel Irène Stritt Lustenberger
2006 St. Ursen Markus Maire Franziska Hayoz
2005 St. Ursen Peter Michel Nancy Wagner
2004 St. Ursen Pascal Bächler kein Wettkampf
2003 St. Ursen Pascal Bächler kein Wettkampf

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Reportage von den Highland Games (erschienen im "Tagesspiegel") (de)
  2. Highland Games Schweizer Meisterschaften (de/fr/en)

Weblinks[Bearbeiten]


 Commons: Highland games – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien