Machern

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Machern ist auch der deutsche Name der französischen Gemeinde Maizières-lès-Vic im Département Moselle.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Machern
Machern
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Machern hervorgehoben
51.35833333333312.627777777778135Koordinaten: 51° 21′ N, 12° 38′ O
Basisdaten
Bundesland: Sachsen
Landkreis: Leipzig
Höhe: 135 m ü. NHN
Fläche: 38,87 km²
Einwohner: 6609 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 170 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 04827,
04828 (Püchau)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/PLZ enthält Text
Vorwahl: 034292
Kfz-Kennzeichen: L, BNA, GHA, GRM, MTL, WUR
Gemeindeschlüssel: 14 7 29 250
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Schloßplatz 9
04827,
04828 (Püchau)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/PLZ enthält Text Machern
Webpräsenz: www.gemeinde-machern.de
Bürgermeisterin: Doreen Lieder (parteilos)
Lage der Gemeinde Machern im Landkreis Leipzig
Sachsen-Anhalt Thüringen Landkreis Mittelsachsen Landkreis Nordsachsen Leipzig Bennewitz Böhlen (Sachsen) Borna Borsdorf Brandis Colditz Frohburg Grimma Groitzsch Großpösna Kitzscher Kohren-Sahlis Lossatal Machern Markkleeberg Markranstädt Neukieritzsch Neukieritzsch Thallwitz Trebsen/Mulde Bad Lausick Otterwisch Geithain Narsdorf Belgershain Naunhof Parthenstein Elstertrebnitz Pegau Pegau Regis-Breitingen Espenhain Wurzen Zwenkau RöthaKarte
Über dieses Bild
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Schloss Machern
Die Kirche in Machern
Schloss Püchau
Blick vom Park auf das Schloss Machern - Foto: Holger Zürch

Machern ist eine verwaltungsgemeinschaftsfreie Gemeinde im Osten des Landkreises Leipzig in Sachsen.

Geografie und Verkehr[Bearbeiten]

Machern liegt 18 Kilometer östlich von Leipzig, etwa 10 Kilometer westlich von Wurzen und etwa 12 Kilometer südlich von Eilenburg. Am Ort Püchau führt die B 107 in Richtung Norden nach Eilenburg und in Richtung Süden nach Wurzen. Östlich der Gemeinde fließt die Mulde. Die B 6 verläuft durch den Ortsteil Machern; die Bahnstrecke Leipzig–Riesa–Dresden verläuft durch die Ortsteile Machern und Gerichshain. Die südlich der Gemeinde verlaufende A 14 ist über den etwa fünf Kilometer entfernten Autobahnanschluss Naunhof zu erreichen.

Ortsteile[Bearbeiten]

  • Plagwitz
  • Posthausen
  • Püchau

Wappen[Bearbeiten]

Beschreibung: Im gespaltenen und hinten geteilten Wappen ist in Silber ein schwarzer ausgerissener beblätterter Baum; hinten oben in Blau drei goldene Ähren (2:1) und im letzten silbernen Feld eine durchgehende hohe rote Mauer mit drei Zinnen.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Ortsteil Püchau ist mit der ersten Erwähnung im Jahre 924 der älteste urkundlich erwähnte Ort in Sachsen. Durch den erhöhten Geländeabschnitt, auf dem sich die frühere Burg und das heutige Schloss befindet und strategisch wichtig war, hatte man schon in früherer Zeit die Gelegenheit, die umliegende Landschaft sehr weit zu beobachten. Übersetzt aus der Slawischen Sprache, bedeutet Püchau so viel wie „Schöner Ort“. Östlich des neugotischen Herrenhauses liegt ein Landschaftsgarten im englischen Stil. In der Nähe des Herrenhauses befindet sich die Petersbrücke und die Peterskirche. Im Ort gibt es einige Gebäude und Bauten die unter Denkmalschutz stehen und restauriert wurden.

Der Ortsteil Lübschütz war 1662 von Hexenverfolgung betroffen. Die Frau von dem Köhler Andreas Jehnichen geriet in einen Hexenprozess.[4]

Gedenkstein zum Beginn des Eisenbahnbaus in Machern im Jahr 1836

Der Ort Machern hat seit 1838 eine direkte Bahnverbindung an der Leipzig-Dresdner Eisenbahn. Die Bauarbeiten begannen zwei Jahre zuvor 1836, woran ein Gedenkstein erinnert.

Im Jahr 1782 ließ Reichsgraf Carl Heinrich August von Lindenau eine einstmals barocke Gartenanlage zu dem Landschaftsgarten von Machern umgestalten.

Zu DDR-Zeiten 1951 errichteten und unterhielten die Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB) zwischen Rittergut und Pyramide im Schlosspark ein Kinder-Ferienlager für die Kinder ihrer Betriebsangehörigen.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Ehemalige Gemeinde Datum Anmerkung
Dögnitz[5] 1. Januar 1957 Eingemeindung nach Püchau
Gerichshain[6] 1. März 1994
Lübschütz[5] 1. Januar 1957 Eingemeindung nach Püchau
Plagwitz[5] 1. Januar 1960 Eingemeindung nach Püchau
Posthausen[7] vor 1880 Eingemeindung nach Gerichshain
Püchau[6] 1. Januar 1994

Gedenkstätten[Bearbeiten]

Ein Gedenkstein am Salweideteich im Erholungsgebiet Lübschützer Teiche erinnert an den Leipziger Maler und Widerstandskämpfer Alfred Frank, der in diesem Gebiet einen illegalen Treffpunkt für Hitlergegner unterhielt. Frank wurde 1945 ermordet.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Der Sorgenberg[Bearbeiten]

Prinzip des Aufbaus des Richtfunknetzes der Partei und der NVA mit der Bereichsrichtfunkzentrale Süd auf dem Sorgenberg bei Machern.

Der Sorgenberg, eine geographische Erhebung bei Machern, wurde mit seinem Fernmeldeturm, errichtet in der Mitte der 1960er Jahre, militärisches Sperrgebiet. Der Fernmeldeturm gehört in die Kategorie der A-Türme, wie sie seinerzeit in allen Bezirken der DDR entstanden. Zwischen ihnen spannte sich das Richtfunknetz der Partei, welches als eine der Schlussfolgerungen aus dem Volksaufstand in der DDR am 17. Juni, errichtet wurde. Frei von Mitarbeitern und von technischen Einrichtungen der Deutschen Post der DDR wurde das Netz von Angestellten der Partei betrieben. In Regie der „Fundament GmbH“, eine Gesellschaft der Partei, gegründet bereits im Jahre 1946 von KPD-Führern, wurde das Netz der Partei und auch das spätere der NVA, errichtet.

In der Mitte der 1960er Jahre klinkte sich die NVA in das Netz der Partei ein, wurde Kooperationspartner der Partei und investierte in den Bau des Turmes auf dem Sorgenberg. Nach Fertigstellung erfüllte er die Funktion der Bereichsrichtfunkzentrale Süd im Netz der NVA. Über ihn wurden alle Richtfunkverbindungen zu den in den Südbezirken liegenden Bezirksrichtfunkzentralen des Netzes der Partei, zu den Sonderobjekten der NVA und zur Hauptrichtfunkzentrale des Netzes der NVA in Stülpe, betrieben. Über die Richtfunkverbindungen war ein eigenständiges Fernsprech- und Fernschreibnetz organisiert. Infolge des offenen Charakters der Verbindungen und der Aufklärung des Netzes durch die Fernmeldeaufklärung der Bundeswehr, wurde der Betrieb stark eingeschränkt. Mit dem Ausbau des „Integrierten Stabsnetzes der Partei und Staatsführung der DDR und der bewaffneten Organe“, auch Sondernetz 1 genannt, verlor das Richtfunknetz mit den Jahren an Bedeutung. Am 1. Januar 1984 wurde es kostenfrei der Deutschen Post übergeben. Gegen Gebühren nutzte die NVA bis 1990 eine definierte Anzahl von Nachrichtenkanälen in diesem Netz. Mit der Wende wurde abgeschaltet, die Türme einer anderweitigen Verwendung zugeführt.

Partnerschaften[Bearbeiten]

Sport[Bearbeiten]

  • SV Machern 90 e. V.
  • Sportpark Tresenwald
  • TV Machern Grün-Weiß e. V.
  • SV Sachsen Püchau e.V.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

Dudelsackkapelle während der Highland-Games

Bis 2011 fanden in Machern die Internationalen Highland-Games statt. Seit 2012 werden diese in Trebsen ausgetragen.

Literatur[Bearbeiten]

  • Rolf Affeldt, Frank Heinrich: Auf den Spuren der Rosenkreuzer. Der Schloßpark zu Machern. MdG-Projektgruppe Leipzig 2001.
  • Roland Dix: Aus der Geschichte von "Hof und Dorf Machern". In: Gemeindeverwaltung Machern (Hrsg.) Der Landschaftsgarten zu Machern. Sax-Verlag, Beucha 1995, S. 6–31.
  • Kathrin Franz: Die Entstehung des Landschaftsgartens Machern. In: Gemeindeverwaltung Machern (Hrsg.) Der Landschaftsgarten zu Machern. Sax-Verlag, Beucha 1995, S. 32–54.
  • Cornelius Gurlitt: Machern. In: Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Königreichs Sachsen. 20. Heft: Amtshauptmannschaft Grimma (2. Hälfte). C. C. Meinhold, Dresden 1898, S. 168.
  • Curt Jässing: Geschichte der Kirche zu Machern. Meltzer, Wurzen 1853 (Digitalisat)
  • Ludwig Thiele: Spazierfahrt nach Machern oder Taschenbuch und Wegweiser für die, welche von Leipzig aus den … Garten daselbst besehen wollen. Leipzig 1798.
  • Laus Ungewiss: Das Püchauer Heimatbuch. Anlässlich der 1075 Jahrfeier im Jahre 1999.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Machern – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Aktuelle Einwohnerzahlen nach Gemeinden 2012 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. statistik.sachsen.de
  3. Festkomitee in Dögnitz, Ortschronist Klaus Ungewiß (Püchau): Festschrift 700 Jahre Dögnitz - anlässlich der 700-Jahr-Feier von Dögnitz am 27.+28. September 2013. Dögnitz 2013, OCLC 876133760.
  4. Manfred Wilde: Die Zauberei- und Hexenprozesse in Kursachsen. Köln/ Weimar/ Wien 2003, S. 648.
  5. a b c Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern. Verlag Metzler-Poeschel, Stuttgart, 1995, ISBN 3-8246-0321-7, Herausgeber: Statistisches Bundesamt
  6. a b Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen: Gebietsänderungen
  7. Das Sachsenbuch, Kommunal-Verlag Sachsen KG, Dresden, 1943.
  8. gemeindemachern.de