Hochmoor-Perlmutterfalter

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Hochmoor-Perlmutterfalter
Hochmoor-Perlmutterfalter (Boloria aquilonaris)

Hochmoor-Perlmutterfalter (Boloria aquilonaris)

Systematik
Klasse: Insekten (Insecta)
Ordnung: Schmetterlinge (Lepidoptera)
Familie: Edelfalter (Nymphalidae)
Unterfamilie: Heliconiinae
Gattung: Boloria
Art: Hochmoor-Perlmutterfalter
Wissenschaftlicher Name
Boloria aquilonaris
(Stichel, 1908)
Paarung
Flügelunterseite
Raupe des Hochmoor Perlmutterfalters
Ei des Hochmoor Perlmutterfalters

Der Hochmoor-Perlmutterfalter (Boloria aquilonaris) ist ein Schmetterling (Tagfalter) aus der Familie der Edelfalter und der Gattung Perlmutterfalter.

Merkmale[Bearbeiten]

Die Flügeloberseiten der Falter besitzen orange-braune Grundfärbungen und eine gut entwickelte schwarze Zeichnung.

Ähnliche Arten[Bearbeiten]

In Mitteleuropa ist eine Verwechselung mit verschiedenen Perlmutterfaltern der Gattungen Boloria, aber auch Brenthis und für Anfänger vielleicht auch Argynnis möglich. Letzte sind allerdings wesentlich größer.

Arten mit Ähnlichkeiten bei der, für die Bestimmung entscheidenden, Hinterflügel-Unterseite:

In Nordeuropa kommen weitere Arten hinzu.

Flugzeit[Bearbeiten]

Der Falter fliegt in einer Generation von Mitte Juni bis August.

Lebensraum[Bearbeiten]

Der Hochmoor-Perlmutterfalter ist an das Vorhandensein von Hochmooren und sauren, nährstoffarmen Zwischenmooren, in denen die Futterpflanze der Raupe wächst, angewiesen. Der erwachsene Falter erscheint aber auf der Suche nach Nektarpflanzen oft auch auf benachbarten Niedermooren, Wiesen und an Wegrändern.

Lebensweise[Bearbeiten]

Die Raupen fressen an der Gewöhnlichen Moosbeere (Vaccinum oxycoccos) und überwintern.

Verbreitung[Bearbeiten]

Der Hochmoor-Perlmutterfalter hat neuere Nachweise aus fast allen deutschen Bundesländern, oft allerdings nur aus vereinzelten, kleinen Moorresten (z. B. Rheinland-Pfalz und Hessen). Der Falter kommt vor in Süd-Belgien (Ardennen mit kleinen, weit verstreuten Populationen), Frankreich (Massif Central, Orne, Eure, Seine-Maritime, Nièvre, Jura, Doubs, Haute-Saône, Haut-Rhin, Vogesen). Aus der Schweiz ist er bekannt aus dem Jura, Voralpen und dem Engadin. Weiterhin kommt er vor in Österreich, Tschechien, Slowakei, Polen bis zum Baltikum. In Fennoskandinavien einschließlich Seeland ist er weit verbreitet und häufig. Da in der Vergangenheit viele Hochmoore entwässert und bis auf wenige kümmerliche Reste durch den Torf-Abbau zerstört wurden, ist die Art in vielen Gegenden sehr selten geworden oder ausgestorben.

Gefährdung[Bearbeiten]

Rote Liste Sachsen: 2
Rote Liste Baden-Württemberg: 2
Rote Liste BRD: 2 (stark gefährdet)[1]

Quellen[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1.  Bundesamt für Naturschutz (Hrsg.): Rote Liste gefährdeter Tiere Deutschlands. Landwirtschaftsverlag, Münster 1998, ISBN 3-89624-110-9.

Literatur[Bearbeiten]

  •  Tom Tolman, Richard Lewington: Die Tagfalter Europas und Nordwestafrikas. Franckh-Kosmos, Stuttgart 1998, ISBN 3-440-07573-7.
  •  Hans-Josef Weidemann: Tagfalter: beobachten, bestimmen. Naturbuch-Verlag, Augsburg 1995, ISBN 3-89440-115-X.
  •  Günter Ebert, Erwin Rennwald (Hrsg.): Die Schmetterlinge Baden-Württembergs. Band 1. Tagfalter. 1. Allgemeiner Teil: Systematik, Taxonomie und Nomenklatur, Faunistik und Ökologie, Gefährung und Schutz, Datenverarbeitung; Spezieller Teil: Papilionidae, Pieridae, Nymphalidae. 1. Auflage. Ulmer, Stuttgart 1991, ISBN 3-8001-3451-9.
  •  Josef Settele, Roland Steiner, Rolf Reinhard, Reinhart Feldmann: Ulmer Naturführer: Schmetterlinge. Die Tagfalter Deutschlands. 1. Auflage. Ulmer, Stuttgart 2005, ISBN 3-8001-4167-1.
  • Tom Schulte, Oliver Eller, Manfred Niehuis, Erwin Rennwald (Hrsg.): Die Tagfalter der Pfalz (2 Teilbände). GNOR-Eigenverlag, Mainz 2007, ISBN 978-3-9807669-2-0.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Hochmoor-Perlmutterfalter – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien