Département Haut-Rhin

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Haut-Rhin
Wappen des Departements Haut-Rhin
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Über dieses Bild
Region Elsass
Präfektur Colmar
Unterpräfektur(en) Altkirch
Guebwiller
Mulhouse
Ribeauvillé
Thann
Einwohner 753.056 (1. Jan. 2011)
Bevölkerungsdichte 214 Einw. pro km²
Fläche 3.525 km²
Arrondissements 6
Kantone 31
Gemeinden 377
Präsident des
Generalrats
Charles Buttner[1]
ISO-3166-2-Code FR-68

Das Département Haut-Rhin [oˈʀɛ̃] (Oberelsass, wörtlich Hoch- oder Oberrhein) ist das französische Département mit der Ordnungsnummer 68. Es liegt in der Region Elsass im Osten des Landes und ist nach dem anliegenden Hochrhein benannt, der die Grenze zur Bundesrepublik Deutschland bildet. Laut einer Umfrage beherrschen 38% der Einwohner noch einen indigen alemannischen Dialekt. Damit ist der Dialekt hier weniger weit verbreitet als im anderen Elsässischen Département Bas-Rhin[2].

Geographie[Bearbeiten]

Das Département liegt im Süden der Region Elsass. Die östliche Grenze bildet der Rhein, im Westen ziehen sich die Vogesen durch das Land und im Süden die Ausläufer des Schweizer Jura.

Das Département grenzt im Norden an das elsässische Département Bas-Rhin (Niederrhein), im Osten an das Bundesland Baden-Württemberg, im Südosten an die Schweizer Kantone Basel-Stadt und Basel-Landschaft, im Süden an den Kanton Jura, im Südwesten an das Département Territoire de Belfort der Region Franche-Comté sowie im Westen an das Département Vosges der Region Lothringen.

Wappen[Bearbeiten]

Beschreibung: In Rot ein goldener Schrägrechtsbalken mit drei goldenen Lilienkronen beidseitig nach dem Balken gelegt.

Geschichte[Bearbeiten]

Gründung und ältere Geschichte[Bearbeiten]

Das Département wurde während der französischen Revolution am 4. März 1790 aus dem südlichen Teil der bis dahin bestehenden Provinz Alsace gebildet. Es gliederte sich in die drei Distrikte (frz.: district) Altkirch, Belfort und Colmar, den Vorläufern der Arrondissements. Das Département und die Distrikte gliederten sich wiederum in 32 Kantone und hatten ca. 290.000 Einwohner. Hauptstadt war bereits damals Colmar.

Die Arrondissements Altkirch, Belfort, Colmar, Delémont (Delsberg) und Porrentruy (Pruntrut, ehemaliges Département du Mont Terrible) wurden am 17. Februar 1800 eingerichtet. Am 30. Mai 1814 wurden die Arrondissements Delémont und Porrentruy aufgelöst, da der Wiener Kongress deren Gebiet dem Schweizer Kanton Bern zugesprochen hatte. 1857 wurde das Arrondissement Altkirch durch Mulhouse ersetzt.

Bezirk Oberelsass[Bearbeiten]

Bezirk Oberelsass 1890
Hauptartikel: Bezirk Oberelsass

Vom 10. Mai 1871 (Friede von Frankfurt) bis zum 28. Juni 1919 (Friedensvertrag von Versailles) war das Département ein Teil des Deutschen Reiches. Als Bezirk Oberelsass gehörte es zum Reichsland Elsass-Lothringen. Der Bezirk gliederte sich in die sechs Kreise: Altkirch (wie gehabt), Gebweiler, Colmar (wie gehabt), Mülhausen (wie gehabt), Rappoltsweiler und Thann. Das Arrondissement Belfort mit seiner französischsprachigen Bevölkerung blieb als Territoire de Belfort bei Frankreich. Der Bezirk Oberelsass umfasste damals 3.508 km² und zählte 1885: 462.549 Einwohner.

An der Spitze des Bezirks stand ein Bezirkspräsident, Bezirkspräsidenten waren[3]:

Präsident Amtszeit
Robert Freiherr von der Heydt 1871–1875
Karl Adolph Ernst von Ernsthausen 1875–1879
Ludwig Ferdinand Timme 1880–1888
Gustav von Jordan 1888–1898
Alexander Prinz zu Hohenlohe-Schillingsfürst 1898–1906
Albert August Wilhelm von Puttkamer 1906–1918

Die Volksvertretung im Bezirk war der Bezirkstag. Dieser wählte zehn Mitglieder in den Landesausschuss des Reichslandes Elsaß-Lothringen bis 1911 mit der Verfassung der Landtag eingerichtet wurde.

Seit Ende des Ersten Weltkriegs[Bearbeiten]

Mit der Wiedereingliederung des Départements nach Frankreich 1919 wurde die Gliederung der Kreise nahezu komplett in Arrondissements übernommen. Gebweiler wurde wieder zu Guebwiller, Mülhausen wurde zu Mulhouse, Rappoltsweiler zu Ribeauvillé, lediglich Colmar wurde in Colmar-Ville und Colmar-Campagne aufgeteilt, die jedoch 1934 wieder zusammengelegt wurden. Das Territoire de Belfort wurde nicht wieder in das Département Haut-Rhin integriert, sondern 1922 ein eigenständiges Département Frankreichs, welchem 1941 die Nummer 90 zugeteilt wurde[4].

Städte[Bearbeiten]

Landschaft nahe Haut-Rhin mit Blick auf Sainte-Marie-aux-Mines
Lac Blanc bei Orbey

Die bevölkerungsreichsten Gemeinden des Départements Haut-Rhin sind:

Stadt Einwohner
(2011)
Arrondissement
Mulhouse (Mülhausen) 110.351 Mulhouse
Colmar 67.409 Colmar
Saint-Louis (Sankt Ludwig) 20.294 Mulhouse
Illzach 14.679 Mulhouse
Wittenheim 14.262 Mulhouse
Rixheim 13.145 Mulhouse
Kingersheim 12.955 Mulhouse
Riedisheim 12.180 Mulhouse
Guebwiller (Gebweiler) 11.517 Guebwiller
Cernay (Sennheim) 11.451 Thann

Verwaltungsgliederung[Bearbeiten]

Karte von Haut-Rhin mit Verwaltungsgliederung

Das Département Haut-Rhin untergliedert sich in 6 Arrondissements 31 Kantone und 377 Gemeinden:

Arrondissement Einwohner
(2011)
Fläche
(km)
Bev.Dichte
(Einw./km²)
Kantone Gemeinden
Altkirch 68.728 655 104,9 4 111
Colmar 148.615 666 223,1 6 62
Guebwiller 83.900 584 143,7 4 47
Mulhouse 319.939 634 504,6 9 73
Ribeauvillé 50.373 462 109 4 32
Thann 81.501 525 155,2 4 52

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Haut-Rhin – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.cg68.fr/de/carto/110/view.html abgerufen am 4. August 2012
  2. Etude sur le dialecte alsacien Aufgerufen am 4. Februar 2014
  3. Verwaltungsgeschichte
  4. Gérard Lang: Le Code officiel géographique. (PDF; 1,9 MB) In: Courrier des statistiques 108 (2003), S. 53–62, hier S. 55

47.9088888888897.3386111111111Koordinaten: 47° 55′ N, 7° 20′ O