Hohenburg (Elsass)

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Hohenburg
Die Hohenburg im Elsass

Die Hohenburg im Elsass

Alternativname(n): Hohenbourg
Entstehungszeit: um 1200
Burgentyp: Felsenburg
Erhaltungszustand: Ruine
Geographische Lage 49° 3′ 18″ N, 7° 47′ 1″ O49.0557.7836111111111551Koordinaten: 49° 3′ 18″ N, 7° 47′ 1″ O
Höhe: 551 m
Hohenburg (Elsass) (Elsass)
Hohenburg (Elsass)
Steinmetzarbeiten an einem Portal der Ruine Hohenburg

Die Hohenburg (frz. Hohenbourg) liegt im Elsass in direkter Nachbarschaft zur Wegelnburg und dem Löwenstein auf dem 551 Meter hohen Schlossberg. Gut sichtbar im Tal liegt etwas weiter entfernt der Fleckenstein.

Erbaut wurde die heute nur noch als Ruine erhaltene Felsenburg Anfang des 13. Jahrhunderts durch die Puller von Hohenburg, eine Nebenlinie der Herren von Fleckenstein. Danach gab es wechselnde Besitzer. 1680 wurde die Burg zerstört.

Von der Burg sind beachtliche Reste erhalten, die sich um einen Fels gruppieren, der früher sicher einen (Wohn-)Turm trug. Am Fels ist auch der Burgbrunnen zu sehen. Im frühen 16. Jahrhundert versuchte man, die mittelalterliche Burg nicht nur im Renaissancestil zu verschönern (Reste von Portalgewänden usw. sind erhalten, werden aber immer mehr durch Vandalismus beschädigt), sondern man ergänzte auch die Verteidigungsanlagen. Am Burgeingang errichtete man ein Artillerierondell für Feuerwaffen.

Erklimmt man den Burgfelsen über ausgetretene unregelmäßige Stufen und über hölzerne Treppen, hat man einen weiten Blick über die Pfalz und das Elsass. Bei klarem Wetter kann man bis in die Rheinebene nach Karlsruhe schauen.

Der Fleckenstein etwas tiefer im Tal sowie die Wegelnburg auf deutscher Seite sind gut zu erkennen. Der Löwenstein verbirgt sich hinter Bäumen.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Burg wurde wahrscheinlich im frühen 13. Jahrhunderts errichtet. Es wird vermutet, dass Gottfried Puller (später Gottfried von Fleckenstein), der 1236 für Kaiser Friedrich II. in Italien seine Dienste versah und so die Burg erbauen durfte, der erste Vertreter der Hohenburger Familie war. Die Burg wird im Jahr 1262 erstmals im Besitz von Konrad und Heinrich von Hohenburg urkundlich erwähnt. Von 1273 bis 1289 gab es Streitigkeiten zwischen den Fleckensteinern und den Hohenburgern, was in der Eroberung der Belagerungsburgen Löwenstein und des Felsens unterhalb der Wegelnburg durch Landvogt Otto von Ochsenstein endete. Nach dem Tod von Wilrich I. überschrieb dessen Witwe Vye von Wasigenstein 1389 die Burg an den pfälzischen Kurfürsten Ruprecht I., und Ruprecht III. wiederum verlieh die Burg 1401 an Konrad Puller von Hohenburg.

Wilrich II. von Hohenburg überschrieb die Burg 1434 an seine Ehefrau Jutta von Schöneck. Ihr Sohn Richard hatte einen Konflikt mit dem Pfälzer Kurfürsten, der mit der Einnahme der Burg durch den Kurfürsten endete. Richard wurde 1482 unter dem Vorwurf der Sodomie in Zürich, wo er zuerst Asyl und Bürgerrecht bekommen hatte, verbrannt. Swicker VIII. von Sickingen aus dem Geschlecht der Sickinger heiratete bereits 1475 Richards Schwester und gelangte so nach dessen Tod an die Burg. Franz von Sickingen ließ die Burg 1504 neu befestigen. 1523 wurde die Burg größtenteils zerstört, als verbündete Truppen des Kurfürsten Ludwig V., des Erzbischofs Richard von Trier und des Landgrafen Philipp I. von Hessen sie einnahmen. Erst einige Jahre später, 1542, wurde die Burg durch die Sickinger im Renaissancestil wieder aufgebaut. Im Dreißigjährigen Krieg wurde die Burg von schwedischen Truppen stark beschädigt und im Reunionskrieg von französischen Truppen 1680 unter Montclar komplett zerstört. Danach blieb die Burg in französischem Besitz; dies wurde auch durch den Wiener Kongress bestätigt, als die Familie Sickingen-Hohenburg letztmal 1836 Besitzansprüche geltend machte. Seit Mitte des 19. Jahrhunderts wurden immer wieder nicht zielgerechte Grabungen durchgeführt. Zu einem geschützten Denkmal wurde die Burg 1898 erklärt. In den 1970er Jahren wurde die Burg teilrestauriert.

Literatur[Bearbeiten]

  •  Marco Bollheimer: Felsenburgen im Burgenparadies Wasgau–Nordvogesen. 3. Auflage. Selbstverlag, Karlsruhe 2011, ISBN 978-3-9814506-0-6, S. 92 f.
  • Alexander Thon (Hrsg.): ... wie eine gebannte, unnahbare Zauberburg. Burgen in der Südpfalz. 2. Auflage. Schnell & Steiner, Regensburg 2005, ISBN 3-7954-1570-5, S. 74–79.
  • Walter Herrmann: Auf Rotem Fels, G. Braun Buchverlag, Leinfelden-Echterdingen 2004, ISBN 3-7650-8286-4, S. 90–93.
  • Jean-Michel Rudrauf, Alexander Thon: Pfälzisches Burgen-Lexikon II F-H, Kaiserslautern 2002, ISBN 3-927754-48-X, S. 364–377.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Hohenburg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien