Holger Danske (Widerstandsgruppe)

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Briefmarke DDR, 1969

Holger Danske war eine dänische Widerstandsgruppe während des Zweiten Weltkriegs. Sie wurde von Veteranen aus dem Winterkrieg, die auf finnischer Seite gegen die Sowjetunion gekämpft hatten, gegründet. Holger Danske war eine der größten Widerstandsgruppen und bestand gegen Ende des Krieges aus rund 350 freiwilligen Helfern. Die Gruppe führte über 100 Sabotageakte durch und war verantwortlich für rund 200 Hinrichtungen von Informanten, die die Identität bzw. den Aufenthaltsort von Mitgliedern des Widerstandes preisgegeben hatten. Die Gruppe wurde nach dem legendären dänischen Helden Holger Danske benannt.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Gruppe wurde in Kopenhagen im Jahre 1942 von fünf Männern gegründet, die auf der finnischen Seite im Winterkrieg gekämpft hatten. Während der Zeit der Besatzung war Widerstand ein großes Risiko, weil die Öffentlichkeit weitgehend nur bereit war zu sabotieren und die Regierung ihre Kooperationspolitik mit den Nazis fortsetzte, um die Einmischung der Deutschen in dänische Angelegenheiten so weit wie möglich zu vermeiden. Holger Danske, ebenso wie der Rest der dänischen Widerstandsbewegung, opponierten gegen diese Zusammenarbeit. Sie waren der Meinung, dass der Besetzung mehr Widerstand hätte entgegengesetzt werden müssen. Gunnar Dyrberg erinnert sich in seinen Memoiren, wie er gesehen hatte, dass Dänen mit Deutschen freundliche Gespräche geführt hätten und bezeichnete dies als einen der Gründe, warum er später beschlossen hatte, Holger Danske den Code-Namen Bob Herman zu geben. Seine Tätigkeit als Mitglied der Gruppe beschreibt er in dem autobiographischen Buch De ensommme Ulve (Die einsamen Wölfe), das 2009 erschien.

Die Gruppe wurde von der Gestapo zweimal unterwandert, aber wegen ihrer lockeren Struktur (im Gegensatz zur BOPA) waren nicht alle Mitglieder zu identifizieren. Insgesamt 64 Mitglieder wurden von der Gestapo während der Besatzung hingerichtet.

Zu ihren größten Sabotage-Aktionen gehörten die Sprengung der Forums Arena im Jahr 1943 und der Angriff auf Burmeister & Wain 1944.

Die Mitglieder Jørgen Haagen Schmith und Bent Faurschou-Hviid wurden unter ihren Aliasnamen Citronen („die Zitrone“) und Flammen („die Flamme“) berühmt. Beide führten zahlreiche Sabotageakte in den Jahren 1943 und 1944 aus. Sie wurden 2008 in dem Film Tage des Zorns von Thure Lindhardt und Mads Mikkelsen dargestellt.

Weblinks[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Bob Herman: De illegale: To Holger Danske sabotører fortæller. 1985, ISBN 87-7466-080-2.
  • Gunnar Dyrberg: En dreng alt vel fra Dannebrogsgade 60 til Nobel’s Explosive no. 808 – fra en Holger Danske sabotørs dagbog. 2006, ISBN 87-91660-12-2.
  • Gunnar Dyrberg: De ensomme Ulve. Gyldendal, Copenhagen, 2009, ISBN 9788702074048.
  • Sofie-Amalie Høgsbro Østergaard: Gemüse fortæller. Erindringer fortalt af Gemüse i mindet om Flammen og Citronen. ISBN 87-85211-58-3.
  • Jørgen Kieler: Dänischer Widerstand gegen den Nationalsozialismus. Ein Zeitzeuge berichtet über die Geschichte der dänischen Widerstandsbewegung 1940-1945. Offizin-Verlag, Hannover, 2011, S. 137-158, ISBN 3-930345-70-6.