Huaynaputina

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Huaynaputina

BWf1

Höhe 4850 m
Lage Moquegua, Peru
Gebirge Cordillera Volcánica, Anden
Koordinaten 16° 36′ 54″ S, 70° 51′ 7″ W-16.615-70.8524850Koordinaten: 16° 36′ 54″ S, 70° 51′ 7″ W
Huaynaputina (Peru)
Huaynaputina
Typ Aktiver Schichtvulkan
Gestein Andesit
Alter des Gesteins Pliozän und Quartär
Letzte Eruption 1600

Der Vulkan Huaynaputina (Quechua: Neuer Vulkan) ist ein Stratovulkan in der Cordillera Volcánica in der Region Moquegua im Süden Perus. Infolge eines gigantischen Ausbruchs im Jahre 1600, bei dem der Gipfel des Vulkans vollständig explodierte, hat der Huaynaputina keine typische Kegelform mehr. Zurückgeblieben ist ein eher unspektakulärer Krater, dessen höchste Erhebung auf 4850 m liegt.

Der Ausbruch vom 19. Februar 1600[Bearbeiten]

Beim Ausbruch des Huaynaputina wurden 30 km³ vulkanische Lockermassen (Tephra) freigesetzt, was der Stärke 6 auf dem internationalen Vulkanexplosivitätsindex entspricht.[1] Damit erreichte er nur ein Fünftel der Stärke des Ausbruchs des Tambora 1815 in Indonesien.

Regionale Effekte[Bearbeiten]

Als der Huaynaputina explodierte, bildete sich zunächst eine gewaltige Plinianische Säule, welche mit 27 – 35 km Höhe bis weit in die Stratosphäre reichte. Ein dichter Ascheregen, der bis in den Monat März anhielt, sowie Erdbeben, welche den Ausbruch begleiteten, verursachten unermessliche Schäden in den größeren kolonialen Städten Arequipa und Moquegua. Nachdem die Plinianische Säule zusammengebrochen war, entwichen dem Vulkan pyroklastische Ströme, welche bis 13 km weit nach Osten und Südosten vordringen konnten. Ebenso zerstörerisch waren vulkanische Schlammströme, so genannte Lahare. Sie machten mehrere Dörfer dem Erdboden gleich und erreichten sogar die Pazifikküste, welche 120 km weit entfernt liegt.[2]

Es wurde berichtet, dass Asche sogar in 250-500 km Distanz zum Vulkan niederging, also in einer Gegend, welche heute ganz Südperu, Westbolivien und Nordchile umfasst.

Die regionale Landwirtschaft benötigte 150 Jahre, bis sie sich vollständig von diesem dramatischen Ereignis erholt hatte.

Globale Effekte[Bearbeiten]

Neue geologische, dendrochronologische und sozio-ökonomische Untersuchungen scheinen darauf hinzuweisen, dass der Ausbruch des Huaynaputina auf der ganzen Welt zu einer signifikanten Abkühlung geführt haben könnte. So gilt das Jahr 1601 als eines der kältesten während der Kleinen Eiszeit.[3] Aufgrund tiefer Sommertemperaturen wütete 1601 – 1603 die schwerste Hungersnot in der Geschichte Russlands, welche zu großer sozialer Unruhe führte.[4]

Historische Quellen[Bearbeiten]

Die Stadt Arequipa unter Ascheregen (1600)[5]

Der in Peru geborene, indigene Schriftsteller Felipe Guaman Poma de Ayala (*1534 (?) † 1615) verfasste im Jahre 1615 sein berühmtes Manuskript El primer nueva Corónica y buen gobierno, in welchem auf zwei Seiten der Ausbruch des Vulkans Huaynaputina thematisiert wird.

Auf dem Blatt 1061 der Chronik ist die Stadt Arequipa abgebildet, welche von einem Ascheregen heimgesucht wird. Auf dem Hauptplatz der Stadt ist eine Prozession im Gang. Der Originaltext auf Spanisch lautet: LA CIVDAD DE ARIQVIPA: Rebentó el bolcán y cubrió de zeníza y arena la ciudad y su juridición, comarca; treynta días no se bido el sol ni luna, estrellas. Con la ayuda de Dios y de la uirgen Santa María sesó, aplacó. Übersetzt auf Deutsch: Die Stadt Arequipa: Der Vulkan explodierte und bedeckte die Stadt und sein Verwaltungsgebiet mit Asche und Sand. Dreißig Tage lang konnte man weder Sonne, noch Mond, noch Sterne sehen. Mit der Hilfe Gottes und der Heiligen Jungfrau Maria hörte es auf, beruhigte sich.[5]

Auf dem Blatt 1062 wird im Text auch auf die Zerstörung eingegangen, welche der Vulkan bewirkt hatte: Viele Einwohner seien getötet, die Rebberge und die Saat vernichtet worden. Tiere und Vieh seien gestorben und alle Haciendas der umgebenden Täler seien zerstört worden.[6]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Huaynaputina im Global Volcanism Program der Smithsonian Institution (englisch)
  2. Phasen des Huaynaputina-Ausbruchs von 1600 (Englisch)
  3. Klimatische Folgen des Huaynaputina-Ausbruchs von 1600
  4. Neuere Untersuchung über den Einfluss des Huaynaputina auf das Klima (Englisch)
  5. a b Det Kongelige Bibliotek: LA CIVDAD DE ARIQVIPA
  6. Seite 1062 der Chronik