Humbert Balsan

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Humbert Balsan (* 21. August 1954 in Arcachon; † 10. Februar 2005 in Paris) war ein französischer Filmproduzent, Vizepräsident des Verwaltungsrats der französischen Cinemathek und Vizepräsident der Europäischen Filmpreises.

Der gelernte Schauspieler wechselte nach einigen kleineren Rollen das Fach und schuf sich seit Ende der 1970er ein Renommee als Produzent. Balsan hat eine Anzahl französischer Filmemacher entdeckt und gefördert. Zu seinen jüngsten Erfolgen zählte der Film "Divine Intervention" des palästinensischen Regisseurs Elia Suleiman, der 2002 den Preis der Jury des Cannes-Festivals erhielt.

Balsan war in früheren Jahren (zuletzt 2003) Juror der Berlinale, die am 14. Februar zu seinem Gedenken eine Sondervorführung seines Films "Gibt es zu Weihnachten Schnee?" (Regie Sandrine Veysset) ansetzte. Der Chef der Filmfestspiele von Cannes, Gilles Jacob, bekannte öffentlich: "Wir haben einen Bruder verloren." Er produzierte mehr als 60 Filme. Er arbeitete mit Filmemachern wie Youssef Chahine, Elia Suleiman, Gilles Portes und Yolande Moreau zusammen.

Er tötete sich am Abend des 10. Februar 2005 in seinem Pariser Büro selbst durch Erhängen. Seine schweren Depressionen, die dafür die Ursache ausmachten, hatte er sich öffentlich nicht anmerken lassen. Laut dem Nachruf der Pariser Zeitung Libération hatte er laufende Filmprojekte mit Claire Denis, Béla Tarr, Francis Girod und steckte nahezu bis zuletzt voller Pläne.

Lars von Trier widmete ihm seinen Spielfilm Manderlay. Der Spielfilm Der Vater meiner Kinder (frz.: Le père de mes enfants) rekonstruiert mit veränderten Namen und biografischen Details die Wochen vor und nach Balsans Selbstmord.

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