Hurra, unsere Eltern sind nicht da

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Filmdaten
Originaltitel Hurra, unsere Eltern sind nicht da
Produktionsland Deutschland
Originalsprache Deutsch
Erscheinungsjahr 1970
Länge 94 Minuten
Altersfreigabe FSK 6
Stab
Regie Wolfgang Schleif
Drehbuch August Rieger
Produktion Heinz Pollak
für Parnass-Film,
Divina-Film
Musik Pepe Ederer
Kamera Klaus Werner,
Klaus Beckhausen
Schnitt Karin Vietinghoff
Besetzung

Hurra, unsere Eltern sind nicht da ist ein deutscher Spielfilm von Wolfgang Schleif aus dem Jahr 1970.

Inhalt[Bearbeiten]

Die Eltern haben eine Reise nach Mallorca gewonnen, das Kindermädchen Kitty entscheidet sich kurz nach der Abreise der Müllers, endlich Gesangsstar und Model zu werden und geht, und so haben die vier Kinder – der Teenager Babsi, die Zwillinge Max und Moritz und der kleine Bübchen – endlich einmal das Haus für sich allein. Zwar soll ihr großer Bruder, der Tiefbauingenieur Klaus, auf sie aufpassen, doch ist der häufig auf Arbeit. An der neuen Untermieterin Irene finden die Kinder und auch Klaus jedoch schnell Gefallen, auch wenn letzteren zunehmend seine Vergangenheit einholt: Nicht nur mit Mareen hat er ein Verhältnis, sondern auch zahlreiche frühere Verehrerinnen sprechen ihn an, als er in der Disko mit Irene erscheint. Nachdem die mal wieder gesehen hat, wie Klaus Mareen küsst, zieht sie entnervt aus der Müllerschen Wohnung aus.

Die Kinder haben inzwischen in ihrem Onkel Alois einen treuen Aufpasser gefunden, der zudem modernen Erziehungsmethoden zugeneigt ist: Ein Kind soll von seinem Erziehungsberechtigten niemals gezwungen werden und auch keine Befehle erhalten. Stattdessen führt der Musikpädagoge Hausmusik für alle ein und das sehr zum Leidwesen der Vermieterin Emma, unter deren Pantoffel ihr gutmütiger Ehemann Gustav steht. Nachdem Emma bereits die Kündigung für die Familie Müller aufgesetzt hat, schafft Alois die Verbrüderung mit Gustav. Dieser wird durch einen einfachen Trick zum dominanten Hausherrn und weist seine ewig schwatzende und keifende Ehefrau in ihre Schranken. Mit ein wenig Glück und Diplomatie gelingt es Gustav, Irene und Klaus wieder zu versöhnen.

Am Geburtstag der Zwillinge kommen alle wieder zusammen: Die Eltern erscheinen vorzeitig aus dem Urlaub, um mitfeiern zu können, Kitty ist vom Model- und Gesangswunsch kuriert und fängt wieder als Kindermädchen zu arbeiten an, Irene und Klaus verkünden gemeinsame Hochzeitspläne und auch Alois wird heiraten: Er hat sich in die Hausbewohnerin Asta Kolle verliebt.

Produktion[Bearbeiten]

Der Film wurde in den Studios der TV-Star München hergestellt. Die Uraufführung fand am 23. Juli 1970 statt.

Im Film werden verschiedene Titel gesungen:

  • Hans-Jürgen Bäumler: In der Abenddämmerung
  • Addi & Paolo: Hurra, unsere Eltern sind nicht da; Ein Glück, dass wieder mal die Sonne scheint
  • Nilsen Brothers: Ein Tag, an dem ich wieder bei dir bin

Kritik[Bearbeiten]

Das Lexikon des Internationalen Films bezeichnete Hurra, unsere Eltern sind nicht da als „gleichgültig inszeniertes Serienfilmchen für bescheidene Humorerwartungen: […] Als Mutti und Babsi [sic!] weg sind und das Dienstmädchen durchgebrannt ist, stellen Bübchen, Mäxchen und Moritz ‚lustige‘ Streiche an – etwa von der Art, daß man das Mittagessen an die Wand und in den Mülleimer wirft.“[1]

Der Filmdienst sah in der Komödie „eine banale Geschichte, […] ausschließlich für anspruchslosen Konsum gedacht. Die Handlung hat keine Spur von Realitätsbezug, und doch werden Ansätze zu politischem Bewußtsein oder die Auseinandersetzung mit sozialen Konflikten regelrecht diffamiert.“[2]

Auch der Evangelische Film-Beobachter entdeckte nichts Positives an dem Film: „Reich an Lärm und arm an Geist ist der auch handwerklich überaus schlampig gemachte Streifen eine Zumutung für jung und alt.“[3]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Klaus Brüne (Hrsg.): Lexikon des Internationalen Films. Band 3. Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 1990, S. 1694.
  2. Hurra, unsere Eltern sind nicht da im Lexikon des Internationalen Films
  3. Evangelischer Presseverband München, Kritik Nr. 324/1970, S. 332