Georg Thomalla

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Georg Thomalla 1946 während der Aufführung von Der Mustergatte am Jürgen-Fehling-Theater Berlin

Georg Valentin Thomalla (* 14. Februar 1915 in Kattowitz; † 25. August 1999 in Starnberg) war ein deutscher Schauspieler und Synchronsprecher.

Beruf[Bearbeiten]

Thomalla lernte zunächst den Beruf des Kochs, schloss sich dann aber einer Wanderbühne als Schauspieler an. Später spielte er in den 1930er Jahren an den Theatern in Gelsenkirchen und Gera und fand bereits den Weg zu seinen späteren Stammtheatern als Boulevardschauspieler, der Komödie und dem Theater am Kurfürstendamm in Berlin. Nach einigen kleineren Filmrollen während des Zweiten Weltkriegs begann seine eigentliche Karriere erst nach dem Krieg. Schnell wurde der „kleine Mann“ populär, vorwiegend durch Klamauk-Rollen. Daneben spielte er weiterhin Theater in Berlin und war dort von 1948 bis 1956 Mitglied des Kabaretts der Komiker.

Zu Beginn seiner Karriere sang er auch. So trat er 1958 in der deutschen Vorentscheidung zum Eurovision Song Contest an.

Thomalla blieb zeit seines Lebens ein Komödiant und konnte sich nie im Charakterfach durchsetzen. Der Beginn des Fernsehens als Massenmedium verhalf ihm endgültig zum Durchbruch. Seine Fernsehserie Ein Abend mit Georg Thomalla zählte Ende der 1960er Jahre mit zu den beliebtesten Sendungen der deutschen Zuschauer. Großen Erfolg hatte er auch mit der Verkörperung der Titelrolle in der Familien-Fernsehserie Unser Pauker, die 1965 und 1966 im Abendprogramm des ZDF in 20 Folgen ausgestrahlt wurde.

Obwohl Thomalla in mehr als 120 Filmen mitwirkte, ist sein Filmschaffen auch mit der Synchronisation vieler Hollywood-Stars verbunden. Er war die deutsche Stimme von Jack Lemmon, Danny Kaye, Peter Sellers und Bob Hope. 1996 kam es zu einer Begegnung zwischen Jack Lemmon und Thomalla, als Lemmon während der Berlinale 1996 mit dem goldenen Ehren-Bären für sein Lebenswerk ausgezeichnet wurde und Thomalla aus diesem Anlass die Laudatio hielt.

Privat[Bearbeiten]

Georg Thomalla war zeitweise mit der Schauspielkollegin Germaine Damar liiert. Seit 1957 war er mit Margit Mayrl, einer Pensionsbesitzerin aus Bad Gastein (Österreich) verheiratet. Georg Thomalla war Vater von zwei Söhnen. Seine letzten Lebensjahre verlebte Thomalla in München-Schwabing am Hohenzollernplatz, zudem in Spanien bei Alicante und im österreichischen Bad Gastein, auf dessen Friedhof er begraben wurde.[1] Er interessierte sich für religiöse Fragen und fernöstliche Philosophie. Seit Mitte der 1980er-Jahre war er Mitglied der ISKCON (Hare-Krishna-Bewegung).[2] Entgegen der wiederholt verbreiteten Meinung ist die Schauspielerin Simone Thomalla nicht mit ihm verwandt.[3][4]

Filmografie[Bearbeiten]

Synchronsprecher[Bearbeiten]

Georg Thomallas etwas kippelige Stimme wurde das Markenzeichen vieler Schauspieler in der deutschen Synchronfassung. Thomalla synchronisierte Peter Sellers in den meisten Filmen der Inspektor-Clouseau-Reihe sowie Jack Lemmon in diversen Filmen, unter anderem in Manche mögen’s heiß, Ein seltsames Paar und Extrablatt. Ferner war er die deutsche Stimme des Zauberers von Oz in Das zauberhafte Land (USA, 1939) und lieh der Zeichentrickfigur Jiminy Grille im 1940 erschienenen Disneyfilm Pinocchio seine Stimme. 1969 verlieh er seine Stimme dem Trickfilm Die Konferenz der Tiere.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Georg Thomalla – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. knerger.de: Das Grab von Georg Thomalla
  2. [1]
  3. hoerbuch-kritiken.de
  4. [2] Biographie von Simone Thomalla in der IMDb