IVG Immobilien

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IVG Immobilien AG
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Rechtsform Aktiengesellschaft
ISIN DE0006205701
Gründung 2002
Sitz Bonn, Nordrhein-Westfalen

Leitung

  • Elmar Geissinger, Finanzvorstand
  • Guido Piñol, Marktvorstand
  • Hans-Joachim Ziems, Restrukturierungsvorstand
  • Michael F. Keppel, Aufsichtsratsvorsitzender
Mitarbeiter 551 (Dezember 2012)[1]
Umsatz 438 Mio. EUR (2012)[1]
Branche Immobilien
Website www.ivg.de
ehemaliges Logo
Zentrale der IVG in Bonn

Die IVG Immobilien AG ist eine börsennotierte Immobiliengesellschaft mit Sitz in Bonn, welche aus der bundeseigenen Industrieverwaltungsgesellschaft mbH hervorgegangen ist.

Geschichte[Bearbeiten]

IVG wurde 1916 als „Verwertungsgesellschaft für Montanindustrie GmbH“ gegründet (siehe auch Montan-Schema).

1951 firmierte sie um in „Industrieverwaltungsgesellschaft mbH“.

1986 wurde das Unternehmen in eine Aktiengesellschaft umgewandelt und teilprivatisiert, 1993 erfolgte die Vollprivatisierung bei breiter Streuung an der Börse.

1996 führte IVG ein Holding-Modell ein, firmierte in „IVG Holding AG“ um und trennte damit die operativen von den strategischen Aufgaben.

Seit 1997 konzentriert sich die Gesellschaft mehr und mehr auf Büro- und Gewerbeimmobilien in Europa und firmierte 2002 – nach Abgabe der Nicht-Immobilien-orientierten Geschäftsbereiche – um zur „IVG Immobilien AG“.

Im April 2004 erwarb die IVG 50,1 Prozent an der Oppenheim Immobilien-Kapitalanlagegesellschaft mbH (OIK)[2] und 2005 33 Kavernen der Bundesrepublik Deutschland in Etzel bei Wilhelmshaven. Die Anteile der OIK wurden 2006/2007 auf 94 Prozent aufgestockt, die OIK umbenannt in „IVG Institutional Funds GmbH“ und in den Geschäftsbereich IVG Funds integriert.

Im Sommer 2013 kämpft das Unternehmen gegen den drohenden Konkurs. Die Marktkapitalisierung ist auf rund 54 Mio. € gefallen. Insbesondere das Großprojekt The Squaire am Frankfurter Flughafen hat zur Schieflage des Unternehmens geführt. Ein Notkredit der Gläubiger soll das Unternehmen retten.[3]

Im August gab der Konzern bekannt, dass 350 Millionen Euro abgeschrieben werden sollen, damit tritt ein Verlust von mehr als der Hälfte des Grundkapitals ein. Am 11. August 2013 verständigten sich die Gläubiger auf ein Restrukturierungskonzept und stellten eine Brückenfinanzierung in Höhe von 140 Millionen Euro in Aussicht, mit der ein Bestand der Gesellschaft zunächst gesichert wäre. Am 20.August 2013 berichtete Die Zeit von einem Schutzschirm nach der Insolvenzordnung.[4] Am 1. November 2013 hat das Amtsgericht Bonn dem Antrag des Unternehmens auf Eröffnung eines Verfahrens in Eigenverwaltung stattgegeben. Die IVG hat, Stand August 2013, rund 4,2 Milliarden Euro Schulden und verwaltet ein Vermögen von mehr als 20 Milliarden Euro.

Am 20. März 2014 hat die Mehrheit der Verfahrensbeteiligten (Gläubiger und Aktionäre) im Insolvenzplanverfahren der IVG Immobilien AG bei dem vom Amtsgericht Bonn angesetzten Erörterungs- und Abstimmungstermin dem vom Vorstand erstellten Insolvenzplan zugestimmt. Der Insolvenzplan bedarf noch der Bestätigung durch das Insolvenzgericht. Er sieht die Zahlung einer Insolvenzquote von mindestens 60 Prozent an nicht nachrangige unbesicherte Gläubiger vor. Ein Bezugsrecht der Altaktionäre bei den nach einer Kapitalherabsetzung auf Null vorgesehenen Kapitalerhöhungen wurde ausgeschlossen. Für Nachranggläubiger wurde keine Regelung getroffen.(DGAP-Ad hoc vom 20. März 2014) Der bisherige Vorstandssprecher, Wolfgang Schäfers, trat mit sofortiger Wirkung zurück.(N-TV, 17. März 2014)

Als Nachfolgerin der früheren Montan AG ist die IVG auch Eigentümerin verschiedener Grundstücke, die durch Rüstungs-Altlasten kontaminiert sind. Durch einen Vergleich mit dem Land Niedersachsen vom April 2014 ist die IVG verpflichtet, die Standorte ehemaliger Betriebe der Rüstungswirtschaft in Clausthal-Zellerfeld, Liebenau und Dörverden, ausserdem weitere Standorte in den Landkreisen Osterode am Harz, Heidekreis, Lüchow-Dannenberg und Göttingen zu sanieren bzw. von Verunreinigungen zu befreien. Dazu wird die IVG in den nächsten 15 Jahren jeweils 2 Millionen Euro pro Jahr für die Untersuchung und Sanierung bereitstellen. Die Bodenschutzbehörden in den Landkreisen versprechen sich dadurch deutliche Fortschritte bei der Bearbeitung der Altlasten. Nach Ministeriumsangaben wird der Vergleich durch das Insolvenzverfahren nicht berührt und muss in jedem Fall eingehalten werden.[5]

Unternehmensbereiche[Bearbeiten]

Ihre Marktaktivitäten entwickelt die IVG über zwei Geschäftsbereiche:

  • IVG Investment mit den Segmenten Real Estate, Development und Caverns
  • IVG Funds mit den Segmenten Institutional Funds und Private Funds.

Zentrale Serviceeinheit und operative Schnittstelle zum Markt ist IVG Asset Management.

IVG Investment[Bearbeiten]

Der Geschäftsbereich IVG Investment verantwortet das Eigeninvestment der IVG: Immobilien und Kavernen.

Das Segment Real Estate konzentriert sich auf die Wertoptimierung von Büroimmobilien im eigenen Bestand. Investmentschwerpunkte sind die deutschen Top-Büromärkte sowie ausgewählte europäische Metropolregionen. Das Developmentgeschäft auf eigene Rechnung wird systematisch zurückgeführt und im Rahmen des Asset-Managements fortgesetzt.

Kerngeschäft des Segments Caverns ist die Errichtung von Kavernen zur Lagerung von Erdöl und Erdgas sowie deren Betrieb und Vermietung. Mieter der Kavernen sind bonitätsstarke Unternehmen der Energiebranche und staatliche Erdölbevorratungsorganisationen.[6]

IVG Funds[Bearbeiten]

Im Geschäftsbereich IVG Funds erfolgen Konzeption, Vertrieb und Management von Fondsprodukten. Für Privatanleger bietet IVG geschlossene Immobilienfonds und für institutionelle Investoren Immobilienspezialfonds.

Vorstand[Bearbeiten]

Der Vorstand der Gesellschaft besteht derzeit aus drei Personen.

  • Elmar Geissinger, Finanzvorstand
  • Guido Piñol, Marktvorstand
  • Hans-Joachim Ziems, Restrukturierungsvorstand

Börse[Bearbeiten]

Im November 2013 waren die Hauptanteilseigner:

  • 84,57 % der Aktien im Streubesitz
  • 4,64 % Universal-Investment-Gesellschaft mbH (gehört zu je 50 % zur Berenberg Bank und zum Bankhaus Lampe)
  • 4,19 % Santo Holding AG (die schweizerische Beteiligungsgesellschaft der Strüngmann-Brüder hatte im August noch 10% gehalten, 2009 zeitweise mehr als 15%)
  • 3,002 % Hermitage One Limited
  • 2,28 % Mann Immobilien-Verwaltung AG (Johannes Mann, bis 2008 u.a. kontrolliert auch durch Hugo Mann, im August noch 20%)
  • 1,32 % Kempen Capital Management N.V.

2014 befanden sich 92,36 % der durch das Insolvenz-Urteil wertlos gewordenen Aktien im Streubesitz; als große Anteilseigner verblieben die Universal-Investment-GmbH mit 4,64% und die auf den Virgin Islands ansässige C.L.SAM Nominees Ltd. (von Hermitage) mit weiterhin 3,002 %.[7]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b IVG Immobilien AG: Geschäftsbericht 2012. Abgerufen am 27. März 2013 (PDF; 4,3 MB).
  2. IVG Immobilien übernimmt 50,1 % an OIK, 22. April 2004
  3. Helmut Bünder: Einsturzgefahr auf der Dauerbaustelle faz.net, 19. Juli 2013
  4. Immobilienkonzern IVG beantragt Schutz vor Gläubigern
  5. Umweltministerium und IVG schließen Vergleich Presseinformation Nr. 53/2014 des Niedersächsischen Ministeriums für Umwelt, Energie und Klimaschutz vom 29. April 2014
  6. "Der Immobilienkonzern IVG lagert in Etzel über zehn Millionen Kubikmeter Rohöl. Das Öl befindet sich in 20 großen Salzkavernen. Es handelt sich nach Betreiberangaben um eines der größten Rohöllager Europas."
  7. http://www.ivg.de/investor-relations/ivg-aktie/aktionaersstruktur/