IVG Immobilien

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IVG Immobilien AG
Logo IVG
Rechtsform Aktiengesellschaft
ISIN DE0006205701
Gründung 2002
Sitz Bonn, Nordrhein-Westfalen

Leitung

Mitarbeiter 551 (31. Dezember 2012)[1]
Umsatz 438 Mio. EUR (2012)[1]
Gewinn -99 Mio. EUR (2012)[1]Vorlage:Infobox Unternehmen/Wartung/Gewinn
Bilanzsumme 6.131 Mio. EUR (31. Dezember 2012)[1]Vorlage:Infobox Unternehmen/Wartung/Bilanzsumme
Branche Immobilien
Website www.ivg.de
ehemaliges Logo
Zentrale der IVG in Bonn

Die IVG Immobilien AG ist eine börsennotierte Immobiliengesellschaft mit Sitz in Bonn, welche aus der bundeseigenen Industrieverwaltungsgesellschaft mbH hervorgegangen ist.

Geschichte[Bearbeiten]

IVG wurde 1916 als „Verwertungsgesellschaft für Montanindustrie GmbH“ gegründet (siehe auch Montan-Schema).

1951 firmierte sie um in „Industrieverwaltungsgesellschaft mbH“.

1986 wurde das Unternehmen in eine Aktiengesellschaft umgewandelt und teilprivatisiert, 1993 erfolgte die Vollprivatisierung bei breiter Streuung an der Börse.

1996 führte IVG ein Holding-Modell ein, firmierte in „IVG Holding AG“ um und trennte damit die operativen von den strategischen Aufgaben.

Seit 1997 konzentriert sich die Gesellschaft mehr und mehr auf Büro- und Gewerbeimmobilien in Europa und firmierte 2002 – nach Abgabe der Nicht-Immobilien-orientierten Geschäftsbereiche – um zur „IVG Immobilien AG“.

Im April 2004 erwarb die IVG 50,1 Prozent an der Oppenheim Immobilien-Kapitalanlagegesellschaft mbH (OIK)[2] und 2005 33 Kavernen der Bundesrepublik Deutschland in Etzel bei Wilhelmshaven. Die Anteile der OIK wurden 2006/2007 auf 94 Prozent aufgestockt, die OIK umbenannt in „IVG Institutional Funds GmbH“ und in den Geschäftsbereich IVG Funds integriert.

Im Sommer 2013 kämpft das Unternehmen gegen den drohenden Konkurs. Die Marktkapitalisierung ist auf rund 54 Mio. € gefallen. Insbesondere das Großprojekt The Squaire am Frankfurter Flughafen hat zur Schieflage des Unternehmens geführt. Ein Notkredit der Gläubiger soll das Unternehmen retten.[3]

Im August gab der Konzern bekannt, dass 350 Millionen Euro abgeschrieben werden sollen, damit tritt ein Verlust von mehr als der Hälfte des Grundkapitals ein. Am 11. August 2013 verständigten sich die Gläubiger auf ein Restrukturierungskonzept und stellten eine Brückenfinanzierung in Höhe von 140 Millionen Euro in Aussicht, mit der ein Bestand der Gesellschaft zunächst gesichert wäre. Am 20.August 2013 berichtete Die Zeit von einem Schutzschirm nach der Insolvenzordnung.[4] Am 1. November 2013 hat das Amtsgericht Bonn dem Antrag des Unternehmens auf Eröffnung eines Verfahrens in Eigenverwaltung stattgegeben. Die IVG hat, Stand August 2013, rund 4,2 Milliarden Euro Schulden und verwaltet ein Vermögen von mehr als 20 Milliarden Euro.

Am 20. März 2014 hat die Mehrheit der Verfahrensbeteiligten (Gläubiger und Aktionäre) im Insolvenzplanverfahren der IVG Immobilien AG bei dem vom Amtsgericht Bonn angesetzten Erörterungs- und Abstimmungstermin dem vom Vorstand erstellten Insolvenzplan zugestimmt. Der Insolvenzplan bedarf noch der Bestätigung durch das Insolvenzgericht. Er sieht die Zahlung einer Insolvenzquote von mindestens 60 Prozent an nicht nachrangige unbesicherte Gläubiger vor. Ein Bezugsrecht der Altaktionäre bei den nach einer Kapitalherabsetzung auf Null vorgesehenen Kapitalerhöhungen wurde ausgeschlossen. Für Nachranggläubiger wurde keine Regelung getroffen.(DGAP-Ad hoc vom 20. März 2014) Der bisherige Vorstandssprecher, Wolfgang Schäfers, trat mit sofortiger Wirkung zurück.(N-TV, 17. März 2014)

Unternehmensbereiche[Bearbeiten]

Ihre Marktaktivitäten entwickelt die IVG über zwei Geschäftsbereiche:

  • IVG Investment mit den Segmenten Real Estate, Development und Caverns
  • IVG Funds mit den Segmenten Institutional Funds und Private Funds.

Zentrale Serviceeinheit und operative Schnittstelle zum Markt ist IVG Asset Management.

IVG Investment[Bearbeiten]

Der Geschäftsbereich IVG Investment verantwortet das Eigeninvestment der IVG: Immobilien und Kavernen.

Das Segment Real Estate konzentriert sich auf die Wertoptimierung von Büroimmobilien im eigenen Bestand. Investmentschwerpunkte sind die deutschen Top-Büromärkte sowie ausgewählte europäische Metropolregionen. Das Developmentgeschäft auf eigene Rechnung wird systematisch zurückgeführt und im Rahmen des Asset-Managements fortgesetzt.

Kerngeschäft des Segments Caverns ist die Errichtung von Kavernen zur Lagerung von Erdöl und Erdgas sowie deren Betrieb und Vermietung. Mieter der Kavernen sind bonitätsstarke Unternehmen der Energiebranche und staatliche Erdölbevorratungsorganisationen.

IVG Funds[Bearbeiten]

Im Geschäftsbereich IVG Funds erfolgen Konzeption, Vertrieb und Management von Fondsprodukten. Für Privatanleger bietet IVG geschlossene Immobilienfonds und für institutionelle Investoren Immobilienspezialfonds.

Vorstand[Bearbeiten]

Der Vorstand der Gesellschaft besteht derzeit aus vier Personen.

  • Wolfgang Schäfers (Sprecher, bis 17. März 2014)
  • Hans Joachim Ziems
  • Guido Piñol
  • Hans Volkert Volckens (CFO)

Börse[Bearbeiten]

Die Hauptanteilseigner sind:

  • 2,28 % Mann Immobilien-Verwaltung AG (Johannes Mann, bis 2008 u.a. kontrolliert auch durch Hugo Mann)
  • 4,19 % Santo Holding AG
  • 4,64 % Universal-Investment Gesellschaft mbH (gehört zu je 50 % zur Berenberg Bank und zum Bankhaus Lampe)
  • 1,32 % Kempen Capital Management N.V.
  • 3,00 % Hermitage One Limited

Die restlichen 84,57 % der Aktien befinden sich im Streubesitz (Stand: November 2013).

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d IVG Immobilien AG: Geschäftsbericht 2012. Abgerufen am 27. März 2013 (PDF; 4,3 MB).
  2. IVG Immobilien übernimmt 50,1 % an OIK, 22. April 2004
  3. Helmut Bünder: Einsturzgefahr auf der Dauerbaustelle faz.net, 19. Juli 2013
  4. Immobilienkonzern IVG beantragt Schutz vor Gläubigern