Ignaz Maybaum

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Ignaz Maybaum (* 2. März 1897 in Wien; † 1976 in London) war ein deutsch-britischer Rabbiner.

Leben[Bearbeiten]

Ignaz Maybaum wurde 1897 in Wien geboren und studierte in Berlin an der Hochschule für die Wissenschaft des Judentums, wo er 1926 zum Rabbiner ordiniert wurde. Er war Rabbiner in Bingen, Frankfurt (Oder) und Berlin und war Schüler von Franz Rosenzweig.

1935 wurde er von der Gestapo verhaftet und musste sechs Wochen im Gefängnis verbringen, bevor er freigelassen wurde. 1939 verließ er Deutschland mit einem Kindertransport und ging nach England.

Seine Mutter und Schwester wurden im Holocaust ermordet.

1949 wurde er Rabbiner der Edgware and District Reform Synagogue.

Von 1956 bis zum Beginn seines Ruhestands 1963 hielt er Vorlesungen in Homiletik und jüdischer Religion am Leo Baeck College.

Er war im interreligiösen Dialog aktiv, zu seinen Studenten gehörte auch Nicholas de Lange.

Obwohl Maybaum viele verschiedene Betrachtungen zum Holocaust verfasste, ist er doch vor allem durch seine Behauptung bekannt geworden, der Holocaust habe sich nur ereignet, da die Juden für die Sünden des Rests der Welt von Gott bestraft worden seien. Er brachte die Juden gesamthaft in Verbindung zur Figur des „leidenden Dieners“ im Buch Jesaja, Kapitel 52 und 53.[1] Diese Einstellung wurde kontrovers diskutiert.

Am 21. März 2011 wurde in Frankfurt (Oder) ein Stolperstein für den Rabbiner Ignaz Maybaum verlegt.

Werke[Bearbeiten]

  • Creation and guilt. Vallentine, Mitchell, London 1969.
  • The Face of God after Auschwitz. Polak & van Gennep, Amsterdam 1965.
  • The Jewish mission. Clarke, London 1949.
  • The Jewish Home, zus. mit L. V. Snowman. Clarke, London 1945.
  • Synagogue and Society. Clarke, London 1944.
  • Man and catastrophe. Allenson, London 1941.
  • Neue Jugend und alter Glaube. Philo-Verl., Berlin 1936.
  • Parteibefreites Judentum. Philo Verlag, Berlin 1935.
  • Die beiden Formen des sittlichen Handelns und ihr Verhältnis zur Religion im System Schleiermachers

Literatur[Bearbeiten]

  • Lexikon des Judentums, Bertelsmann-Lexikon-Verlag, Gütersloh 1971, ISBN 3-570-05964-2, Sp. 475
  • Rabbiner Ignaz Maybaum - Leben und Lehre: Die Grundlagen jüdischer Diasporaexistenz, Autor Friedrich Lotter,Verlag Frank & Timme; Auflage: 1 (Januar 2010), ISBN 3865962769

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Vgl. dazu: Michael Brocke, Herbert Jochum (Hrsg.): Wolkensäule und Feuerschein. Jüdische Theologie nach dem Holocaust, München: Chr. Kaiser 1993, S. 14-16 (Auszug online auf pkgodzik.de; PDF; 77 kB)