Imhoff-Schokoladenmuseum

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Insellage

Das Schokoladenmuseum in Köln ist das erste Museum, das die Kette der Schokoladenherstellung von der Kakaobohne bis zum Konsum beim Verbraucher in anschaulicher Weise mit historischen Exponaten präsentiert.[1]

Geschichte[Bearbeiten]

Gründer des Museums war der Kölner Schokoladenfabrikant Hans Imhoff. Die ihm mehrheitlich seit Januar 1972 gehörende Stollwerck AG[2] war eine der führenden, historisch wichtigen Schokoladenhersteller weltweit. Sie besaß einen umfangreichen Fundus an Exponaten, die beim Umzug im Dezember 1975 in den neuen Standort Köln-Westhoven dem Firmeninhaber auffielen. Er kam auf die Idee, ein Schokoladenmuseum zu errichten, wo diese Exponate besser aufgehoben waren. Beim Umzug der Firma Stollwerck nach Köln-Westhoven sorgte er zudem dafür, dass ein umfassender Bestand an Geschäftsschriftgut und Fotos, der die Geschichte des Unternehmens und der Unternehmerfamilie Stollwerck dokumentiert, sowie zahlreiche Exponate erhalten blieben.

Mit seiner Idee des Museums stieß er zunächst auf Skepsis. Er ließ sich aber auf ein Experiment ein, in dem er zum 150. Geschäftsjubiläum der Firma Stollwerck vom 8. Juli bis 20. August 1989 eine Ausstellung im Kölner Gürzenich ausrichtete und einen bereits legendären Schokoladenbrunnen präsentierte. Zu der Ausstellung kamen dann innerhalb von sechs Wochen mehr als fünf Mal so viele Besucher als er zur Bedingung gemacht hatte.[3] Geplant wurde das Museum unabhängig von den Produktionsstätten als erstes Gebäude im neuen Stadtquartier Rheinauhafen durch den Architekten Fritz Eller. Dabei wurde das ehemalige Zollgebäude und die Drehbrücke mit Malakoffturm einbezogen.

Das damals und auch heute noch in seiner Art einzige Museum wurde am 31. Oktober 1993 als Imhoff-Stollwerck Schokoladenmuseum von dem damaligen Stollwerck-Firmenchef Hans Imhoff eröffnet. Die Baukosten betrugen 53 Millionen Mark.[4]

Attraktionen[Bearbeiten]

In der Ausstellung wird die gesamte Geschichte der Schokolade, von ihren Anfängen bei den Olmeken, Maya und Azteken bis zu den heutigen schokoladehaltigen Produkten und ihren Herstellungsmethoden gezeigt. Auf der 4.000 qm umfassenden Ausstellungsfläche ist eine Miniaturproduktionsanlage installiert,[5] die dem Besucher die Funktionsweise der industriellen Schokoladenherstellung demonstriert.

Schokoladenbrunnen

Ein kleines (100 Quadratmeter) begehbares Tropenhaus – ein Glaskubus mit einer Kantenlänge von 10 Metern – zeigt Kakaobäume der Arten Theobroma cacao und Theobroma grandiflorum. Einige Produktionsanlagen wurden miniaturisiert nachgebaut, denen man beim Herstellungsprozess kleiner Schokoladentafeln, die am Eingang an die Besucher verteilt werden, zuschauen kann. Eine besondere Attraktion ist der drei Meter hohe Schokoladenbrunnen, an dem von einer Mitarbeiterin des Museums Waffeln in die flüssige Schokolade getaucht und an die Besucher verteilt werden. Im Eingangsbereich des Museums befindet sich ein Shop mit Schokolade und Pralinen aller Art mit dem Schwerpunkt auf Lindt-&-Sprüngli-Produkten.

Kostbare Sammlungstücke sind Porzellane und Silber-Schalen des 18. und 19. Jahrhunderts und Stücke aus dem vorkolumbischen Mesoamerika zum Trinken von Schokolade. Des Weiteren sind historische Maschinen und Hohlformen zum Guss von Schokoladenfiguren ausgestellt. Ferner wird eine Sammlung historischer Schokoladen-Verkaufsautomaten gezeigt.

Lage und Bedeutung[Bearbeiten]

Das Museum befindet sich in der Kölner Innenstadt auf der Rheinauhalbinsel im Rheinauhafen. Es zählt mit jährlich 4.000 Führungen und 650.000 Besuchern zu den 10 beliebtesten deutschen Museen. Der Betrieb des Museums benötigt keine Zuschüsse, wozu auch eine eigene Marketingabteilung beiträgt. Es wird als Veranstaltungsort durch die Schokoladenmuseum Gastronomie GmbH genutzt. Seit Gründung im Oktober 1993 kamen bis Oktober 2013 über 11 Millionen Besucher, das sind durchschnittlich etwa 650.000 pro Jahr. In der Nähe wurde das Deutsche Sport & Olympia Museum eingerichtet.

Betreiber[Bearbeiten]

Das Museum wird von der Schokoladenmuseum Köln GmbH betrieben. Neuer Partner im Bereich der Produktionsausstellung ist seit März 2006 der Schweizer Schokoladenhersteller Lindt & Sprüngli. Zuvor wurde diese Partnerschaft vom Kölner Schokoladenhersteller Stollwerck getragen, was sich auch im alten Namen des Museums (Imhoff-Stollwerck-Museum) zeigte.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Imhoff-Schokoladenmuseum – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Pressemappe des Museums (Zugriff Nov.13; PDF; 107 kB)
  2. Zeit online vom 11. Februar 1972, Hat Imhoff Hintermänner?
  3. 20 Jahre Schokoladenmuseum bei meine südstadt.de(Zugriff 7. November 2013)
  4. Urlaubsziele.com: Schokoladenmuseum in Köln
  5. Hans H. Hinterhuber, Industrie-Erlebnis-Welten: Vom Standort zur Destination, 2001, S. 94

50.9322027777786.9642722222222Koordinaten: 50° 55′ 56″ N, 6° 57′ 51″ O