Immortality Drive

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Das Immortality Drive (deutsch Unsterblichkeits-Speicherchip) ist ein Computer-Speicher, auf dem unter anderem die digitalen Kopien eines Kinderbuches und der Genetischen Fingerabdrücke einiger Prominenter [1] hinterlegt wurde. Der britische Computerspielpionier Richard Garriott brachte bei seinem Flug als Weltraumtourist das Immortality Drive zur Internationalen Raumstation, wo es seitdem verblieb.

Vorgeschichte[Bearbeiten]

Der als exzentrisch geltende Softwareentwickler wollte es seinem Vater, dem Astronauten Owen Garriott gleichtun und Astronaut werden, wurde jedoch wegen eines Augenfehlers nicht zugelassen. Durch sein Software-Unternehmen zu Vermögen erlangt, nahm er im Oktober 2008 als Weltraumtourist an einer Reise zur Internationalen Raumstation teil. Auf seiner Fahrt in den Weltraum nahm er auch das Immortality Drive mit, auf dem ein Kinderbuch und die digitale Datensätze mit den DNS-Proben mehrerer Personen gespeichert sind. Durch einen Wettbewerb unter den Spielern eines von Garriott vermarkteten Spiels konnten Teilnehmer weiteren Inhalt des Speicherchips bestimmen. So wurde etwa Star Wars beispielsweise zum besten Film gekürt und die Beatles zur legendärsten Band.[2]

Namensgebung[Bearbeiten]

Die Wortschöpfung Immortality Drive ist im Englischen mehrdeutig. Der Name kann hier nicht nur vordergründig als Beschreibung von vorgeblicher Funktion und Zweck rezipiert werden, sondern ist als Titel wesentlicher Bestandteil des Werkes und bedeutet etwa Unsterblichkeits-Speicherchip.

Inhalt[Bearbeiten]

Zu den Inhalten des Speicherchips zählt das Kinderbuch Der geheime Schlüssel zum Universum des britischen Physikers Stephen Hawking, außerdem digitale Datensätze mit DNS-Proben folgender Personen:

Außerdem wurden persönliche Nachrichten und Textbeiträge zu den größten Leistungen der Menschheit erwähnt. Ausgewählt wurden die Beiträge von Spielern von Tabula Rasa. Vor dem Flug gestaltete der damals mit Garriott vertraglich verbundene Spielehersteller NCsoft einen Wettbewerb unter den Spielern. Die Gewinner konnten anschließend ebenfalls ihre genetischen Fingerabdrücke auf dem Speicher ablegen lassen.[6][7]

Rezeption[Bearbeiten]

Das Immortality Drive wurde in der vom History Channel produzierten Dokumentarserie Life After People dargestellt.[8]

Viele Rezeptionen betonen den scherzhaften Charakter des Werkes[9]. Zu den vermuteten praktischen „Anwendungsmöglichkeiten“ der digitalen Kopien wird die einer Zeitkapsel gezählt, aber auch über die Verwendung zur Wiedererschaffung der Menschheit mittels der hinterlegten DNA nach einer Katastrophe wurde spekuliert. So setzt man das Werk in Bezug zur Kryonik.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. dna fingerprints in orbit,MSNBC, abgerufen August 2011
  2. Lord British im Weltraum, Golem.de Beschreibung der Weltraummission Garriots (dt.), abgerufen August 2011
  3. Stephen Hawking Sending DNA Into Space To Promote The Archon X PRIZE For Genomics , Medical News Today, abgerufen August 2011
  4. Immortality Drive: Stephen Colbert to have his DNA sent to space, Welt Online (englisch), abgerufen August 2011
  5. Matt Morgan to have his DNA sent to space, NCsoft, abgerufen August 2011
  6. Go Into Space And Become Immortal With Richard Garriott, The Escapist, abgerufen August 2011
  7. Richard Garriott reist mit Avataren ins All, Immortality Drive: Deutsche Spieler ausgeschloßen, abgerufen August 2011
  8. Tv-Spielfilm, Beschreibung der Doku-Folge, abgerufen August 2011
  9. Immortality Drive, Gender and Technology (2009, englisch), abgerufen August 2011