Spieleentwickler

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Spieleentwickler sind Personen oder Unternehmen, die sich mit der Entwicklung von Computerspielen beschäftigen (im Gegensatz zu Spieleautoren, die bspw. Gesellschaftsspiele entwerfen). Unternehmen, die Computerspiele entwickeln, werden auch Entwicklerstudio genannt.

Spieleentwickler (Personen)

Arbeitsfelder

Nicht umsonst wird in der Computerspiele-Fachpresse heute oft der Begriff der Spieleindustrie verwendet. Tatsächlich ist der Tätigkeitsbereich der professionellen Spieleentwicklung mittlerweile geprägt von vielen Merkmalen der Industrialisierung, wie der Produktherstellung für den Massenmarkt, einer starken Prozessorientierung und einem hohen Spezialisierungsgrad der beteiligten Personen und Arbeitseinheiten. Nur in Nischenbereichen und in technischen Innovationsbereichen ist es heute noch üblich, dass Einzelpersonen den Gesamtprozess der Spieleentwicklung überhaupt abdecken können.

Man unterscheidet heute typischerweise folgende Aufgabenbereiche, abhängig von der Größe des Entwicklerstudios können einzelne Personen auch zwei oder mehrere dieser Aufgabenbereiche gleichzeitig abdecken. So werden der Posten des Produzenten und Game Designers oftmals von einer Person übernommen, die die Entwicklung des Spieles überwacht und koordiniert.

Produzenten

Produzenten kümmern sich um die finanziellen Belange und überwachen oft mehrere Projekte. Meist sind sie wie in der Filmbranche oder in der Musikbranche Stellvertreter eines Finanziers und nehmen bei kritischen wettbewerbsrelevanten Entscheidungen sogar direkten Einfluss auf das Spieldesign. Sie kontrollieren auch das Einhalten von Vertragsvereinbarungen (z. B. durch Bestimmung von Meilensteinen) und organisieren die Spieleveröffentlichung über den Publisher. Produzenten verantworten die Einhaltung des vereinbarten Release-Termins. Daher werden sie von Spielern oft als Schuldige gesehen, wenn Spiele eigentlich unfertig in den Laden gelangen. Zu den bekannten Beispielen für solche Spiele zählen Giants: Citizen Kabuto, Black & White oder Gothic 3.

Game Designer

Game Designer legen Spielinhalt, Spielprinzip und Spielgefühl fest. Ihnen kommt in den Medien üblicherweise auch die größte Aufmerksamkeit zu. International bekannte Game Designer sind beispielsweise Shigeru Miyamoto, Todd Howard, Hideo Kojima, Peter Molyneux, Sid Meier, Tetsuya Nomura und Roberta Williams. Bekannte Game Designer aus Deutschland sind z.B. Cevat Yerli, Gerald Köhler und Daniel Dumont.

Programmierer

Programmierer implementieren das Computerspiel unter Einsatz von eigens entwickelten oder eingekauften Spiel-Engines. Dabei kommt bei Computerspielen meist C++ als Programmiersprache zum Einsatz. Zunehmend werden in Projekten auf höherer Ebene auch einfachere Skriptsprachen (z. B. Lua und Python) verwendet. Dies hat den Vorteil, dass man die Spielmechanik ohne Neustart des Programms modifizieren kann. So muss man nicht den komplexen Aufbau des kompletten Spiels verstehen, wodurch Leveldesigner oder Spieledesigner direkten Einfluss auf die Spielmechanik haben können. Eine weitere Hauptaufgabe der Programmierer ist die Entwicklung von Tools, Plug-ins und sonstigen Programmen, die für die Entwicklung oder den Betrieb des Spiels benötigt werden. Beispiele hierfür sind z.B. Level-/Mapeditoren, Exporter für Animationssoftware, Rätseleditoren usw.

Eine Untergruppe der Spieleprogrammierer sind die Grafikprogrammierer, welche die Grafik-Engine entwickeln, oder im Falle der Lizenznutzung an die Begebenheiten des eigenen Projektes anpassen. Grafikprogrammierung basiert (insbesondere im Bereich der 3D-Grafik) auf stark spezialisierten mathematischen Modellen und Algorithmen und benötigt deshalb spezifisches Fachwissen seitens der Programmierer. Bekannte Programmierer sind beispielsweise John Carmack, Tim Sweeney und Manfred Trenz.

Grafiker

Grafiker, auch als Artists bezeichnet, kümmern sich um die grafischen Inhalte, die von der Engine präsentiert werden sollen. Bei 3D-Spielen machen die Modeller einen großen Teil der grafischen Gestaltung bei einer Spieleentwicklung aus. Sie erschaffen mittels Modellierungsprogrammen dreidimensionale Objekte, die im Spiel durch Animation die Rollen der Spielfiguren oder die Aufgaben sonstiger Objekte einnehmen. Außerdem modellieren die Modeller alle Einzelobjekte wie z. B. die Waffen oder andere Ausrüstungsgegenstände. Modeller spezialisieren sich dabei auf bestimmte Aspekte ihres Aufgabenbereichs, wie z. B. der Modellierung von Menschen oder Tieren, der Animation oder der Modellierung von statischen, nicht lebendigen Objekten. Grafiker haben einen großen Einfluss auf die grafische Qualität und die Atmosphäre eines Spiels, allerdings eher einen geringen Einfluss auf die Spielmechanik. Dave Gibbons malte die Hintergründe des Adventure-Klassikers Beneath a Steel Sky.

Leveldesigner

Leveldesigner erstellen die so genannten Level, also die Umgebungen und Architekturen der Spielwelt. Ihre Arbeit beschränkt sich nicht allein auf die geometrische Gestaltung, sondern auch auf die Beleuchtung und Klangkulisse der virtuellen Umwelt. Sie sind daher am ehesten mit Architekten und Bühnenbildnern zu vergleichen. Bei ihrer Arbeit setzen sie Leveleditoren ein. Leveldesigner gestalten durch ihre Arbeit unmittelbar die Spielmechanik mit. Nicht selten umfassen die Level nicht nur Landschaften oder Architekturen, sondern auch vordefinierte Ereignisse oder Verhaltensweisen der Gegner (sogenannte Skriptsequenzen). Zur Definition dieser Daten werden einfache Skriptsprachen eingesetzt (siehe oben). Ein bekannter Leveldesigner ist Richard „Levelord“ Gray.

Komponisten

Komponisten schreiben die Musikstücke. Diese erstellen die Musikstücke meist so, dass die Musik zur Stimmung der Spielsituation passt.

Der Computerspiel-Musiker Chris Hülsbeck erreichte mit seiner Arbeit schon in den frühen 1990er Jahren Kultstatus. In Japan sind Computerspiel-Komponisten wie Nobuo Uematsu und Koji Kondo sehr populär und hoch angesehen. In Europa und den USA ist Michael Land für die Titelmusik von Monkey Island bekannt. Heute gibt es auch anerkannte Filmkomponisten wie Harry Gregson-Williams, John Williams und Hans Zimmer, die Computerspiele vertonen.

Durch den Fortschritt in der Technik von Computern und Spielkonsolen, wurden die Möglichkeiten bei der Komposition von Computerspiel-Musikstücken immer vielfältiger. Die Spielemusik entwickelte sich von digital synthetisierter, hin zu von echten Musikern eingespielter Musik. Dies prägte auch die Arbeit und das Arbeitsumfeld der Komponisten, die anfänglich mit den sehr spärlichen technischen Möglichkeiten umgehen mussten und dann immer aufwändigere Musikstücke komponierten konnten, die auch teilweise mit ganzen Orchestern eingespielt wurden.

Siehe auch: Computerspielmusik

Sounddesigner

Sounddesigner gestalten die Klangkulisse und alle Geräusche von Charakteren, Waffen oder Fahrzeugen. Dazu bedienen sie sich realer Vorbilder (z. B. bei realistischen Kriegsshootern und Autorennspielen) oder designen die Geräusche selbstständig (z. B. das Starten eines Raumschiffes, die Lautäußerungen eines Monsters oder das Öffnen einer magischen Truhe).

Autoren

Autoren haben, abhängig vom Genre, erst in den letzten Jahren zunehmende Bedeutung erlangt. Erst jetzt werden Hintergrundgeschichten und realistische Charakterdarstellungen als immer wichtiger wahrgenommen. Dementsprechend kommen vermehrt professionelle Schriftsteller, Storyschreiber und Dialogschreiber zum Einsatz. Ein bekannter Schriftsteller, der für mehrere sehr erfolgreiche Spieleserien den Hintergrund lieferte, ist Tom Clancy. U.a. wurde auch Marc Laidlaw, der Schriftsteller, der für Half-Life und Half-Life 2 die Hintergrundgeschichte lieferte, erst durch diese Spiele als Autor bekannt. Vor allem Online-Spiele (z. B. MMORPGs) setzen vermehrt auf eigene Autorenteams, welche die Aufgaben und Dialoge für die Spiele schreiben. Durch die große Anzahl von Spielern in einer Welt wird es immer wichtiger, dass Spielgeschichten absolut lückenlos sind, damit sich im Laufe des Spiels die Spiellogik (im Sinne des Spielhintergrundes und der Handlungsstränge) nicht verschiebt.

Betatester

Betatester testen Computerspiele. Schon kleine Ungereimtheiten können die Spielbalance von Computerspielen verändern, daher ist es wichtig, dass Spiele getestet werden. Dies geschieht in einem für andere Softwaretypen nicht nötigen Umfang. Hinzu kommt, dass Computerspiele in kürzester Zeit von einer immensen Anzahl von Spielern genutzt werden und daher eine möglichst fehlerarme Verkaufsversion angestrebt wird. Auf Grund der hohen Beliebtheit von Computerspielen, werden Stellen als Betatester für Projekte heute oftmals verlost. Dadurch erhalten Spieler des Genres oder ggfs. der Spielereihe (bei Fortsetzungen) die Möglichkeit das neue Spiel zu kritisieren. Spieler-Betatester sehen diese Arbeit jedoch nicht als Arbeit, sondern als Freizeitspaß an. Die Kritiken der Spieler wiederum sind für die Entwickler wichtige Informationen.

Bekannte Spieleentwickler

Bekannte Personen, die sich der Spieleentwicklung widmen oder gewidmet haben, sind z. B. Shigeru Miyamoto, Al Lowe, Manfred Trenz, Hideo Kojima, John Carmack, John Romero, Todd Howard, Peter Molyneux, Sid Meier, Will Wright, Gabe Newell und Ron Gilbert (siehe auch Kategorie: Spieleentwickler). Bekannte Firmen sind z. B. id Software, Blizzard Entertainment, Sierra, Valve, Electronic Arts (EA), Crytek, Activision, Microsoft Studios, Mojang, Ubisoft oder Nintendo.

In Deutschland gibt es nur wenige Entwicklungsstudios von internationaler Bedeutung wie Crytek, Phenomic oder Piranha Bytes. Neben den professionellen Spieleentwicklern existiert aber auch eine stetig wachsende Szene von Hobbyentwicklern, welche ihre Spiele - genannt Indie-Games bzw. Dōjin Game - häufig kostenlos anbieten. Herausragende Spieleentwickler werden in der AIAS Hall of Fame gewürdigt. Deutsche Spieleentwicklungs-Unternehmen sind seit 2004 im Verband G.A.M.E. organisiert.

Qualifikation und Ausbildung

In der Spieleindustrie sind seit den 80er und 90er Jahren die Teamgrößen kontinuierlich gestiegen. Der typische „Bildungsweg“ zum Einstieg in die Spieleindustrie hat in Deutschland in dieser Zeit, mangels spezieller Ausbildungs- und Studienwege, fast immer über eine langjährige hobbymäßige Auseinandersetzung mit dem Thema und eine darauf folgende direkte Bewerbung bei einem bereits etablierten Spielehersteller geführt.

Seit den 90er Jahren ist neben diesem grundsätzlichen Interesse und der Bereitschaft zu autodidaktischen Lernen eine deutliche Zunahme der Fachkräfte- und Akademikerquote (insbesondere bei Informatikern und Grafikdesignern) zu verzeichnen, was einerseits auf das stark gestiegene Angebot an Ausbildungs- und Studiengängen in diesen Bereichen, aber auch auf den wachsenden internationalen Konkurrenzdruck zurückzuführen ist, der den Einsatz hochqualifizierter Mitarbeiter unausweichlich macht.

Seit der Jahrtausendwende gibt es, im Zuge einer weiteren Spezialisierung, in Deutschland auch einen offiziellen Ausbildungsberuf nach Richtlinien der Industrie- und Handelskammer zum Game Designer sowie ein zunehmendes Angebot an Studiengängen, die sich speziell an den Anforderungen der Spieleindustrie ausrichten.

Im Jahr 2000 wurde in Deutschland mit der Games Academy die erste europäische Spezialschule für die Spieleindustrie gegründet. Zeitgleich startete das Bildungsinstitut „L-4“ ebenfalls in Berlin die Ausbildung von 3D-Game-Designern.

Seit 2005 bietet das Qantm Institute - Tochter des SAE INSTITUTES - sein „Diploma of interactive Entertainment“ mit den Fachrichtungen „Game Art & 3D Animation" sowie "Game Programming“. Inzwischen bietet das QANTM Institute auch die über die renommierte Middlesex University of London akkreditierten Abschlüsse zum Bachelor of Arts (BA Interactive Animation) und Bachelor of Science (BSc Games Programming) an. Dadurch kann man am QANTM Institute in 24 Monaten einen international anerkannten Abschluss erhalten.

Die SRH Fachschulen GmbH in Heidelberg bietet seit dem Jahr 2006 die 2-jährige Ausbildung zum "Staatlich anerkannten Informatiker für Game- und Multimedia-Entwicklung“ an. In der Ausbildung werden die drei Schwerpunkte Konzeption, Design und Entwicklung praxis- und projektorientiert unterrichtet.

Seit Anfang 2006 gibt es mit Axel Hoppe den ersten Professor für Game Design an einer Deutschen Hochschule (Mediadesign Hochschule).

Die private SRH Hochschule Heidelberg (nicht zu verwechseln mit der SRH Fachschulen GmbH) bietet seit Oktober 2007 im Fachbereich Informatik den Studiengang „Game Development“ an. Der staatlich anerkannte und akkreditierte dreijährige Intensivstudiengang schließt mit einem „Bachelor of Science“ mit 210 europaweit anerkannten Credit Points ab. Pro Jahr werden von der SRH Hochschule Heidelberg und dem Computerspieleunternehmen GameForge AG jeweils drei Hochbegabtenstipendien für diesen Studiengang angeboten.

Seit Oktober 2008 bietet die Fachhochschule Trier einen Informatik- und einen Gestaltungsstudiengang für Spieleentwicklung an.

Seit Oktober 2008 wird am b.i.b. International College die Ausbildung zum Medieninformatiker/in Game Development angeboten. Die Ausbildung vermittelt neben grundlegenden Kenntnissen in Informatik und auch die für die Grafik- und Spieleprogrammierung erforderlichen Kompetenzen. Auch dem stetig wachsenden mobilen und online-Spielebereich wird die Ausbildung gerecht. Im Oktober 2011 startet mit dem Mediendesigner Game & Animation erstmals eine Ausbildung, in der nicht die Programmierung von Spielen im Mittelpunkt steht, sondern neben Grafik-Animationen im 2D- und 3D-Bereich auch das Gamedesign. Im Anschluss an die 2-jährigen Ausbildungen kann optional ein einjähriges Studium zum Bachelor angehängt werden. Ebenfalls im Oktober 2011 beginnt der neue Studiengang Informatik: Games Engineering an der Technischen Universität München, der neben einem fast vollwertigen Informatikstudium wichtige Bereiche der Spieleentwicklung, wie das Game Engine Design oder die Künstliche Intelligenz, abdeckt. Dieses Studium kann auch an der Hochschule in Kempten besucht werden.

Spieleentwickler (Unternehmen/Entwicklerstudios)

Entwicklerstudios sind Unternehmen die Computer- bzw. Videospiele entwickeln. Ein Entwicklerstudio ist meist der Arbeitsplatz eines Spieleentwicklers (Person). Um Spiele erfolgreich entwickeln zu können, bedarf es nämlich meist mindestens einen, eher mehrere Entwickler jedes der oben genannten Arbeitsfelder. So arbeiten an komplexen Spielen nicht selten ca. 50-100 Entwickler, das Orchester allerdings noch nicht mit eingerechnet.

Man unterscheidet die Entwicklerstudios meist daran für wen sie die Spiele entwickeln. So gibt es Studios die von einem Spielkonsolenhersteller gegründet wurden oder dazugekauft wurden und deshalb nur für einen bestimmten Hersteller entwickeln oder Studios die zwar unabhängig sind aber dennoch nur für einen Hersteller entwickeln oder Studios die unabhängig sind und sich bei der Entwicklung und dem Vertrieb keiner bestimmten Spielkonsole verschrieben haben. Doch auch jene können für eine andere Firma entwickeln, die allerdings keine eigenen Spielkonsolen herstellt, sondern die Spiele nur verkauft.

Während diese Aufteilung bei der Entwicklung von Videospielen für Spielkonsolen üblich ist, gibt es im Bereich der Computerspiele diese Aufteilung nicht. Der Computer stellt ein freies System dar, für das jeder ohne Einschränkungen Spiele entwickeln und vertreiben darf.

First-Party

First-Party Entwickler (deutsch etwa: Hauptentwickler oder Erster Entwickler) sind Entwicklerstudios, die einem Konsolenhersteller gehören und exklusiv für diese entwickeln. Dazu zählen auch interne Studios, die von einem Konsolenhersteller direkt gegründet wurden. Beispiel hierfür ist Nintendo Entertainment Analysis & Development, das von dem Unternehmen Nintendo Co. Ltd. gegründet wurde und als eigenes Unternehmen existiert und daher ausschließlich Nintendo gehört und exklusiv für sie entwickelt. Das Studio muss dabei nicht den Namen der Firma tragen (wie hier von Nintendo), sondern kann einen anderen, unhabängigen Namen tragen (z.B. Naughty Dog, Sony). Dies ist im Normalfall bei extern gegründeten Studios der Fall, die erst nachträglich aufgekauft wurden. Die Spiele werden meist unter dem Namen des Mutterkonzerns veröffentlicht.

Second-Party

Der Begriff Second-Party Entwickler ist ein nicht existierender Begriff, der fälschlicherweise für Entwicklerstudios, die zwar nicht einem Spielkonsolenhersteller gehören, aber dennoch exklusiv für diese Spiele entwickelt, benutzt wird. Es handelt sich daher um Third-Party Entwickler, die nur für eine Plattform entwickeln. Meist sind ein Vertrag, der die Exklusivrechte absichert, oder enge geschäftliche Beziehungen der Grund dafür. Der Begriff stammt vor allem aus dem Nintendo-Bereich und wird selten auf Fanseiten benutzt.

Beispiele für diese Art der Entwickler sind zum Beispiel Insomniac Games, die nur für Sonys PlayStation-Konsolen entwickelt haben. Auch Game Freak, die die sehr erfolgreiche Spieleserie Pokémon auf Nintendos Systemen entwickelt haben, sind „nur” exklusiv entwickelnde Third-Party-Entwickler. Da diese Art für den Entwickler finanziell sehr riskant ist, gibt es von diesen Entwicklern am wenigsten. Gründe für die finanziellen Risiken sind die begrenzte Spielergemeinde an die das Spiel verkauft werden kann, da ja nur für eine Spielkonsole entwickelt wird. Im Falle eines Misserfolges, also zu wenig verkauften Spielen, ist das Entwicklerstudio außerdem nicht durch einen großen Mutterkonzern finanziell abgesichert und ist daher mehr auf den Erfolg eines jeden einzelnen Spieles angewiesen.

Third-Party

Als Third-Party Entwickler (in deutschsprachigen Ländern meist als Drittanbieter oder Dritthersteller bezeichnet) wird jedes Studio bezeichnet, das Spiele entwickelt und herstellt, sofern es kein First-Party oder Second-Party Entwickler ist. Hardware-Hersteller die Zusatzhardware für Konsolen herstellen werden allerdings ebenfalls als Third-Party bezeichnet. Nicht selten gibt es Zusammenschlüsse von mehreren Third-Party Entwicklern oder größere Studios kaufen kleinere, die dann gemeinsam ein großes Unternehmen bilden. Diese können einen höheren Spieleentwicklungsrate haben, mit höheren Umsätzen, als die Konsolenhersteller selbst. Beispiel hierfür ist die Firma Electronic Arts.

Überblick aktuelle Situation

Hinweise: Die Liste erhebt (momentan) keinen Anspruch auf Vollständigkeit, versucht diesem aber so weit wie möglich nahe zu kommen. Die Angaben der Liste bilden eine Zusammenfassung anderer Wikipedia-Artikel und wurden daher auch nicht nochmals extra mit Quellen belegt.

Die einzelnen Abteilungen innerhalb von Nintendo EAD besitzen alle eigene Zuständigkeitsbereiche für festgelegte Spieleserien, für die sie verantwortlich sind und eigenmächtig entwickeln und werden daher als eigene Studios gewertet.

Sony Computer Entertainment hat viele ehemals unabhängige Studio wie z.B. Millennium Interactive nicht nur aufgekauft, sondern auch in die eigene Entwickler-Struktur integriert und diese umbenannt und werden daher als interne Studios aufgelistet.

Konsolenhersteller First-Party intern First-Party extern exklusive Third-Party
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Japan
  • Nintendo Entertainment Analysis & Development
    • EAD Software-Entwicklung 1
    • EAD Software-Entwicklung 2
    • EAD Software-Entwicklung 3
    • EAD Software-Entwicklung 4
    • EAD Software-Entwicklung 5
    • EAD Tokio Entwicklung 1
    • EAD Tokio Entwicklung 2
  • Nintendo Integrated Research & Development
  • Nintendo Network Service Development
  • Nintendo Research Engineering & Development
  • Nintendo Software Design & Development
  • Nintendo Software Planning & Development
  • Nintendo Technology Development

USA

Japan

USA

Japan

USA

  • Monster Games
  • n-Space

Kanada

  • Next Level Games
Microsoft logo and wordmark.svg

USA

  • Microsoft Studios
  • Xbox Live Productions
  • Microsoft Studios - Core Games Publishing Team
  • Microsoft Studios - LEAP
  • Microsoft Studios - Sports Entertainment Group
  • Microsoft Game Studios Family
  • MGS Mobile Gaming
  • 343 Industries

Kanada

  • MGS Vancouver
  • MGS Victoria

International

  • Microsoft Flight Development Team

USA

  • Good Science Studio
  • Kids and Lifestyle Entertainment
  • Platform Next Studios
  • Turn 10
  • Twisted Pixel Games

Europa

Kanada

  • BigPark
Sony logo.svg

Sony Computer Entertainment, Inc. (SCEI)

  • Sony Computer Entertainment Japan (SCEJ)
  • Team Ico (SCEI - Studio 1)
  • Shift (SCEI - Studio 2)
  • Alvion (SCEI - Studio 3)
  • Deep Space (SCEI - Studio 4)
  • Sugar & Rockets (SCEI - Studio 5)

Sony Computer Entertainment America (SCEA)

  • SCE Studios Santa Monica
  • Sony Studio Foster City
  • SCEA Sports Studio - Solworks
  • SCEA Sports Studio - Red Zone
  • SCEA Sports Studio - Page 44
  • Sony Online Entertainment
  • Sony Bend

Sony Computer Entertainment Europe (SCEE)

  • SCE Studio Cambridge — (früher Millennium Interactive)
  • SCE Studio London

Japan gehören zu SCEI

USA gehören zu SCEA

Europa gehören zu SCEE

Japan

  • Gaia
  • Media Vision
  • NanaOn-Sha

USA

  • Ready at Dawn

Europa

  • Magenta

Besondere Arten von Entwicklerstudios

Indie-Game-Entwickler

Independent Game Entwickler sind Spieleentwickler, die typischerweise kleinere Computerspiele entwickeln, sogenannte Indie-Games, da sie im Normalfall ohne finanzielle Unterstützung und Abhängigkeit von anderen Firmen/Publishern arbeiten. Meist stecken nur einzelne Personen oder kleinere Interessensverbände hinter den Spielen, manchmal über das Crowdfunding (z.B. über die Kickstarter-Plattform) auch größere Spieleenthusiastengruppen. Die Indie-Spiele setzen meist auf innovative aber vermarktungstechnisch riskante Spielkonzepte, ein Ansatz der bei größeren, Publisher-finanzierten Spielen eher vermieden wird. Indie-Entwickler können also auch als Reaktion auf den durch Publisher für bessere Vermarktbarkeit an möglichst breite Kundenschichten erzwungen Trend Richtung Casual-Games und "Streamlining" von Spielen gesehen werden. Um den Selbstkostenpreis und damit das finanzielle Risiko für die kleinen Entwickler so niedrig wie möglich zu halten, setzen die Entwickler daher meist auf den digitalen Vertrieb, den Verkauf über Online-Plattformen im Internet durch Downloads (Digitale Distribution) bei dem die physikalischen Distributionskosten entfallen.[1] Die Anzahl der Indie-Entwickler ist gemeinsam mit den Indie-Games erst Ende des ersten Jahrzehnts des 21. Jahrhunderts stark angestiegen durch die immer vielfältigeren Möglichkeiten des digitalen Vertriebs, wie z.B. durch Steam oder das Humble Indie Bundle.[2] Während Indie-Games ihren Ursprung im Computerbereich haben aufgrund der offenen Entwicklungsplattform des Computers, wurde im Spielkonsolenbereich erst viel später dieser Markt den Entwicklern zugänglich. So hat beispielsweise der Spielkonsolenhersteller Microsoft mit seiner Online-Plattform Xbox Live den eigenen Markt 2005 dadurch geöffnet, indem ein extra Softwaretool den Entwicklern zur Verfügung gestellt wurde. Einige Indie-Entwicklerstudios konnten bereits kommerziell sehr erfolgreiche Spiele entwickeln, wie z. B. das Spiel Minecraft.

Browserspiel-Entwickler

Diese Entwickler haben sich meist nur auf die Entwicklung von Browserspielen, also Spiele, die im Webbrowser gespielt werden, spezialisiert. Die meisten Entwickler programmieren daher in den Programmiersprachen JavaScript, Java, Flash und Shockwave. Berühmter Entwickler ist z. B. Bigpoint, das größte deutsche Entwicklerstudio für Browserspiele. Neben den klassischen Browsergame-Entwicklern haben sich einige auf die Entwicklung von Skillgaming-Spielen spezialisiert.[3]. Entwickler sind hier beispielsweise Gameduell, Midasplayer oder m2p entertainment.

Social-Games-Entwickler

Social Network Game-Entwickler entwickeln Spiele auf der Basis der Social Networks. Einer der bekanntesten Entwickler ist Zynga, der vor allem für die Spiele auf Facebook bekannt ist.[4] Die Spiele sind meistens Browserspiele, können aber für andere Plattformen entwickelt worden sein.

Spieleentwickler für Handy und Smartphones

Neben Studios die sich nur auf die Entwicklung von Spielen für Computer und Videospielkonsolen spezialisiert haben, haben sich in den letzten Jahren auch Entwickler von Spielen für Handys und Smartphones in den Markt eingemischt. Verschiedene Entwickler wie etwa THQ schufen eigene Abteilungen für Spiele auf Mobiltelefonen.

Da Handyspiele derzeit im Gegensatz zu PC- und Konsolenspielen sowohl in Grafik, als auch Komplexität und Umfang deutlich weniger aufwändig gestaltet sind, bestehen diese Entwicklerteams aus erheblich weniger Personen.

Casual-Games-Entwickler

Entwickler von Casual Games[5] sind wie die Spieleart selber keine eigene Gruppe, da es keine direkte Abgrenzung zu „vollwertigen” Spielen gibt und daher nicht eingegrenzt werden können, werden allerdings so bezeichnet.

Siehe auch

Literatur

  • Bob Bates: Game Design – Konzept, Kreation, Vermarktung. 2002, ISBN 3-8155-0433-3.
  • Katie Salen, Eric Zimmerman: Rules of Play. Game Design Fundamentals. 2003, Cambridge, Mass: MIT Press.
  • Marc Saltzman: Game Design – die Geheimnisse der Profis; die Erfahrungen der besten Designer der Welt. 1999, München X-Games, ISBN 3-8272-9075-9.
  • Bhatty, Michael: Interaktives Story Telling - Zur historischen Entwicklung und konzeptionellen Strukturierung interaktiver Geschichten, Aachen, Shaker Verlag 1999, ISBN 3-8265-6717-X

Weblinks

 Commons: Spielentwickler – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: Spieleentwickler – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Referenzen

  1. Andreas W.: Interview mit Gabe Newell. In: Half-Life Portal. gutekunst internet services, 22. November 2007, abgerufen am 27. Juli 2012 (deutsch): „Die schwierigste Zeit für Entwickler war während der Steckmodul-Spiele für den Nintendo, das Geld der Publisher lagerte in Form von Silizium in den Lagerhäusern. Man konnte kein Risiko eingehen, blieb deshalb streng konservativ bei Dingen die funktionierten. Mit Steam ist nun genau das Gegenteil der Fall, man kann alles ausprobieren, ohne Geld zu verlieren. Durch den unlimitierten Regalplatz wird Steam auch für alte, nicht mehr erhältliche Spiele interessant.
  2. http://www.forbes.com/2008/11/20/games-indie-developers-tech-ebiz-cx_mji_1120indiegames.html
  3. [1] Skillgaming Anbieter
  4. Andre Linken: Zynga - Der Social-Games-Entwickler schreibt wieder schwarze Zahlen. In: GameStar. 25. April 2013, abgerufen am 16. Januar 2014.
  5. THQ: Kauft Casual Games Entwickler. In: Gamezone. 2. April 2008, abgerufen am 16. Januar 2014.