In dulci jubilo

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Briefmarke der Deutschen Bundespost (1962): Stimmgabel vor dem Notentext des Liedes In dulci jubilo
In dulci jubilo

In dulci jubilo („In süßer Freude“) ist ein aus dem 14. Jahrhundert stammendes Kirchenlied, das vorwiegend in der Advents- und Weihnachtszeit gesungen wird.

Der Liedtext, ein „makkaronisches“ Gedicht (d. h., es besteht aus einer Mixtur zweier Sprachen), wird Heinrich Seuse zugeschrieben. Damit ist das Lied ein Tropus des lateinischen Textes aus dem Mittelalter. Zum ersten Mal in einer Liedersammlung erschien es wohl um 1400; in einer gesicherten Version bei Peter von Dresden 1440.

Je nach Version enthält das Lied zwischen vier und sechs zunächst zehnzeilige, heute jedoch achtzeilige Strophen. Erstmals gedruckt wurde das Lied im Klugschen Gesangbuch von 1529, und zwar ohne die (4.) Marienstrophe.

Die alternierend lateinisch-deutsche Version steht im katholischen Gebet- und Gesangbuch Gotteslob unter der Nummer 142, eine vollständig deutsche Fassung Nun singet und seid froh, die erstmals 1646 in einem Hannoverschen Gesangbuch erschien, findet sich heute im Evangelischen Gesangbuch (EG 35).

Die bekannteste Fassung im Satz stammt von Johann Walter; es gibt zahlreiche weitere Bearbeitungen, etwa Johann Sebastian Bachs Choralvorspiele BWV 608 bzw. BWV 729 und Dietrich Buxtehudes gleichnamige Kantate BuxWV 52. 1976 hat Mike Oldfield eine Pop-Version dieses Weihnachtsliedes veröffentlicht, ebenso Die Toten Hosen.

Der letzte Satz von Johann Sebastian Bachs Kantate Wachet auf, ruft uns die Stimme, BWV 140, endet mit „Des sind wir froh, io, io. Ewig in dulci jubilo.“ (Originalschluß Philipp Nicolais der 3.Strophe mit der Anspielung auf das Weihnachtslied, Text in heutigen Gesangbüchern verändert: „Des jauchzen wir / Und singen Dir / Das Halleluja für und für.“)

Literatur[Bearbeiten]

  • Anne-Dore Harzer: In dulci jubilo. Fassungen und Rezeptionsgeschichte des Liedes vom 14. Jahrhundert bis zur Gegenwart. Tübingen: Francke 2006
  • Hansjakob Becker u. a.: Geistliches Wunderhorn. Große deutsche Kirchenlieder. C.H. Beck, München 2001, S. 51–59

Weblinks[Bearbeiten]