Inbound-Marketing

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Inbound-Marketing (englisch inbound „ankommend“) ist eine Marketing-Methode, die darauf basiert, von Kunden gefunden zu werden. Es steht im Gegensatz zum klassischen Outbound-Marketing, bei dem Nachrichten an Kunden gesendet werden[1], wie es per Postwurfsendung, Radiowerbung, Fernsehwerbung, Flyer, Spam, Telefonmarketing und klassischer Werbung üblich ist. Kunden bedienen sich immer häufiger des Internets, um Informationen über Produkte zu erhalten, und sind über klassische Werbebotschaften weniger erreichbar. Daher versucht Inbound-Marketing, mit Produktinformationen und relevanten Inhalten dort in Erscheinung zu treten, wo sich Kunden auf ihrer Suche befinden. Im Mittelpunkt von Inbound Marketing steht der Inhalt, der über Blogs, Podcasts, Web-Videos, E-Books, White Paper, Gastartikeln etc. veröffentlicht und über Suchmaschinenoptimierung, Social Media Marketing, E-Newsletter, PR den potentiellen Kunden zugänglich gemacht wird, um sie im weiteren Verlauf als Kunden zu gewinnen.

Der Fokus von Inbound Marketing liegt auf der Veröffentlichung von Online-Inhalten, kann aber auch offline z.B. über die Veröffentlichung von Gastartikeln in Print-Magazinen stattfinden.

Berechtigung[Bearbeiten]

Inbound-Marketing wird als langfristig kostengünstig bezeichnet, unter der Annahme, dass man sich ein eigenes Netzwerk aus intrinsisch motivierten Lesern schafft, die die Inhalte weiterpublizieren. Außerdem wird davon ausgegangen, dass die eigene Reputation wachsen kann. Man schafft, so die Idee, eine zunehmende Unabhängigkeit von z.B. bezahlten Werbeplätzen. Dadurch kann Inbound-Marketing langfristig speziell für kleine Unternehmen und Firmen sinnvoll sein. Allerdings entstehen Kosten für das Erstellen und Pflegen der Inhalte.

Potenzial[Bearbeiten]

Inbound-Marketing hat das Potenzial, Bannerwerbung und Pay-per-Click als meistverwendetes Marketing-Instrument zu beerben[2], da es weniger kostet[3] und eleganter die potenziellen Kunden anspricht als Outbound-Marketing.

Instrumente[Bearbeiten]

Inbound Marketing beinhaltet folgende Teildisziplinen und Instrumente, die im Zusammenspiel funktionieren:

Methode[Bearbeiten]

Chad Pollitt[4] schlägt eine Methode in fünf Schritten vor:

  1. Traffic gewinnen
  2. Besucher in Leads umwandeln
  3. Leads in Verkäufe umwandeln
  4. Kunden in wiederkehrende Kunden mit höherer Marge umwandeln
  5. Optimierung durch kontinuierliches Analysieren

Traffic gewinnen[Bearbeiten]

Um im Inbound-Marketing die Anzahl der Besucher (Traffic) einer Web-Site zu erhöhen, werden folgende Schritte angewandt[2]:

  1. Inhalte erstellen, diese suchmaschinenfreundlich veröffentlichen und über soziale Netzwerke sowie PR bekannt machen. Inhalte sind das Werkzeug, um die Aufmerksamkeit potenzieller Kunden zu gewinnen. Für potenzielle Kunden sollten sie interessant und relevant sein. Zudem sollten Inhalte suchmaschinenfreundlich aufbereitet sein, damit diese von den Suchmaschinen aufgenommen und somit von den potenziellen Kunden per Suchmaschine gefunden werden können.
  2. Durch Präsenz in sozialen Netzwerken wird die Aufmerksamkeit auf die Inhalte zusätzlich verstärkt. Dieses macht daher Sinn, da Benutzer ihre Freizeit im Internet meist in sozialen Netzwerken verbringen.[5]
  3. Durch das Seeding an Multiplikatoren wie Blogger, Journalisten und Meinungsführer über gezielte PR wird die selbstständige bzw. im besten Fall virale Verbreitung der Inhalte angestoßen.

Marketing Automation und Lead Management[Bearbeiten]

Inbound Marketing wird auch dazu genutzt, um eine konkrete Leadgewinnung zu ermöglichen. Das heißt, es werden hochwertige Inhalte bereitgestellt. Diese sind jedoch nicht frei zugänglich. Interessenten müssen dafür ihre Kontaktdaten angeben. Oft erhalten Sie den Zugriff auf den gewünschten Inhalt erst nach einem Double Opt In Verfahren. Darüber hinaus wird der Interessent dazu animiert, den Newsletter zu abonnieren. Teilweise werden Leads, die sich für derartige Inhalte interessieren, auch telefonisch nachgegangen, um ihnen das Produkt schmackhaft zu machen. Der Vorteil eines solchen Vorgehens besteht darin, dass es relativ leicht und kostengünstig möglich ist, Leads einer bestimmten Zielgruppe zu gewinnen. Denn nur die, für die es wirklich interessant ist, werden ihre Kontaktdaten freiwillig angeben. Auf der anderen Seite kann das Vorgehen Interessenten auch abschrecken, die viel Wert auf Datenschutz legen oder Spam fürchten. Darüber hinaus ist es möglich, dass falsche Informationen angegeben werden, um die Inhalte lesen zu können. Eine Strategie, die in eine ähnliche Richtung ziehlt, ist „Pay with a Tweet“. Dabei müssen Webseitenbesucher, die einen interessant scheinenden Beitrag lesen möchten, zunächst dieses Beitrag mit einem Tweet empfehlen. Bei diesem Vorgehen gibt es jedoch einige rechtliche Stolperfallen. [6]

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Dev Basu: Inbound marketing: The customer finds you. In: The Globe and Mail, 29. Juni 2011, zugegriffen am 15. Mai 2012.
  2. a b Rick Burnes: Inbound Marketing & the Next Phase of Marketing on the Web. 18. November 2008, zugegriffen am 18. Mai 2012.
  3. Chelsi Nakano: INFOGRAPHIC – The Decline of Outbound Marketing. 31. Oktober 2011, zugegriffen am 18. Mai 2012.
  4. Chad Pollitt: The New 5 Step Inbound Marketing Methodology, 21. Oktober 2011, zugegriffen am 18. Mai 2012.
  5. BITKOM: Internetnutzer verbringen die meiste Zeit in Sozialen Netzwerken, 12. Februar 2012, zugegriffen am 18. Mai 2012.
  6. Pay per Tweet[1], 3. April 2013; zugegriffen am 16. September 2014