Indonesisches Lorbeerblatt

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Indonesisches Lorbeerblatt
Indonesisches Lorbeerblatt (Syzygium polyanthum)

Indonesisches Lorbeerblatt (Syzygium polyanthum)

Systematik
Ordnung: Myrtenartige (Myrtales)
Familie: Myrtengewächse (Myrtaceae)
Unterfamilie: Myrtoideae
Tribus: Syzygieae
Gattung: Syzygium
Art: Indonesisches Lorbeerblatt
Wissenschaftlicher Name
Syzygium polyanthum
(Wight) Walp.

Das Indonesische Lorbeerblatt (Syzygium polyanthum) , auch Salamblatt genannt, ist eine Pflanzenart innerhalb der Familie der Myrtengewächse (Myrtaceae). Sie ist in Südostasien beheimatet und wird als Heil- und Gewürzpflanze verwendet.

Beschreibung[Bearbeiten]

Borke
Blütenstand und Laubblätter

Erscheinungsbild und Blatt[Bearbeiten]

Syzygium polyanthum wächst als mittelgroßer Baum, der Wuchshöhen von bis zu 30 Meter und Stammdurchmesser von bis zu 60 Zentimeter erreicht. Die Baumkrone ist dicht. Die rissige und schuppige Borke ist grau. Die gegenständig an den Zweigen angeordneten Laubblätter sind in Blattstiel und Blattspreite gegliedert. Der Blattstiel ist bis zu 12 Millimeter long. Die einfache, kahle Blattspreite ist bei einer Länge von 5 bis 16 Zentimeter sowie einer Breite von 2,5 bis 7 Zentimeter länglich-elliptisch, schmall-elliptisch bis lanzettlich. Es sind auf der Blattunterseite deutlich erkennbare sechs bis elf Paare Seitennerven und ein deutlicher Intramarginalnerv (verläuft entlang des Spreitenrandes) vorhanden. Die Blattspreite ist drüsig punktiert.[1]

Blütenstand, Blüte und Frucht[Bearbeiten]

Meist unterhalb, manchmal in den Blattachseln stehen die 2 bis 8 cm langen, rsipigen Blütenstände, die viele Blüten enthalten.[1]

Die sitzenden, zwittrigen, duftenden Blüten sind radiärsymmetrisch und vierzählig mit doppelter Blütenhülle. Die vier etwa 4 mm langen Kelchblätter sind becherförmig mit vier breiten haltbaren Kelchzähnen. Die vier freien, weißen Kronblätter sind 2,5 bis 3,5 Millimeter lang. Die vielen Staubblätter stehen in vier Gruppen zusammen und sind etwa 3 Millimeter lang. Der orange-gelbe Diskus ist viereckig.[1]

Die bei Reife dunkelroten bis purpur-schwarzen Beeren sind bei einem Durchmesser von bis zu 12 Millimeter abgeflacht-kugelig bis kugelig und enthalten nur einen Samen.[1]

Ökologie[Bearbeiten]

Syzygium polyanthum blüht schon im Alter von etwa drei Jahren. Blüten und Früchte können das ganze Jahr über vorhanden sein. Die Blüten sind vier bis sieben Tage haltbar. Die Bestäubung erfolgt meist durch Käfer und Schmetterlinge (Entomophilie).[1]

Vorkommen[Bearbeiten]

Das südostasiatische Verbreitungsgebiet von Syzygium polyanthum erstreckt sich von Indochina bis Malesien. Natürliche Fundorte gibt es in Myanmar, Thailand, Brunei, Malaysia, Indonesien (Java, Kalimantan, Sumatra).[2]

Syzygium polyanthum ist weitverbreitet und stellenweise häufig. Es kommt hauptsächlich im tropischen Tiefland bis in Höhenlagen in Java bis zu 1000 Meter, in Sabah bis zu 1200 Meter sowie in Thailand bis zu 1300 Meter vor. Es gedeiht als Unterholz als primärer und sekundärer Wälder, aber auch im Dickicht, Bambus-Wäldern und Teakholz-Plantagen.[1]

In einigen tropischen Gebieten ist Syzygium polyanthum eine invasive Pflanze.[3]

Taxonomie[Bearbeiten]

Die Erstbeschreibung erfolgte 1831 unter dem Namen (Basionym) Eugenia polyantha durch Robert Wight in Prodromus florae peninsulae Indiae orientalis, Volume 2, S. 17[4]. Die Neukombination zu Syzygium polyanthum erfolgte 1843 durch Wilhelm Gerhard Walpers in Repertorium Botanices Systematicae, 2, S 180. Weitere Synonyme für Syzygium polyanthum (Wight) Walp. sind: Myrtus cymosa Blume nom. illeg., Syzygium cymosum Korth. nom. illeg., Eugenia microbotrya Miq., Eugenia pamatensis Miq., Syzygium micranthum Blume ex Miq., Eugenia junghuhniana Miq., Eugenia lucidula Miq., Eugenia nitida Duthier nom. illeg., Eugenia atropunctata C.B.Rob. nom. illeg., Eugenia lambii Elmer, Eugenia holmanii Elmer, Eugenia resinosa Gagnep., Syzygium microbotryum (Miq.) Masam., Syzygium pamatense (Miq.) Masam., Eugenia polyantha var. sessilis M.R.Hend., Syzygium polyanthum var. sessile (M.R.Hend.) I.M.Turner.[5][2][6]

Verwendung[Bearbeiten]

Die aromatischen Blätter (Salam genannt) werden frisch oder getrocknet (sie verfärben sich beim Trocknen braun[7]) in den südostasiatischen Küche, fast nur in Malaysia und Indonesien, als Gewürz zu Fleisch, Fisch, Reis und Gemüse verwendet. Es ist vergleichbar mit Lorbeerblättern in der europäischen Küche. Die Blätter werden schon früh beim garen hinzugefügt und verbleiben während der gesamten Garzeit im Gericht, da sich der Geschmack nur langsam entwickelt.[1] Sie haben einen schwachen, leicht aromatisch-herben Geschmack, der sich besonders beim Anbraten in heißem Öl richtig entwickeln soll[7]. Die reifen Früchte sind essbar, aber leicht adstringierend.[1]

In der Volksmedizin werden Extrakte aus Blättern und Borke gegen Diarrhoea verwendet. Zerstoßene Blätter, Borke und Wurzeln werden oberflächlich gegen Stiche verwendet.[1]

Die Rinde enthält Tannine und dient zum Gerben und Färben, besonders von Fischernetzen und Bambusmatten, diese werden dadurch braun-rot oder später durch ein Schlammbad schwarz.[1]

Das Holz von Syzygium polyanthum besitzt, wie auch das von anderen Arten, den Handelsnamen „Kelat“. Es ist mittelschwer und ist hart. Das Holz wird zum Hausbau und zur Möbelherstellung genutzt.[1]

Siehe auch[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d e f g h i j k Datenblatt bei AgroForestryTree Database. zuletzt abgerufen am 22. Mai 2013.
  2. a b Syzygium polyanthum im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland. Abgerufen am 21. Mai 2013.
  3. Datenblatt bei Pacific Island Ecosystems at Risk = PIER.
  4. Robert Wight: Illustrations of Indian botany :or figures illustrative of each of the natural orders of Indian plants, described in the author's prodromus florae peninsulae Indiae orientalis, 1850 bei biodiversitylibrary.org.
  5. Syzygium polyanthum bei Tropicos.org. Missouri Botanical Garden, St. Louis. Abgerufen am 21. Mai 2013.
  6. R. Govaerts, N. Sobral, P. Ashton, F. Barrie, B. K. Holst, L. L. Landrum, K. Matsumoto, F. Fernanda Mazine, E. Nic Lughadha, C. Proença & al.: World Checklist of Myrtaceae, 2008, S. 1-455. Kew Publishing, Royal Botanic Gardens, Kew.: online in World Checklist of Selected Plant Families, Kew, UK. zuletzt abgerufen am 21. Mai 2013.
  7. a b Indonesisches Lorbeerblatt auf Gernot Katzers Gewürzseiten zuletzt abgerufen am 22. Mai 2013.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Indonesische Lorbeerblatt (Syzygium polyanthum) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien