INKOTA-netzwerk

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INKOTA-netzwerk
Zweck: Entwicklungspolitik, Entwicklungszusammenarbeit
Vorsitz: Dr. Magdalena Freudenschuß
Gründungsdatum: 31. Oktober 1971
Mitgliederzahl: 150, davon 21 Initiativen
Sitz: Berlin, Dresden

Das INKOTA-netzwerk e. V. ist eine entwicklungspolitische Organisation mit Hauptsitz in Berlin. Sie wurde 1971 als ökumenischer Arbeitskreis in der DDR gegründet und arbeitet seit 1990 als unabhängiger gemeinnütziger Verein. Zu den Mitgliedern gehören entwicklungspolitische Basisgruppen, Kirchgemeinden, Weltläden und Einzelengagierte. Eine Regionalstelle befindet sich in Dresden.

Geschichte[Bearbeiten]

INKOTA wurde 1971 in Halle (Saale) von evangelischen und katholischen Studierenden sowie weiteren Engagierten gegründet und setzte die Arbeit der „Aktionsgemeinschaft für die Hungernden“ im Osten Deutschlands fort. Diese war 1957 als eine der ersten deutschen entwicklungspolitischen Organisationen von Präses Dr. Lothar Kreyssig, Bischof Kurt Scharf, Willy Brandt, Heinz Galinski und anderen ins Leben gerufen worden.

Das INKOTA-netzwerk setzte sich in der DDR für unabhängige Informationen zum Nord-Süd-Konflikt und die Vision eines solidarischen Lebens sowie für Nord-Süd-Partnerschaften über die geschlossenen Grenzen hinweg ein. Der Name INKOTA (INformation, KOordination, TAgungen) stand für den Austausch unabhängiger Informationen, die Koordination gemeinsamer Aktionen und die Veranstaltung von Tagungen zu entwicklungspolitischen Themen.

In den 80er Jahren hat INKOTA als ökumenischer Arbeitskreis unter dem Dach des Bundes der Evangelischen Kirchen den Konziliaren Prozess für Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung in der DDR mitgetragen und geprägt. Wie andere Gruppen der Bürgerrechtsbewegung befand sich das INKOTA-netzwerk in Opposition zu den bestehenden Verhältnissen.[1]

Arbeitsschwerpunkte[Bearbeiten]

Zu den Hauptbereichen der Arbeit des INKOTA-netzwerks gehören:

  • Bildungs-, Öffentlichkeits- und Kampagnenarbeit zu entwicklungspolitischen Themen: Ziel der Kampagnenarbeit ist die Mobilisierung öffentlicher Unterstützung für eine sozial gerechte, ökologisch nachhaltige und friedliche Globalisierung, die allen Menschen und auch den folgenden Generationen ein Leben in Würde und eine selbstbestimmte Entwicklung zugesteht. Thematische Schwerpunkte sind dabei die Verschuldung der Entwicklungsländer, die internationale Handels- und Agrarpolitik und die soziale Verantwortung (Corporate Social Responsibility) global agierender Unternehmen. INKOTA arbeitet in verschiedenen politischen Netzwerken und ist unter anderem Gründungsmitglied des globalisierungskritischen Netzwerks Attac in Deutschland. Publikationen wie die Zeitschrift Südlink und die Schriftenreihe INKOTA-Texte bieten Informationen und Diskussionsforen zu entwicklungspolitischen Fragestellungen. Im Jahr 2009 fördert INKOTA die bundesweite Aufführung des ARTE-Films Monsanto, mit Gift und Genen, um eine Diskussion zur Macht dieses Saatgut-Konzerns über die Welternährung anzustoßen. 2013 startet die Organisation die europaweite Kampagne "Make Chocolate Fair!", die bald von zahlreichen Organisationen in 12 europäischen Ländern unterstützt wird.[2]
  • Projekte der Entwicklungszusammenarbeit: INKOTA unterstützt die Arbeit von Basisorganisationen in Nicaragua, El Salvador, Guatemala, Vietnam und Mosambik. Ziel der Projektarbeit ist es, langfristig die Lebenssituation unterprivilegierter Menschen in diesen Ländern zu verbessern und alternative soziale, wirtschaftliche und politische Strukturen zu fördern. Projektschwerpunkte sind lokale ländliche Entwicklung, Menschenrechte, Frauenförderung und die Arbeit mit behinderten und traumatisierten Kindern bilden.

Finanzierung[Bearbeiten]

Das INKOTA-netzwerk finanziert sich durch:

Es trägt das Spendensiegel des Deutschen Zentralinstituts für soziale Fragen (DZI).

Mitgliedschaften[Bearbeiten]

Das INKOTA-netzwerk ist Mitglied in folgenden Organisationen, Bündnisse und Kampagnen:

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Willi Volks: Befreiungsversuch aus der Enge. Die Arbeit der unabhängigen Nicaraguagruppen in der DDR, in: ders. und Erika Harzer (Hg.), Aufbruch nach Nicaragua. Deutsch-deutsche Solidarität im Systemwettstreit, Berlin: Christoph Links Verlag, 2008, S. 68-72, hier S. 72.
  2. http://makechocolatefair.org/supporters, abgerufen 1. November 2014.