Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung
| Staatliche Ebene | Bund |
|---|---|
| Stellung der Behörde | Oberste Bundesbehörde als Bundesministerium |
| Gründung | 1961 |
| Hauptsitz | Bonn, Nordrhein-Westfalen |
| Behördenleitung | Dirk Niebel (FDP), Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung |
| Anzahl der Bediensteten | ca. 600 |
| Website | bmz.de |
Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) ist ein Ministerium der Bundesrepublik Deutschland. Es hat seinen Hauptsitz in Bonn im ehemaligen Bundeskanzleramt, ein zweiter Dienstsitz befindet sich in Berlin im Europahaus.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Geschichte
Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit wurde 1961 zur Bündelung der bis dahin bei verschiedenen Ministerien angesiedelten Zuständigkeiten auf dem Gebiet der Entwicklungszusammenarbeit unter der Bezeichnung Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit gegründet. Angelehnt wurde es an das seit Bestehen der Bundesregierung existierende Bundesministerium für Angelegenheiten des Marshallplanes, das den Wiederaufbau im kriegszerstörten Europa zur Aufgabe hatte. Mit ähnlichen Methoden sollten nun unterentwickelte Gebiete vorangebracht werden. Seit dem 23. Januar 1993 trägt es seine noch heute gültige Bezeichnung Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.
[Bearbeiten] Aufgaben und Aufbau
Aufgabe des BMZ ist die grundsätzliche Konzeptionierung der Entwicklungszusammenarbeit der Bundesrepublik Deutschland, die auch die Umsetzung demokratischer Prinzipien und der Menschenrechte in den Partnerländern berücksichtigen soll. Auf Basis dieser Grundsätze werden in bilateralen Verträgen mit den Partnerländern Ziele und Maßnahmen vereinbart, deren Ergebnisse vom Ministerium kontrolliert werden. Zur praktischen Durchführung der Maßnahmen werden die sogenannten Durchführungsorganisationen und nichtstaatliche Organisationen herangezogen und finanziell unterstützt.
Das BMZ steuert außerdem die deutschen Beiträge zu den internationalen, in der Entwicklungszusammenarbeit tätigen Organisationen wie Europäischer Entwicklungsfonds, Weltbank und regionale Entwicklungsbanken sowie Unterorganisationen der Vereinten Nationen. Zur Koordination der Maßnahmen auf internationaler Ebene ist das Ministerium in den Gremien der Organisationen tätig.
Wegen der globalen Bedeutung der Entwicklungspolitik und der dahinter stehenden politischen Zielsetzungen ist das BMZ seit 1998 im Bundessicherheitsrat vertreten.
Aufgaben der Abteilungen[1]
Die Abteilung 1 (14 Referate) ist für allgemeine Verwaltungsaufgaben zuständig sowie unter anderem für die Zusammenarbeit mit gesellschaftlichen Kräften wie Nichtregierungsorganisationen, Kirchen und politischen Stiftungen, für die Zusammenarbeit mit der Wirtschaft, für das bürgerschaftliche Engagement und für die entwicklungspolitische Bildungsarbeit. Der Abteilungsleitung zugeordnet ist die Erfolgskontrolle und Außenrevision.
Die Abteilung 2 (11 Referate) ist zuständig für die Entwicklungszusammenarbeit mit Ländern und Regionen in Asien und Lateinamerika, für die Themenbereiche Good Governance und Menschenrechte, für Grundsatzfragen und für die Organisation der bilateralen Entwicklungszusammenarbeit – zum Beispiel die Koordinierung und Integration aller entwicklungspolitischen Maßnahmen und die Steuerung und Kontrolle der Projekte und Programme in den einzelnen Ländern.
Die Abteilung 3 (13 Referate) ist zuständig für die Entwicklungszusammenarbeit mit den Ländern und Regionen in Afrika sowie für globale und sektorale Aufgaben. Zu diesen Aufgaben gehören zum Beispiel die Bereiche Millenniumsentwicklungsziele, Bildung, Klimaschutz, Wasser, ländliche Entwicklung, Gesundheit und Ressourcennutzung.
Die Abteilung 4 (11 Referate) ist verantwortlich für die Entwicklungszusammenarbeit mit Südosteuropa und dem Südkaukasus, mit dem Nahen Osten und mit Afghanistan und Pakistan sowie für die Themenbereiche Frieden und Sicherheit, Not- und Übergangshilfe, europäische und multilaterale Entwicklungspolitik sowie Globalisierung und Handel.
Außenvertretung[1]
Das BMZ entsendet Referentinnen und Referenten für wirtschaftliche Zusammenarbeit in Partnerländer und zu internationalen Organisationen, um dort die entwicklungspolitische Arbeit zu koordinieren.
Das BMZ entsendet Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an folgende Botschaften: Accra, Addis Abeba, Bamako, Belgrad, Bischkek, Brasilia, Colombo, Dakar, Daressalam, Dhaka, Hanoi, Islamabad, Jakarta, Jaunde, Kabul, Kairo, Kampala, Kathmandu, Kigali, Kinshasa, La Paz, Lilongwe, Lima, Lusaka, Managua, Maputo, Nairobi, New Delhi, Ouagadougou, Peking, Phnom Penh, Pretoria, Rabat, Ramallah, Sanaa, Tegucigalpa, Tiflis, Windhuk.
Außerdem ist das BMZ in den deutschen Ständigen Vertretungen bei den folgenden internationalen Institutionen durch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vertreten: Vereinte Nationen (Genf und New York), Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung - OECD (Paris), Europäische Union (Brüssel), Welternährungsorganisation (Rom), Welternährungsprogramm (Rom), Internationaler Fonds für landwirtschaftliche Entwicklung (Rom).
Darüber hinaus ist das BMZ in den Direktorien der Weltbank und der Afrikanischen, Asiatischen, Inter-Amerikanischen und Karibischen Entwicklungsbank ständig mit eigenem Personal vertreten.
Durchführungsorganisationen bis 2010
Das BMZ beauftragt die Durchführungsorganisationen mit der Umsetzung der entwicklungspolitischen Vorhaben der Bundesregierung. Zu den Aufgaben dieser Organisationen gehören unter anderem die Durchführung von Projekten der Finanziellen Zusammenarbeit und der Technischen Zusammenarbeit, die Vorbereitung und Entsendung von deutschen Fachkräften und Entwicklungshelferinnen und Entwicklungshelfern und die berufliche Fortbildung von Fach- und Führungskräften aus den Partnerländern.
Die einzelnen Durchführungsorganisationen hatten spezialisierte Fähigkeiten entwickelt und kooperieren bei ihrer Arbeit in den Partnerländern miteinander. Hierzu zählen unter anderem die KfW-Entwicklungsbank, die Deutsche Investitions- und Entwicklungsgesellschaft (DEG), die Deutsche Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ), der Deutsche Entwicklungsdienst (DED) und Internationale Weiterbildung und Entwicklung gemeinnützige GmbH (InWEnt). Untersuchungen der OECD legten wiederholt eine Reform der Durchführungsorganisationen aufgrund fehlender Effizienz und Steuerbarkeit nahe. In der 16. Wahlperiode scheiterte unter Heidemarie Wieczorek-Zeul ein entsprechender Reformversuch. [2]
Umstrukturierung 2011
Mit Wirkung ab dem 1. Januar 2011 fusionierten die Deutsche Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ), der Deutsche Entwicklungsdienst (DED) und die Weiterbildungsgesellschaft InWent zur Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ). Die neue Organisation soll weniger Mitarbeiter und mehr Geschäftsführer haben als die Einzelorganisationen zuvor.[3][4] Die Reform wird auch von der Opposition positiv bewertet. [5] Insgesamt werde der Bundeshaushalt - trotz eines Stellenaufbaus im Ministerium sowie der Einrichtung einer neuen Serviceagentur - durch die Umstrukturierung um rund 300 Stellen entlastet.[6][7]
[Bearbeiten] Ziele
- Internationale Ziele, Millenniumsziele (Quelle BMZ):
- Anteil der Weltbevölkerung, der unter extremer Armut und Hunger leidet, halbieren
- allen Kindern eine Grundschulausbildung ermöglichen
- Gleichstellung der Geschlechter fördern und die Rechte von Frauen stärken
- Kindersterblichkeit verringern
- Gesundheit der Mütter verbessern
- HIV/AIDS, Malaria und andere übertragbare Krankheiten bekämpfen
- den Schutz der Umwelt verbessern
- eine weltweite Entwicklungspartnerschaft aufbauen
Entwicklungszusammenarbeit soll Menschen die Freiheit geben, ohne materielle Not selbstbestimmt und eigenverantwortlich ihr Leben zu gestalten. In diesem Sinne will die deutsche Bundesregierung mit ihrer Entwicklungspolitik dazu beitragen, dass Globalisierung zu einer Chance für alle Menschen wird. Deutsche Entwicklungszusammenarbeit wird sich künftig vor allem auf die Sektoren Bildung, Gesundheit, ländliche Entwicklung, gute Regierungsführung und nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung konzentrieren. Leitprinzip ist dabei der Schutz der Menschenrechte. (Quelle: www.bmz.de)
[Bearbeiten] Bundesminister seit 1961

| Nr. | Name | Lebensdaten | Partei | Beginn der Amtszeit | Ende der Amtszeit |
|---|---|---|---|---|---|
| Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit | |||||
| 1 | Walter Scheel | * 1919 | FDP | 14. November 1961 | 28. Oktober 1966 |
| 2 | Werner Dollinger | 1918–2008 | CSU | 28. Oktober 1966 | 30. November 1966 |
| 3 | Hans-Jürgen Wischnewski | 1922–2005 | SPD | 1. Dezember 1966 | 2. Oktober 1968 |
| 4 | Erhard Eppler | * 1926 | SPD | 16. Oktober 1968 | 8. Juli 1974 |
| 5 | Egon Bahr | * 1922 | SPD | 8. Juli 1974 | 14. Dezember 1976 |
| 6 | Marie Schlei | 1919–1983 | SPD | 16. Dezember 1976 | 16. Februar 1978 |
| 7 | Rainer Offergeld | * 1937 | SPD | 16. Februar 1978 | 1. Oktober 1982 |
| 8 | Jürgen Warnke | 1932-2013 | CSU | 4. Oktober 1982 | 11. März 1987 |
| 9 | Hans Klein | 1931–1996 | CSU | 12. März 1987 | 21. April 1989 |
| 10 | Jürgen Warnke | 1932-2013 | CSU | 21. April 1989 | 18. Januar 1991 |
| 11 | Carl-Dieter Spranger | *1939 | CSU | 18. Januar 1991 | 22. Januar 1993 |
| Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung | |||||
| 11 | Carl-Dieter Spranger | *1939 | CSU | 23. Januar 1993 | 26. Oktober 1998 |
| 12 | Heidemarie Wieczorek-Zeul | *1942 | SPD | 27. Oktober 1998 | 27. Oktober 2009 |
| 13 | Dirk Niebel | *1963 | FDP | 28. Oktober 2009 | im Amt |
[Bearbeiten] Weblinks
- Offizielle Website des BMZ
- Literatur des Bundesministeriums im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
[Bearbeiten] Einzelnachweise
- ↑ a b Organisationsplan des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (PDF)
- ↑ http://www.bpb.de/apuz/32912/mehr-kohaerenz-in-der-entwicklungspolitik-durch-geberkoordination?p=all; abgerufen am 9. Februar 2013
- ↑ Niebels Wasserkopf. In: Die Tageszeitung. 25. November 2010.
- ↑ Niebel strukturiert Entwicklungshilfe um. auf: rp online. 16. Dezember 2010.
- ↑ http://www.sueddeutsche.de/politik/entwicklungshilfe-niebel-vereint-hilfsorganisationen-1.1037080; abgerufen am 9. Februar 2013
- ↑ zeit.de 13. Januar 2012: Niebels Plan. Wie der Entwicklungsminister sein Ministerium umbaut – um es am Ende aufzulösen
- ↑ Pressemitteilung zur Personalstruktur des BMZ: http://www.dirk-niebel.de/17012012-Erklaerung-zur-Medienberichterstattung-ueber-die-Personalstruktur-des-BMZ/46600c1i1p/
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50.7193617.119294Koordinaten: 50° 43′ 10″ N, 7° 7′ 9″ O