International Commission on Stratigraphy

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Die International Commission on Stratigraphy (ICS) (Internationale Kommission für Stratigraphie), manchmal inoffiziell auch als International Stratigraphic Commission (Internationale Stratigraphische Kommission) bezeichnet, befasst sich mit stratigraphischen und geochronologischen Themen auf einer weltweiten Basis.

Die ICS ist die größte wissenschaftliche Unterorganisation der International Union of Geological Sciences (IUGS) und stellt eine ständige Kommission dar, die wesentlich öfter zusammentritt als zu den vierteljährlichen Terminen, die von der IUGS im Rahmen von Kongressen oder Arbeitskreisen angesetzt werden.

Die ICS besitzt selbst zurzeit 15 Subkommissionen, die für die einzelnen Systeme des Phanerozoikums, das Neoproterozoikum, das Präkambrium sowie allgemein für stratigraphische Klassifikation zuständig sind.

Ziele[Bearbeiten]

Eines der Hauptziele der ICS ist die Entwicklung einer multidisziplinären und weltweit gültigen geologischen Zeitskala. Dieses Projekt wurde 1974 begonnen und soll regionale paläontogische und geobiologische Vergleiche vereinfachen. Zu diesem Zweck soll für jede chronostratigraphische Einheit ein so genannter GSSP (Global Boundary Stratotype Section and Point) definiert werden, der strengen und einheitlichen Kriterien genügt.

Zusätzlich definiert die ICS alternative Verfahren und Kriterien zum überregionalen Vergleich von Gesteinsabfolgen, die so genannten GSSA (Global Standard Stratigraphic Age), die alleine auf physikalischen Methoden der Datierungen beruhen (Magnetostratigraphie, Radiometrische Datierung u.a.). Außerdem unterstützt die ICS den offenen und internationalen Austausch zwischen Geowissenschaftlern in allen Feldern der geowissenschaftlichen Teilgebiete.

Die International Commission on Stratigraphy hat zahlreiche Unterabteilungen hervorgebracht, die auf regionaler oder nationaler Ebene arbeiten und für die Geländearbeiten, die Einordnung der lokalen Ergebnisse sowie die Organisation wissenschaftlicher Konferenzen vor Ort zuständig sind.

Veröffentlichungen[Bearbeiten]

Die ICS veröffentlicht sowohl verschiedene Ergebnisse und wissenschaftliche Arbeiten als auch regelmäßig aktualisierte Richtlinien, welche in der International Stratigraphic Chart (Internationale stratigraphische Tabelle) veröffentlicht werden. Diese Tabelle fasst sowohl die zurzeit diskutierten Vorschläge als auch die aktuell gültigen Richtlinien zusammen, welche nach der jeweils letzten Zusammenkunft der ICS herausgegeben wurden. Die Vorschläge der ICS sind als Empfehlungen formuliert und befassen sich mit der Datierung und Auswahl von geologischen Formationen und anderer stratigraphischer Einheiten sowie mit Fragen der Nomenklatur. Sie sind solange nicht offiziell, bis sie von der Dachorganisation IUGS angenommen oder abgelehnt wurden. De facto werden die Ergebnisse der ICS-Zusammenkünfte im geowissenschaftlichen Alltag fast immer unmittelbar akzeptiert und angewendet. Ausnahmen sind selten und betreffen Fälle, in denen auch nach längerer Diskussion im Rahmen der Zusammenkünfte ein wesentlicher Meinungsunterschied besteht. Solche Themen werden vor der Vollversammlung der IUGS geklärt.

Eine solche Kontroverse entstand nach dem 2004 publizierten Vorschlag, das Pleistozän und das Holozän aus dem weithin in Gebrauch befindlichen, aber inoffiziellen Quartär herauszunehmen und dem Neogen zuzuordnen sowie das Quartär gänzlich aufzugeben. Diese Entscheidung rief heftigen Widerstand unter den Geowissenschaftlern hervor, vor allem unter den mit dem Quartär befassten Geologen. Der Vorschlag wurde schließlich zurückgezogen, Pleistozän und Holozän blieben also bestehen. Darüber hinaus wurde der Vorschlag gemacht das zum Pliozän gehörende Gelasium dem Pleistozän zuzuschlagen. Die formelle Annahme dieses Vorschlags erfolgte im Juni 2009.[1]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Formal ratification of the Quaternary System/Period and the Pleistocene Series/Epoch with a base at 2.58 Ma Journal of Quaternary Science 25; 2: 96–102 (Februar 2010). Zuletzt abgerufen am 11. Mai 2013.

Weblinks[Bearbeiten]