Irina Bokowa

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Irina Bokowa (2010)

Irina Georgiewa Bokowa (auch Irina Georgieva Bokova geschrieben, bulgarisch Ирина Георгиева Бокова; * 12. Juli 1952 in Sofia) ist eine bulgarische Politikerin der Bulgarischen Sozialistischen Partei (BSP) und gewählte Generaldirektorin der UNESCO.

Ausbildung und politische Karriere[Bearbeiten]

Irina Bokowa ist die Tochter Georgi Bokows, eines ehemaligen Chefredakteurs von Rabotnitschesko delo (Die Arbeitersache), des Zentralorgans der Bulgarischen Kommunistischen Partei von 1948 bis 1990. Ihr Abitur legte sie 1971 an der angesehenen First English Language School in Sofia ab. Anschließend studierte sie am Moskauer Staatlichen Institut für Internationale Beziehungen[1], an dem sie 1976 den Titel Master of Business Administration erwarb. Ein Aufbaustudium zum Thema der US-amerikanischen Außenpolitik absolvierte sie 1989 an der University of Maryland, School of Public Affairs.

1977 trat sie in das bulgarische Außenministerium ein, an dem sie verschiedene Positionen innehatte. Zeitweise war sie Mitarbeiterin Bulgariens bei den Vereinten Nationen in New York. Zwischen 1986 und 1990 fungierte sie als Beraterin des Außenministers im Rang einer Ersten Sekretärin. Von 1995 an koordinierte sie als Stellvertreterin des Ministers die Beziehungen Bulgariens zur Europäischen Union[2]; von November 1996 bis Februar 1997 leitete sie im Kabinett von Premierminister Schan Widenow das Ministerium selbst.

Als Mitglied der Bulgarischen Sozialistischen Partei gehörte sie zwischen 1990 und 1991 der verfassungsgebenden Großen bulgarischen Nationalversammlung sowie zwischen 2001 und 2005 dem Narodno Sabranie, dem nationalen Parlament, an. Seit 2005 ist sie bulgarische Botschafterin in Frankreich und Monaco sowie bei der UNESCO.

UNESCO[Bearbeiten]

Am 22. September 2009 schlug sie der UNESCO-Exekutivrat als Nachfolgerin von Kōichirō Matsuura zur Generaldirektorin der Organisation vor. Zuvor hatte sie sich in fünf Wahlgängen gegen ihren schärfsten Konkurrenten, den Ägypter Faruk Hosni, und sieben weitere Bewerber durchgesetzt. Die Generalkonferenz der UNESCO bestätigte ihre Wahl am 15. Oktober 2009.[3] Die offizielle Amtsübergabe war am 15. November 2009. Sie ist damit die erste Frau und die erste Vertreterin eines früheren sozialistischen Staates an der Spitze einer UN-Organisation.

Für ihre Leistungen in diesem Amt erhielt sie 2011 die Ehrendoktorwürde der Universität Haifa.

Familie[Bearbeiten]

Irina Bokowa ist verheiratet und hat zwei erwachsene Kinder.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Irina Bokowa – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Ташо Ташев: Министрите на България 1879-1999. АИ „Проф. Марин Дринов“ / Изд. на МО, София 1999, ISBN 978-954-430-603-8 / ISBN 978-954-509-191-9.
  2. Die erste Frau an der Spitze der Unesco Die Welt, 24. September 2009
  3. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatErste Frau an der Spitze der Unesco. NZZ Online, abgerufen am 15. Oktober 2009.