Bulgarische Kommunistische Partei

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Die Bulgarische Kommunistische Partei (kurz BKP; bulgarisch Българска комунистическа партия Balgarska Komunisticeska Partija) war der Name der Bulgarischen Sozialistischen Partei ab 1919 bis 1924 und ab 1948 bis zum 1. April 1990. Sie war die führende Partei in der Volksrepublik Bulgarien von 1946 bis 1990. Offizielle Parteizeitung zwischen 1948 und 1990 war das Rabotničesko delo („Die Arbeitersache“).

Geschichte[Bearbeiten]

bis 1945[Bearbeiten]

Die Wurzeln der Partei liegen in einer sozialdemokratisch orientierten Arbeiterpartei von Bulgarien, bekannt als Tesni socialisti (dt. „Engere Sozialisten“), die 1903 gegründet wurde. Der erste Parteivorsitzende war Dimitar Blagoew, ihm folgte Georgi Dimitrow. Die Partei war gegen den Ersten Weltkrieg, sympathisierte mit der Oktoberrevolution in Russland und trat der Kommunistischen Internationalen bei deren Gründung 1919 als Bulgarische Kommunistische Partei bei. 1923 initiierte sie in Bulgarien einen Aufstand, der blutig niedergeschlagen wurde. 1925 initiierte sie mehrere Anschläge gegen Würdenträger der Kirche, Ranghohe Offiziere und Politiker sowie gegen den Zaren Boris III., darunter der Bombenanschlag auf die Kathedrale Sweta Nedelja in dem über 200 Menschen ums Leben kamen und über 500 verletzt wurden.[1]

1938 vereinigte sich die Partei mit der Arbeiterpartei zur Bulgarischen Arbeiterpartei. 1948 fusionierte sie mit der Bulgarischen Sozialdemokratischen Arbeiterpartei und wurde wieder zur Bulgarischen Kommunistischen Partei.

Die BKP dominierte die Koalition Vaterland-Front, die 1944 gegen Ende des Zweiten Weltkrieges durch einen Staatsstreich unterstützt durch die Rote Armee an die Macht kam. Sie organisierte die Hinrichtungsprozesse der sogenannten Volksgerichte, in denen die letzten Regierungsmitglieder wie Bogdan Filow, Petar Gabrowski, weitere 8 Berater des Zaren, 22 Minister des Kabinetts Filow, die ehemalige Ministerpräsidenten Dobri Boschilow und Iwan Iwanow Bagrjanow sowie weitere 66 Abgeordnete des bulgarischen Parlaments zum Tode verurteilt wurden. Zwischen dem 9. und 12. September wurden mehrere hundert führende Persönlichkeiten von den Kommunisten gefangen genommen, ermordet oder sie verschwanden für immer. Diese Tage gingen in die bulgarische Geschichte als die Tage des roten Terrors ein.

Ab 1945[Bearbeiten]

Dimitrow war ein Mitglied der Zentralkomitees der Partei von dessen Anfang bis zu seinem Tod 1949 und seit 1946 Bulgariens Staatsoberhaupt.

Nach Dimitrows Tod wurde die Partei von Walko Tscherwenkow geführt, einem radikalen Stalinisten, der eine Vielzahl von Parteisäuberungsmaßnahmen unter Moskaus Leitung beaufsichtigte. Die Bulgarische Kommunistische Partei trat 1948 dem neugegründeten Kominform-Bündnis bei. Dem dortigen Ausschluss der Kommunistischen Partei Jugoslawiens folgten auch „Säuberungen“ von Titoismus-Verdächtigen im Inland. Tausende Parteimitglieder und angebliche Konterrevolutionäre wurden verhaftet. Im Mai 1954, ein Jahr nach Stalins Tod, wurde Tscherwenkow abgesetzt.

Parteivorsitzender von 1954 bis 1989 war Todor Schiwkow, der die Sowjetunion überzeugt unterstützte und ihr auch nach der Absetzung von Nikita Chruschtschow durch Leonid Breschnew nahestand. In dieser Zeit wurden auch die Assimilierungsprozesse gegenüber den bulgarische Moslems und Türken eingeleitet, mit der Folge, dass mehr als 300.000 Menschen das Land verließen.

Ab 1990[Bearbeiten]

Die Forderung nach politischen Reformen, die Osteuropa 1989 überschwemmte, zwang Schiwkow zum Rücktritt und die Partei bewegte sich in eine reformistische Richtung, sagte sich vom Marxismus-Leninismus 1990 los und benannte sich in Bulgarische Sozialistische Partei (BSP) um. Sie hat sich jedoch bis zum jetzigen Zeitpunkt von ihrer kommunistischer Vergangenheit und die mit ihr verbundenen Verbrechen nicht distanziert.

In der Folge spalteten sich einige Mitglieder ab und bildeten eigene Parteien. Dabei benutzten sie den Namen Bulgarische Kommunistische Partei, um an ihre Tradition knüpfen zu können. Diese Parteien gehören jedoch mit einer geringen Zahl von Anhängern und eine davon ist Teil einer Koalition, die von der BSP geführt wird, so die Kommunistische Partei Bulgariens mit Alexander Paunow, die der Koalition für Bulgarien angehört. Andere nennenswerte Partei ist die Partei der bulgarischen Kommunisten, die von Wassil Petrow Kolarow und Mintscho Petrow Mintschew angeführt wird und an der Bulgarischen Linken Koalition (zusammen mit Balgarskata Lewiza) für die Parlamentswahlen 2009 teilnahm, die von der deutschen Partei Die Linke inspiriert wird. Der Enkel des ehemaligen kommunistischen Anführers Wassil Kolarow bezichtigt BSP des Verrats der sozialistischen Ideen und der Abdikation vom linken politischen Spektrum, nennt sie eine rechte Partei und behauptet, sein Großvater hätte sie kritisiert.[2]. Die Bulgarische linke Koalition gewann bei diesen Wahlen 8762 oder 0,21 % der Stimmen.[3]

Die Koalition für Bulgarien gewann bei den Wahlen 2001 17,1 % der Stimmen und 48 von 240 Sitze. Bei den Parlamentswahlen am 25. Juni 2005 gewann die Koalition 34,2 % der Stimmen und 82 von 240 Sitzen und regierte in einer Dreierkoalition mit der liberalen NDSW und der Minderheitspartei DPS. Nach den Parlamentswahlen 2009 ist sie zusammen mit der DPS oppositionelle Partei.

Vorsitzender der Partei[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Крум Благов: 50-те най-големи атентата в българската история. Abgerufen am 14. Juli 2012.
  2. Interview mit Wassil P. Kolarow
  3. Ergebnisse auf der Webseite der zentralen Wahlkommission