Irische Schrift

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Beispieltext im Font Dubhlinn
Beispiele irischer Druckschriften. Die Abbildung zeigt eine moderne, regelmäßige Druckversion dieser Schrift, einschließlich der nur in Fremdwörtern gebrauchten Buchstaben j, k, q, v, w, x, y und z, jedoch ohne insulare Langformen der Kleinbuchstaben r und s

Die irische Schrift (irisch Cló Gaelach) ist eine insulare Halbunziale, eine Sonderform der lateinischen Schrift. Sie wurde ab etwa dem 7. Jahrhundert in Handschriften verwendet und seitdem geringfügig weiterentwickelt. Erstmals ab 1571 bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts wurde sie als übliche Druckschrift für Texte in irischer Sprache verwendet. Heute wird sie fast ausschließlich für dekorative Zwecke gebraucht.

Lenierte Konsonanten werden nicht, wie in moderner Antiqua, durch ein nachgestelltes h, sondern durch einen diakritischen Punkt (ponc séimhithe) gekennzeichnet, der aus dem Punctum delens mittelalterlicher Handschriften hervorging, das heißt: ḃ ċ ḋ ḟ ġ ṁ ṗ ṡ ṫ statt bh, ch, dh, fh, gh, mh, ph, sh, th, z. B. amaċ statt amach (irisch für „heraus“). Dies wird durch das Fehlen der Oberlängen bei den entsprechenden irischen Graphemzeichen erleichtert. Weiterhin kennzeichnend für die irische Schrift ist die häufige Verwendung des tironischen Et zur verkürzten Schreibung des Wortes agus (irisch für „und“).

Nicht verwechselt werden sollte die irische Schrift mit der Ogam-Schrift, die etwa vom 4. bis zum 6. Jahrhundert in Irland und anderen Teilen der britischen Inseln für Inschriften verwendet wurde.