Ise-Bucht

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Ise-Bucht
Gewässer Philippinensee
Landmasse Honshū
Geographische Lage 34° 42′ N, 136° 46′ O34.7136.76666666667Koordinaten: 34° 42′ N, 136° 46′ O
Ise-Bucht (Japan)
Ise-Bucht
Breite ca. 30 km
Tiefe ca. 60 km
Fläche 2130 km²
Größte Wassertiefe 49 m
Mittlere Wassertiefe 19,5 m
Zuflüsse Ibi, Nagara, Kiso, Nikkō, Shōnai, Tempaku, …
Ausdehnung der Ise-Bucht mit Küste gegenüber Tōshi-shima (lila) bzw. Kap Daiō-zaki (lila+blau) als südwestlichstem Punkt

Ausdehnung der Ise-Bucht mit Küste gegenüber Tōshi-shima (lila) bzw. Kap Daiō-zaki (lila+blau) als südwestlichstem Punkt

Die Ise-Bucht (jap. 伊勢湾, Ise-wan, engl. Ise Bay) ist eine Bucht an der japanischen Pazifikküste.

Auf einer künstlichen Insel im Norden der Ise-Bucht liegt der Flughafen Chūbu.

Ausdehnung[Bearbeiten]

Die Bucht wird im Norden durch die Nōbi-Ebene begrenzt mit dem Mündungsgebiet der „Drei Kiso-Flüsse“ (木曽三川, Kiso sansen) Ibi, Nagara und Kiso im Nordwesten, die Mündungsgebiete des Nikkō, Shōnai und Tempaku im Nordosten, sowie im Süden von der Shima-Halbinsel. Im Osten schließt sich die Mikawa-Bucht an, die von der Atsumi-Halbinsel vom Pazifik getrennt wird. Lediglich im Südosten ist die Bucht zum Pazifik hin offen. Das südöstliche Ende bildet Kap Irago-misaki (伊良湖岬, Irago-misaki; 34° 34′ 46″ N, 137° 0′ 58″ O34.579305555556137.01611111111) als äußerstes Ende der Atsumi-Halbinsel. Für das südwestliche Ende gibt es zwei Definitionen. Die Durchführungsverordnung zum japanischen Wasserverschmutzungsgesetz nennt in Artikel 4 Kap Daiōzaki (大王埼; 34° 16′ 34″ N, 136° 53′ 57″ O34.276111111111136.89916666667) am östlichen Ende der Shima-Halbinsel. Bei dieser Definition hat die Bucht eine Größe von 2130 km² mit 49 m als tiefster Stelle.[1] Daneben wird aber auch die weiter nördlich gelegene Küste (34° 30′ 21″ N, 136° 49′ 57″ O34.505833333333136.8325) gegenüber der Insel Tōshi-Insel als Begrenzung genommen.[2] Dadurch ergibt sich eine Fläche von etwa 2000 km².[3]

Geschichte[Bearbeiten]

Im September 1959 wurde die Bucht Namensgeber für den Ise-wan-Taifun, der international „Taifun Vera“ und in Japan, wo die Stürme normalerweise chronologisch nummeriert werden, Taifun Nr. 15 hieß. Winde über 250 km/h, Hochwasser und Erdrutsche verwüsteten das Gebiet rund um die Bucht: Über 5.000 Menschen starben, über 1,5 Millionen wurden obdachlos. Nach dem Taifun wurden rund um die Bucht Dämme errichtet und andere Maßnahmen zum Küstenschutz getroffen, um die Opferzahlen bei einem zukünftigen Taifun zu minimieren.

Industrieanlagen[Bearbeiten]

Rings um die Ise-Bucht befinden sich zahlreiche Kraftwerke des Stromversorgers Chūbu Denryoku, z.B. Chita, Chita Daini, Kawagoe, Shin-Nagoya und Yokkaichi sowie die zugehörige Infrastruktur zu ihrem Betrieb: LNG-Terminals, Speichertanks und eine Gaspipeline, die unter der Ise-Bucht hindurchführt und die LNG-Terminals der Kraftwerke Chita (am östlichen Ufer) und Kawagoe (am westlichen Ufer) miteinander verbindet.[4]

Außerdem sind Ölraffinerien und Stahlwerke (z.B. Nippon Steel & Sumitomo Metal am östlichen Ufer) entlang der Isebucht angesiedelt.

Ise-Bucht

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. 日本の閉鎖性海域. 国際エメックスセンター, 25. März 2009, abgerufen am 20. Oktober 2013 (japanisch).
  2. 伊勢湾. In: 世界大百科事典 第2版 bei kotobank.jp. Abgerufen am 20. Oktober 2013 (japanisch).
  3. eigene Berechnung aus 2130km², abzüglich des Dreiecks Iragomisaki–Daiōzaki–Küste gegenüber Tōshishima
  4. Keiichi YONEYAMA: Actual situation of LNG use at Chubu Electric Power Co., Inc. Chubu Electric Power Company Group, 21. März 2010, abgerufen am 16. September 2014 (PDF 1,1 MB S.8 und 14, englisch).