Jacobus Vaet

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Jacobus Vaet (* 1529 in Kortrijk oder Harelbeke; † 8. Januar 1567 in Wien) war ein franko-flämischer Komponist der Renaissance.

Leben[Bearbeiten]

Über Jacobus Vaet, der aus Kortrijk oder aus dem benachbarten Harelbeeke stammte, ist nicht viel bekannt; wann er geboren ist, wo er seine Jugend verbracht hat, ist einstweilen noch nicht ermittelt, obschon er zu den bedeutenden Komponisten seiner Zeit gezählt werden kann. Auf dem Titelblatt seiner "Modulationes" von 1562 nennt er sich "Flandrus", auf der nächsten Seiten "Belga". Danach stammt er aus den damaligen Niederlanden. Das erste Datum, das seinen Namen nennt, ist das Erscheinungsjahr des Tylman Susatoschen "Liber secundus ecclesiasticarum cantionum", Antwerpen, 1553, in dem einige Beiträge von Vaet erscheinen. Das erste Mal wurde er 1543 als dreizehnjähriger Chorknabe an der Kirche Onze-Lieve-Vrouwe in Kortrijk erwähnt. 1547, nach dem Stimmbruch erhielt er ein Stipendium und wurde an der Universität Löwen immatrikuliert. 1550 ist er als Tenor in der flämischen Kapelle Karls V. in Prag nachweisbar. 1553 stand er im Dienst von Erzherzog Maximilian, ab 1554 als Kapellmeister. Nach der Wahl Maximilians zum Kaiser im Jahr 1564 führte er dieses Amt als Leiter der Hofkapelle bis zu seinem Tode fort. Auch wenn er nur relativ kurz lebte, genoss er in der zeitgenössischen Musikwelt hohe Achtung. Seine erhaltenen Kompositionen sind fast ausschließlich geistliche Vokalwerke.

Jacobus Vaet kann als Komponist des Übergangs zwischen Josquin des Préz und Orlando di Lasso einerseits und Clemens non Papa und Nicolas Gombert andererseits gesehen werden. Der gezielte Einsatz von Dissonanzen gibt seinen Werken einen eher modernen Charakter [1].

Werke[Bearbeiten]

An Werken Vaets sind überliefert und bekannt:

Im Druck erschienen seine Motettensammlungen „Modulationes quinque vocum“ und „Modualtiones quinque et sex vocum“ 1562 in Venedig.

Literatur[Bearbeiten]

Quellen und Weblinks[Bearbeiten]

  1. Thierry Levaux: Le Dictionnaire des Compositeurs de Belgique du Moyen-Age à nos jours, S. 623, Editions: „Art in Belgium“ 2006, ISBN 2-930338-37-7]