Japanische Atomaufsichtsbehörde

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Die Japanische Atomaufsichtsbehörde (jap. 原子力安全・保安院, Genshiryoku anzen-hoan-in, „Institution für Sicherheit der Kernenergie“, engl. Nuclear and Industrial Safety Agency, NISA) war eine japanische Behörde, deren Aufgabe die Gewährleistung der Sicherheit der japanischen Bevölkerung durch Regulierung der Energieindustrie und verwandter Industriezweige war. Sie unterstand dem japanischen Wirtschafts-, Handels- und Industrieministerium METI.

Die ihr direkt übergeordnete Behörde war die Shigen-Energie-chō (資源エネルギー庁, „Behörde für Rohstoffe und Energie“, engl. Agency for Natural Resources and Energy).

Die NISA wurde 2001 während der Reform der Zentralregierung gegründet. Ihre Hauptstelle war in Kasumigaseki, Chiyoda, Tokio und hatte auch Regionalbüros. Die Hauptstelle arbeitete zudem mit dem „Ausschuss für Kernenergie“ (Genshiryoku-iinkai, engl. Japan Atomic Energy Commission) zusammen.

Die NISA wurde von der wissenschaftlichen Nuklearsicherheitskommission der japanischen Regierung (NSC) beraten und überwacht, deren Sitz sich ebenfalls im Ministerienviertel in Kasumigaseki befindet, und von der Japanischen Nuklearenergiesicherheits-Organisation (JNES) unterstützt.

Seit dem Beginn der Nuklearkatastrophe von Fukushima im März wurde sie immer wieder kritisiert, da sie dem Wirtschaftsministerium unterstand, dessen Aufgabe auch die Förderung der Kernenergie war, und der daraus resultierenden Konfliktinteressen.[1] Deswegen wurde sie, und die NSC, zum 19. September 2012 aufgelöst und durch die Genshiryoku Kisei Iinkai ersetzt.[2]

Zwei Monate zuvor, also im Juli, hatte eine Kommission der japanischen Regierung einen 450seitigen Abschlussbericht zu Fukushima vorgelegt. Die NISA wird in dem Bericht als zahnlose Behörde beschrieben, die ihre Rolle als Aufsichtsorgan nicht erfüllt habe. [3]

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1.  Martin Fackler: Japan’s Premier Seeks Support for Using Nuclear Power. In: The New York Times. 9. Juni 2012, S. A4 (Online).
  2. 原子力規制委、人事は横滑り 保安院と安全委19日廃止. In: Asahi Shimbun. 18. September 2012, abgerufen am 22. September 2012 (japanisch).
  3. spiegel.de 23. Juli 2012: Fukushima-Ausschuss prangert Vertuschung an