Jean-Claude Brisseau

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Jean-Claude Brisseau (* 17. Juli 1940 in Paris) ist ein französischer Filmemacher. Seine Arbeiten befassen sich mit der „dunklen“ Seite der Sexualität.

Leben[Bearbeiten]

Ursprünglich Französischlehrer in der Banlieue, begann er als Autodidakt Schmalfilme zu drehen. Er wurde von Éric Rohmer entdeckt und gefördert. Obwohl er anfangs seine sozialen Erfahrungen einarbeitete, wollte er nicht Realist oder Sozialkritiker sein.

Im Jahr 1988 erhielt er in Cannes für Lärm und Wut einen Förderpreis, 1992 wurde Céline in Berlin für den Goldenen Bären nominiert.

Gleichgültig, ob berechnete Provokation oder eher ins Bild gesetzte Obsession, sein Hang, in einzelnen Szenen auch pornografischen Ansprüchen zu genügen, brachte ihn mit Heimliche Spiele in eine Grenzsituation. Das wohl drastische Casting wurde von der französischen Justiz als sexuelle Belästigung gewertet und mit einer Bewährungsstrafe geahndet. Der Film selbst wurde von den angesehenen Cahiers du cinéma als bester Film des Jahres bezeichnet. Der Erfolg führte zu zwei weiteren Filmen, Teuflische Engel – Heimliche Spiele 2 (2006) und Gefallene Engel – Heimliche Spiele 3 (2009). Ein erneutes Ermittlungsverfahren 2006 mit demselben Vorwurf wie von 2002 verlief folgenlos für ihn. Im zweiten Teil der Reihe verarbeitete er die Erlebnisse aus den Castings aus seiner Sicht.

2012 erhielt er für La Fille de Nulle Part den Goldenen Leoparden des Internationalen Filmfestivals von Locarno.[1] Der Film stellt einen verwitweten und pensionierten Mathematikprofessor (dargestellt von Claude Morel) in den Mittelpunkt, der eine junge obdachlose Frau (Virginie Legeay) bei sich aufnimmt.[2]

Filmografie[Bearbeiten]

  • 1978: Das Leben wie es ist (La vie comme ça) – Buch und Regie
  • 1983: Grausames Spiel (Un jeu brutal) – Buch und Regie
  • 1988: Lärm und Wut (De bruit et de fureur) – Buch und Regie
  • 1989: Weiße Hochzeit (Noce blanche) – Buch und Regie
  • 1992: Céline – Buch und Regie
  • 1994: Ein schwarzer Engel (L'ange noir) – Buch und Regie
  • 2000: Die armen Leute und der liebe Gott (Les savates du bon Dieu) – Buch und Regie
  • 2002: Heimliche Spiele (Choses secrètes) – Buch und Regie
  • 2006: Teuflische Engel – Heimliche Spiele 2 (Les anges exterminateurs) – Buch und Regie
  • 2008: Gefallene Engel – Heimliche Spiele 3 (A l'aventure) – Buch und Regie
  • 2012: La Fille de Nulle Part – Buch und Regie (Das Mädchen von nirgendwo).

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Pardo d’oro: “La Fille de nulle part” bei pardolive.ch, 11. August 2012 (abgerufen am 12. August 2012).
  2. Deutsche Filmbeschreibung bei pardolive.ch (abgerufen am 12. August 2012).