Jean-Claude Forest

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Jean-Claude Forest (* 11. September 1930 in Le Perreux-sur-Marne bei Paris; † 30. Dezember 1998) war ein französischer Comiczeichner.

Werdegang[Bearbeiten]

Jean-Claude Forest studierte an der École des Arts et Métiers in Paris und konnte bereits 1949 während des Studiums seinen ersten Comic, Flèche Noire, eine Adaption von Robert Louis Stevensons Der schwarze Pfeil, veröffentlichen. Ab 1952 zeichnete er für das Comicmagazin Vaillant, gestaltete Taschenbuchumschläge im Science-Fiction-Bereich und veröffentlichte seine ersten freizügigen Comics in der Tageszeitung France-Soir.

Nach seinem Erfolg mit Barbarella gründete er 1964 das Comicmagazin Chouchou, in dem er mit seiner Reihe Bébé Cyanure die Idee der jugendlichen Heldin in der Zukunft fortführte, die Titelheldin wirkte wie eine kleine Schwester von Barbarella. Das Magazin musste jedoch nach 14 Ausgaben wieder eingestellt werden.

1971 begann Forest eine neue Serie Hypocrite, die zunächst in der France-Soir und ab 1972 im Magazin Pilote erschienen. Diese und folgende Serien konnten aber an den Erfolg von Barbarella nicht anknüpfen und er betätigte sich in den folgenden Jahren überwiegend als Autor für andere Zeichner. Mit Jacques Tardi schuf er 1978 den Comic-Roman Ici Même. Er schrieb die Story für Die Schiffbrüchigen der Zeit (Zeichner Paul Gillon) und arbeitete mit Max Cabanes. Ab 1980 schrieb er für das Magazin (à suivre). 1986 wurde er Chefredakteur für die Kinderzeitschriften im Verlag Bayard-Presse.

Barbarella[Bearbeiten]

International erfolgreich wurde Forest mit seiner Serie Barbarella, die 1962 im V Magazin erschien. Barbarella, eine großbusige Science-Fiction-Heldin, war attraktiv, sexuell aktiv und sehr freizügig. Sie setzte sich damit stark von den zu der Zeit überwiegend auf jüngeres Publikum ausgerichtete Comicpublikationen in Frankreich ab. Die Comics hatten recht einfach strukturierte Handlungen, im Vordergrund standen die erotischen Abenteuer der mit einem hautengen Anzug bekleideten Hauptfigur. Barbarella gab sich nahezu jedem Mann hin, der ihr begegnete und ließ auch einen Roboter nicht aus. Die Darstellung der sexuellen Handlung selbst wurde dabei allerdings immer ausgespart, nur die Szenen davor oder danach wurden dem Leser präsentiert. 1964 erschien ein Album mit den ersten acht Episoden, das wegen seiner erotischen Darstellungen zunächst auf heftigen Widerstand stieß und vorübergehend verboten wurde. Durch den öffentlichen Aufruhr und das Verbot wurde das Interesse an dem Comic jedoch immer größer, so dass 1966 und 1968 Neuauflagen erschienen, in denen allerdings leichte Retuschen vorgenommen wurden. Es erschienen insgesamt vier Barbarella-Alben. Forest gestaltete auch das Design der Verfilmung mit Jane Fonda in der Hauptrolle, die 1968 erschien.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

1983 gewann er den Grand Prix de la Ville d'Angoulême des Internationalen Comicfestivals in Angoulême ausgezeichnet.