Barbarella (Film)

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Filmdaten
Deutscher Titel Barbarella
Originaltitel Barbarella
Produktionsland Frankreich, Italien
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 1968
Länge 98 Minuten
Altersfreigabe FSK 16
Stab
Regie Roger Vadim
Drehbuch Roger Vadim
Terry Southern
Produktion Dino De Laurentiis
Musik Bob Crewe
Charles Fox
Kamera Claude Renoir
Schnitt Victoria Mercanton
Besetzung

Barbarella ist ein Science-Fiction-Film des französischen Regisseurs Roger Vadim aus dem Jahr 1968. Er wurde parallel in englischer und französischer Sprache gedreht. Vorlage waren die gleichnamigen Comics des französischen Zeichners Jean-Claude Forest, die ab 1962 in dem französischen V-Magazine und später auch in Buchform erschienen.

Die Hauptfigur Barbarella reist durch die Galaxis und erlebt zahlreiche Abenteuer, auch erotische, mit Männern, Frauen und einem blinden Vogelmenschen. Die berühmt gewordene Anfangsszene zeigt einen Striptease in scheinbarer Schwerelosigkeit.

Handlung[Bearbeiten]

Im Jahr 40.000 erhält die Astronautin Barbarella vom Erdpräsidenten den Auftrag, den vermissten Wissenschaftler Durand-Durand zu finden und ihn an der Entwicklung einer Waffe zu hindern, die den jahrhundertelangen galaktischen Frieden bedrohen könnte. Streng genommen ist ihr Beruf nicht Astronautin, sondern Astronavigatrice und der Gruß vom Erdpräsidenten an sie und retour ist: „Sieg der Liebe“. Auf dem Weg zu dem Planeten, auf dem Durand-Durands Raumschiff abgestürzt ist, geraten Barbarella und ihr Raumschiff ebenfalls in einen „elektrischen Strudel“ in der Atmosphäre des Planeten. Barbarella und ihr Raumschiff stürzen ab.

Nach der Bruchlandung wird sie von kindartigen Wesen gefesselt und von deren Puppen angegriffen, die sie mit ihren messerscharfen Zähnen um ein Haar verspeisen. Gerettet wird sie in letzter Sekunde von einem stark behaarten Unbekannten, der ihr die Vorzüge des körperlichen Sex offenbart – sie kannte bisher nur den durch sogenannte „Verzückungsübertragungspillen“ simulierten Geschlechtsverkehr. Der Mann und seine Crew, bestehend aus zwei Robotern, bringen Barbarella mit einem Fahrzeug zu ihrem beschädigten Raumschiff zurück. Dort angekommen, beginnt der Unbekannte mit den Reparaturen. Als das Raumschiff endlich wieder flugtüchtig ist, fliegt Barbarella davon; ein Teil wurde wohl nicht richtig geflickt und so stürzt Barbarella erneut ab.

Auf der Suche nach Hilfe trifft sie auf den blinden Pygar, nach eigenem Bekunden letzter der Ornithothropen, der sie zu einem Labyrinth bringt, wohin „Der große Tyrann“, der Herrscher des Planeten, all jene verbannt, die seinem Regime gegenüber nicht absolut loyal sind. Zudem werden in Sogo, der Hauptstadt des Planeten, nur sehr bösartige Wesen toleriert. Pygar, der in der Stadt gequält wurde, traut sich nicht mehr zu fliegen. Barbarella verliebt sich in ihn und nach langem Sex ist Pygar wieder flugbereit. Ein Bekannter von Pygar, ein etwas schusseliger Professor, hilft Barbarella, ihr Raumschiff zu reparieren, während sie und Pygar zu der Stadt „Des großen Tyrannen“ fliegen. Auf dem Weg dorthin treffen sie allerdings auf Raumschiffe, die das Feuer auf Barbarella und ihren Freund eröffnen. Doch mit Barbarellas Laserwaffen können alle zerstört werden.

Als sie in der Stadt ankommen, entdeckt Barbarella „Den großen Tyrannen“, bei dem es sich um eine brünette Frau handelt. Sie möchte Barbarella zum lesbischen Sex animieren. Als Barbarella sich weigert, lässt „Der große Tyrann“ sie und Pygar einsperren. Barbarella gelingt jedoch mit Hilfe der Rebellen die Flucht. Sie findet heraus, dass Durand-Durand mit der sogenannten „Lustorgel“ eine Waffe erschaffen hat, die ein Opfer durch ein Übermaß an sexueller Lust tötet. Auch Barbarella wird der Wirkung des Geräts ausgesetzt, sie überlebt jedoch, wobei das Gerät zerstört wird. Mit der Hilfe von Aufständischen können die Roboter und Raumschiffe „Des großen Tyrannen“ vernichtet werden.

Um sich zu schützen, setzt Durand-Durand seine mächtigste Waffe ein – eine riesige Strahlenkanone, mit deren Hilfe er alle Aufständischen in die vierte Dimension versetzt. Doch durch „Den großen Tyrannen“ wird der Mathmos, eine Art Anti-Gaia, befreit, das die Stadt und mit ihr Durand-Durand und seine Strahlenkanone zerstört. Pygar, „Der große Tyrann“ und Barbarella sind am Ende die einzigen Überlebenden, sie fliegen zu Barbarellas Raumschiff zurück, das dank des Professors nun wieder funktioniert.

Hintergrund[Bearbeiten]

Für die Hauptrolle war die blonde Italienerin Virna Lisi ursprünglich die erste Wahl, aber sie brach die Verhandlungen ab und ging zurück nach Italien. Für Jane Fonda, die seit 1965 mit Roger Vadim verheiratet und bis dahin eher nur als Tochter von Henry Fonda bekannt war, bedeutete diese Rolle den internationalen Durchbruch. Auch den Modeschöpfer Paco Rabanne, Entwerfer des hautengen Catsuits von Jane Fonda, machte der Film schlagartig bekannt.

An einer Stelle wird das galaktisch anmutende Kennwort Llanfairpwllgwyngyllgogerychwyrndrobwllllantysiliogogogoch benutzt – tatsächlich ist es der Name einer Gemeinde in Wales.

Kritiken[Bearbeiten]

Für Patrick Lee von Science Fiction Weekly fällt der Film in die Kategorie „so-bad-it’s-good“ (so schlecht, dass es (schon wieder) gut ist). Almar Haflidason von der BBC lobte die Kameraarbeit und die ausgefallenen, wenn auch billig aussehenden Sets und bemängelte, dass der Film zeitweise nervtötend werden könne. Eine Nachbetrachtung des Films durch den Betreiber des Österreichischen Werbemuseums, Peter Suschny, in Wien im Jahr 2004 ergab hingegen, dass der Film bahnbrechend sei in Bezug auf das, was in den 1970ern dann als Sexwelle bezeichnet wurde.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Jane Fonda wurde für ihre Rolle 1970 für den Laurel Award nominiert.

Bei einer Auflistung der „100 besten Filme für Männer“ („The 100 Greatest Guy Movies Ever Made“) des Männermagazins Maxim (August 1998) landete der Film auf Rang 86.

Zitate, Hommagen und Neubearbeitungen[Bearbeiten]

  • Die Band Duran Duran benannte sich nach dem (fast) gleichnamigen Bösewicht.
  • Kylie Minogue zitierte den schwerelosen Striptease in ihrem Musik-Video zu Put Yourself in My Place, Jem desgleichen in einem ihrer beiden Videos zu They.
  • Die Band Matmos und der Lavalampen-Hersteller Mathmos übernahmen ihre Namen von der lavaartigen Masse, die in dem Film eine wichtige Rolle spielt.
  • Die Techno-Produzenten Sven Väth und Ralf Hildenbeutel ließen sich durch den Film zu fünf Titeln für das Album The Art of Dance inspirieren.[1]
  • Stan Lee wählte 2003 für seine spärlich bekleidete Cartoonheldin, die als Agentin mit geheimem Auftrag Schurken zur Strecke bringt und äußerlich (und stimmlich) an Pamela Anderson angelehnt ist, den Namen Stripperella.
  • In der Serie Absolutely Fabulous gibt es eine Anspielung auf Barbarella. Einer der Charaktere, Patsy Stone, hat anscheinend in den 1970ern bei einem Porno mitgespielt und heißt dort Boobarella.
  • In Wien hatte im März 2004 ein gleichnamiges Musical Premiere. Die Musik komponierte David A. Stewart, die Titelrolle spielte Nina Proll, die Rolle der Schwarzen Königin spielte Eva Marold.
  • Unter der Regie von Robert Rodriguez war eine Neuverfilmung geplant, das Projekt wurde jedoch wieder abgesagt.
  • Filmgeschichtliche Wirkung haben gleich mehrere Motive aus Barbarella entfaltet:
    • Beim Betreten des Labyrinths vor der Stadt Sogo werden Sklaven gezeigt, die in einem spinnwebenartigen Kokon gefangen sind. Die Szene hat große Ähnlichkeit mit den Opfern des Alien in James Camerons Aliens – Die Rückkehr.
    • Die Inszenierung des Engels Pygar als Gekreuzigter wird in Jonathan Demmes Das Schweigen der Lämmer zitiert, als Hannibal Lecter bei seinem Ausbruch aus dem Käfig einen seiner Bewacher in ähnlicher Haltung im Raum aufhängt.
  • Während einer Kunstausstellung (8. Februar – 19. April 2009) im Berliner KW Institute for Contemporary Art wird der Vorspann des Films wieder einer breiteren Öffentlichkeit vorgeführt. Im Eingangsbereich des Veranstalters wurde von einem Künstler ein ca. 5 m breites und 3 m hohes Gemälde der sich entkleidenden Jane Fonda mittels Airbrush angefertigt. Dieses Bild ist zum Teil auch auf dem Flyer zur Ausstellung zu sehen.
  • Emily Fields aus der US-Serie Pretty Little Liars verkleidete sich während der 3. Staffel in einer Halloween-Episode als Barbarella

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Album The Art of Dance