Angoulême

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Dieser Artikel erläutert die französische Stadt Angoulême; zu anderen Bedeutungen siehe Angoulême (Begriffsklärung).
Angoulême
Wappen von Angoulême
Angoulême (Frankreich)
Angoulême
Region Poitou-Charentes
Département Charente (Präfektur)
Arrondissement Angoulême
Kanton Chef-lieu von 3 Kantonen
Koordinaten 45° 39′ N, 0° 10′ O45.6494444444440.1594444444444477Koordinaten: 45° 39′ N, 0° 10′ O
Höhe 25–130 m
Fläche 21,85 km²
Einwohner 41.776 (1. Jan. 2011)
Bevölkerungsdichte 1.912 Einw./km²
Postleitzahl 16000
INSEE-Code
Website http://www.angouleme.fr

Blick über die Stadt Angoulême

Angoulême (okzitanisch Engoleime oder Engoulaeme) ist die Hauptstadt des westfranzösischen Départements Charente in der Region Poitou-Charentes. und zählt 41.776 Einwohner (Stand 1. Januar 2011). Die durchschnittliche Höhenlage beträgt 100 Meter über dem Meeresspiegel.

Angoulême ist durch das Cité internationale de la bande dessinée et de l’image und das Festival international de la bande dessinée als Stadt des Comics bekannt, wurde mit dem staatlichen Prädikat Ville d’art et d’histoire (Stadt der Kunst und der Geschichte) ausgezeichnet und zieht zahlreiche Touristen an.

Lage[Bearbeiten]

Angoulême liegt auf einem Hügel oberhalb der Charente in einer Höhe von etwa 50 und 130 Metern ü. d. M.; die nächstgrößere Stadt ist das etwa 45 Kilometer (Fahrtstrecke) westlich gelegene Cognac.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Jahr 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2006
Einwohner 48.190 47.822 47.221 46.197 42.876 43.137 42.096

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts hatte die Stadt etwa 13.000 Einwohner; zu Beginn des 20. Jahrhunderts waren es bereits etwa 38.000. Nach dem Höchststand in den 1960er Jahren wanderten viele Einwohner durch die größere Mobilität und wegen der auf dem Lande deutlich niedrigeren Immobilienpreise in die umliegenden Gemeinden ab.

Geschichte[Bearbeiten]

Die aus der Römersiedlung Ecolisma (oder Iculisma) hervorgegangene Bischofsstadt Angoulesme hat eine bewegte Geschichte. Sie wurde 507 von dem Merowinger Chlodwig I. den Westgoten entrissen und im 9. Jahrhundert von den Normannen geplündert. Im Mittelalter war sie Hauptstadt der Grafschaft Angoulême und ein Hauptknotenpunkt der Jakobspilger auf dem Weg nach Santiago de Compostela in Spanien. Angoulême erhielt 1204 die Stadtrechte durch den englischen König Johann Ohneland. Im Vertrag von Brétigny (1360) wurden Stadt und Grafschaft an England abgetreten, doch schon 1373 von Karl V. zurückerobert. Die Stadt erlitt während der französischen Religionskriege schwere Zerstörungen, besonders nach ihrer Eroberung durch protestantische Truppen unter Coligny.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Prähistorische Funde zeigt das Musée archéologique. Zu den mittelalterlichen Überresten zählen die denkmalgeschützten Befestigungsanlagen aus dem 12. und 13. Jahrhundert (im 16. und 17. Jahrhundert verändert); von dem früheren Schloss sind am heutigen Rathaus zwei Türme erhalten, der Tour Lusignan (13. Jahrhundert) und der Tour de Valois (15. Jahrhundert). Der ehemalige Bischofspalast (12., 15. und 18. Jahrhundert) beherbergt heute das städtische Museum.

Unter den Sakralbauten sind die Kathedrale St-Pierre hervorzuheben sowie die Kirche St-André (12.und 16. Jahrhundert) und die ehemalige Kapelle der Cordeliers (13.–15. Jahrhundert) sowie der Schlafsaal der Mönche (16. Jahrhundert). Im 19. Jahrhundert errichtete Paul Abadie der Ältere die Kirche St-Jacques, sein gleichnamiger Sohn, Restaurator der Kathedrale, die neoromanische Kirche St-Martial und die neogotische Kirche St-Ausone.

Sehenswerte Museen sind:

  • Musée des Beaux-Arts (Museum der Schönen Künste)
  • Musée de la Société archéologique et historique de Charente (Museum der archäologischen und historischen Gesellschaft der Charente)
  • Fonds régional d’Art contemporain (regionaler Fundus zeitgenössischer Kunst) im Stadtpalast Hôtel Saint-Simon
  • Musée de la Résistance et de la Déportation (Museum des Widerstandes und der Deportation)
  • Atelier-musée du papier Le Nil (Museum der Papierherstellung mit Werkstatt)
  • Centre national de la Bande dessinée et de l’Image (staatliches Zentrum des Comics und des Bildes), dem eine Bibliothek mit 10.000 Comics angeschlossen ist

Kathedrale St-Pierre[Bearbeiten]

Saint Pierre - Westfassade
Hauptartikel: Kathedrale von Angoulême

Die spätromanische Kathedrale St-Pierre (1105–1128), Sitz des römisch-katholischen Bistums Angoulême, wurde in sehr kurzer Zeit errichtet. Sie ist ein Beispiel für die in dieser Region verbreiteten aquitanischen Kuppelkirchen. Diese werden nach dem bedeutendsten, in Périgueux entstandenen Bau dieser Gruppe von Sakralbauten der sogenannten „Périgord-Schule“ zugeordnet. Merkmal dieser typischen Bauform ist die Überwölbung des Langhauses mit aufeinanderfolgenden Kuppeln.

Die mehrgeschossige, durch fünffache Bogenstellung aufgeteilte Fassade der Kathedrale ist mit reichem Skulpturenschmuck besetzt und für die Geschichte der romanischen Plastik in Westfrankreich von Bedeutung, allerdings hat sie durch eine im 19. Jahrhundert von Paul Abadie durchgeführte Restaurierung gelitten.

Kultur[Bearbeiten]

In Angoulême findet jährlich das Festival International de la Bande Dessinée d’Angoulême statt, eines der bekanntesten Comicfestivals Europas.

Erwerbsquellen[Bearbeiten]

Angoulême ist Zentrum des örtlichen Weinanbaugebietes. Erwerbsquellen sind Weinanbau und Weinhandel, wie auch Fremdenverkehr, Papierindustrie, Maschinenbau und elektronische Industrie.

Verkehr[Bearbeiten]

Die Stadt ist per Autobahn gut zu erreichen. Der Flughafen Angoulême-Cognac wird unter anderem von der Billigfluggesellschaft Ryanair angeflogen, allerdings nur ab London-Stansted.

Öffentlicher Verkehr[Bearbeiten]

Das Bahnhofsgebäude

Der Bahnhof der Stadt befindet sich nördlich der Altstadt an der Bahnstrecke Paris–Bordeaux. Der Hochgeschwindigkeitszug Train à grande vitesse verbindet die Stadt mit Paris in 2 Stunden 10 Minuten. Des Weiteren gibt es TER Verbindungen nach Poitiers, Limoges, Bordeaux und Royan.

Von 1900 bis 1933 verkehrte eine Straßenbahn, mit sieben Linien, in der Stadt. Heutzutage tragen Busse der Société d'économie mixte des transports du grand Angoulême (STGA) die Hauptlast des öffentlichen Verkehrs.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Die Stadt Angoulême pflegt Partnerschaften mit folgenden Städten

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Angoulême – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien