Jochen Schmidt (Germanist)

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Jochen Schmidt (* 14. Dezember 1938 in Berlin) ist ein deutscher Germanist und Literaturwissenschaftler.

Leben[Bearbeiten]

Jochen Schmidt studierte von 1957 bis 1963 Germanistik, Gräzistik, Romanistik und Geschichte in München, Tübingen, Paris und Freiburg. Schmidt wurde 1965 in Tübingen bei Friedrich Beißner über Hölderlins Elegie „Brod und Wein“ promoviert. Er habilitierte sich 1973 in Tübingen über Heinrich von Kleist

Jochen Schmidt war von 1978 bis 1988 Professor für Neuere Deutsche Literatur an der Eberhard-Karls-Universität Tübingen und von 1988 bis zu seiner Emeritierung 2004 an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. Seit 1997 ist Schmidt Mitglied der Heidelberger Akademie der Wissenschaften. Er ist vor allem für seine zweibändige Geschichte des Genie-Gedankens in der deutschen Literatur, Philosophie und Politik (1985) und als Hölderlin-Forscher und -Herausgeber bekannt.

Schmidt hat Hölderlins Sämtliche Werke und Briefe im Deutschen Klassiker Verlag (3 Bände mit 1.500 Seiten Kommentar) herausgegeben.

Jochen Schmidt war von 2008 bis 2014 Projektleiter des Großprojektes Nietzsche-Kommentar der Heidelberger Akademie der Wissenschaften.[1]

Für seine Forschungen zur Literatur- und Ideengeschichte der klassisch-romantischen Epoche wurde ihm 2013 die Goldene Goethe-Medaille der Goethe-Gesellschaft in Weimar verliehen, mit der ihn eine langjährige Vorstandsmitgliedschaft verbindet.[2]

Schriften[Bearbeiten]

  • Hölderlins Elegie „Brod und Wein“. De Gruyter, Berlin 1968.
  • Hölderlins letzte Hymnen „Andenken“ und „Mnemosyne“. Niemeyer, Tübingen 1970.
  • Heinrich von Kleist. Studien zu seiner poetischen Verfahrensweise. Niemeyer, Tübingen 1974.
  • Ohne Eigenschaften. Eine Erläuterung zu Musils Grundbegriff. Niemeyer, Tübingen 1975.
  • Hölderlins später Widerruf in den Oden „Chiron“, „Blödigkeit“ und „Ganymed“. Niemeyer, Tübingen 1978.
  • Die Geschichte des Genie-Gedankens in der deutschen Literatur, Philosophie und Politik 1750-1945. 2 Bände. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1985. 3. Auflage: Winter, Heidelberg 2004.
  • (Hrsg.) Aufklärung und Gegenaufklärung in der europäischen Literatur, Philosophie und Politik von der Antike bis zur Gegenwart. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1989.
  • Hölderlins geschichtsphilosophische Hymnen „Friedensfeier“, „Der Einzige“, „Patmos“. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1990.
  • Goethes „Faust“. Erster und Zweiter Teil. Grundlagen - Werk - Wirkung. Beck, München 1999. 3. Auflage 2011.
  • Metamorphosen der Antike in Goethes Werk. Winter, Heidelberg 2002.
  • Heinrich von Kleist. Die Dramen und Erzählungen in ihrer Epoche. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2003. 2. Auflage 2008.
  • Goethes Altersgedicht „Urworte. Orphisch“. Grenzerfahrung und Entgrenzung. Winter, Heidelberg 2006.
  • mit Barbara Neymeyr und Bernhard Zimmermann (Hrsg.): Stoizismus in der europäischen Philosophie, Literatur, Kunst und Politik. Eine Kulturgeschichte von der Antike bis zur Moderne. 2 Bände. De Gruyter, Berlin 2008.
  • mit Ute Schmidt-Berger: Mythos Dionysos. Texte von Homer bis Thomas Mann. Reclam, Stuttgart 2008.
  • Kommentar zu Nietzsches „Die Geburt der Tragödie“. De Gruyter, Berlin 2012.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Nietzsche-Kommentar [1]
  2. Werner Frick: Ein prägender Gelehrter. Zum 75. Geburtstag des Germanisten Jochen Schmidt. In: Badische Zeitung vom 14. Dezember 2013. Mit Porträtfoto. Abgerufen am 19. Dezember 2013.