Schwäbische Zeitung

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Schwäbische Zeitung
Schwäbische Zeitung-Logo
Beschreibung regionale Tageszeitung
Verlag Medienhaus Schwäbischer Verlag GmbH & Co. KG, Ravensburg
Erstausgabe 4. Dezember 1945
Erscheinungsweise werktäglich
Verkaufte Auflage
(IVW 2/2014, Mo–Sa)
167.968 Exemplare
Chefredakteur Hendrik Groth
Weblink http://www.schwaebische.de

Die Schwäbische Zeitung ist eine laut Untertitel unabhängige Tageszeitung für christliche Kultur und Politik, mit Unternehmenssitz in Ravensburg. Herausgeber der Tageszeitung ist das Medienhaus Schwäbisch Media, Schwäbischer Verlag GmbH & Co. KG Drexler, Gessler. Sie ist mit einer verkauften Auflage von 167.968 Exemplaren[1] eine der größten regionalen Abonnementzeitungen in Baden-Württemberg und erschien erstmals am 4. Dezember 1945 in Leutkirch. Bis zum Umzug nach Ravensburg im Januar 2013 war Leutkirch auch Sitz des Verlags und der Zentralredaktion.

Geschichte[Bearbeiten]

Nachkriegszeit[Bearbeiten]

In den Gründungsjahren nach Ende des Zweiten Weltkriegs wirkten führende Mitarbeiter der ehemaligen Frankfurter Zeitung mit (so der aus dem Landkreis Biberach stammende letzte Verlagsleiter der Frankfurter Zeitung, Wendelin Hecht, die Redakteure Johannes Schmid und Ernst Trip sowie der Schriftsteller Heinrich Schirmbeck). Der in Anlehnung an die Frankfurter Zeitung in Fraktur gesetzte Titel der Schwäbischen Zeitung geht auf den Einfluss dieser Männer zurück. Bis Anfang der 1950er Jahre bediente die Schwäbische Zeitung mit ihrer „interlokalen“ Ausgabe einen gewissen überregionalen Markt. Von 1963 bis 1988 führte der Theodor-Wolff-Preis-Träger Chrysostomus Zodel, der zuvor Chefredakteur der Stuttgarter Nachrichten gewesen war, das Blatt. Bis in die 1990er Jahre gingen zahlreiche Journalistenpreise (vgl. z. B. Theodor-Wolff-Preis, Wächterpreis der deutschen Tagespresse) an Journalisten der Schwäbischen Zeitung. Eine Reihe von national bedeutsamen Journalisten wie Thilo Bode (sen.), Ulrich Ritzel, Hartmut Paeffgen, Bernhard Hermann, Wolf-Dieter Ebersbach oder Frank Plasberg starteten hier ihre Karrieren.

Negative Berühmtheit erlangte der langjährige Leiter der Schramberger Lokalredaktion Julius Viel, durch seine im „Ravensburger Kriegsverbrecherprozess“ offengelegte NS-Vergangenheit.

Neuausrichtung[Bearbeiten]

Die Zentrale der Schwäbischen Zeitung in Ravensburg, 2013

Von 1997 bis 2007 war Joachim Umbach, der zuvor sieben Jahre lang stellvertretender Chefredakteur der NRZ (Neue Rhein/Ruhr Zeitung) in Essen gewesen war, Chefredakteur. Umbach steht für eine Neuausrichtung der Schwäbischen Zeitung, oder – nach Ansicht seiner Kritiker – für deren Niedergang.[2][3][4] Unter Umbachs Regie wurde die Zentralredaktion verkleinert und das Blatt optisch sowie inhaltlich neu ausgerichtet. Von Seiten des Verlags wurde der Abbau der Redakteursstellen mit Anzeigenrückgängen und der „schwierigen wirtschaftlichen Situation der Tageszeitungen“ begründet. Umbach etablierte das SZ-Forum, das regelmäßig Personen aus Politik und Gesellschaft auf Podiumsveranstaltungen vorstellt. Die Umgestaltung der Zeitung, die sich seit 1997 vollzieht, wurde von den Lesern begleitet durch Protestaktionen und Lichterketten, wie im Dezember 1998 in Leutkirch (fristlose Kündigung des Kirchenredakteurs Joachim Rogosch wegen angeblich ehrverletzender Äußerungen über den Verlag)[5], im März 2002 in Biberach an der Riß (Kündigung des langjährigen lokalen Redaktionsleiters Gunter Dahinten und eines kritischen Kreisredakteurs) sowie 2004 im Schwarzwald (Einstellung der Lokalteile Rottweil und Schramberg) und in Ulm (Einstellung des Lokalteils). Die Neuausrichtung der Redaktion ging einher mit der Neuorganisation des Verlagshauses. Der Schwäbische Verlag übernahm nach und nach alle seine Lokalverlage, die zunächst weitgehend selbstständig agiert hatten. Zuletzt verlor 2004 der Ehinger Lokalverlag Feger seine Selbstständigkeit.

Von Januar 2008 bis 2011 führte Ralf Geisenhanslüke (zuvor stellvertretender Chefredakteur der Glocke in Oelde, Westfalen) die Redaktion. In dieser Zeit hat die Schwäbische Zeitung in Zusammenarbeit mit KircherBurkhardt Struktur- und Layoutveränderungen vollzogen. Dafür erhielt sie einen der „Awards of Excellence“ beim European Newspaper Award 2011. Zudem wurde der Online-Auftritt SZON in Schwäbische.de umbenannt.

Seit Mitte 2011 ist Hendrik Groth Chefredakteur der Schwäbischen Zeitung[6]. Groth ist seit 1990 als Journalist in verschiedenen Positionen aktiv. Unter anderem war er in mehreren dpa-Büros und als stellvertretender Nachrichtenchef der Süddeutschen Zeitung tätig. Von 2003 bis 2007 hatte er die Position des stellvertretenden Chefredakteurs bei der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung (WAZ) inne. Danach arbeitete Groth als Konzernrepräsentant der ThyssenKrupp AG in Südamerika. Seit 2012 gehört Christoph Plate als Stellvertreter von Groth zur Chefredaktion. Plate war von 1993 bis 2002 Afrika-Korrespondent mit Sitz in Nairobi. Er arbeitete dort für den Spiegel, die Berliner Zeitung und die NZZ. Von 2002 bis 2012 arbeitete er als Auslandsredakteur bei der NZZ am Sonntag.

Auflage[Bearbeiten]

Die Schwäbische Zeitung hat ebenso wie die meisten deutschen Tageszeitungen in den vergangenen Jahren an Auflage eingebüßt. Die verkaufte Auflage ist seit 1998 um 14,8 Prozent gesunken.[7] Sie beträgt gegenwärtig 167.968 Exemplare.[8] Der Anteil der Abonnements an der verkauften Auflage liegt bei 94,6 Prozent.

Entwicklung der verkauften Auflage[9]


Verbreitungsgebiet und Mitbewerber[Bearbeiten]

Titelseite der Schwäbischen Zeitung
Alle 22 Lokalausgaben der Schwäbischen Zeitung

Mit 22 Lokalausgaben deckt die Schwäbische Zeitung ein Verbreitungsgebiet ab, das von Ellwangen im Norden und Lindau im Süden bis nach Tuttlingen im Westen und Ulm und Leutkirch im Osten reicht. Darüber hinaus gibt das Medienhaus Schwäbischer Verlag INFO – Die regionale Wochenzeitung mit einer Auflage von rund 500.000 Exemplaren, weitere lokale Anzeigen- und Amtsblätter sowie unterschiedlichste Magazine heraus.

Die Schwäbische Zeitung ist im Kern ihres Verbreitungsgebietes ein Monopolblatt (Landkreis Ravensburg, Landkreis Biberach). Einige Konkurrenzsituationen gibt es in der Peripherie des Verbreitungsgebietes: durch die Südwest Presse im Alb-Donau-Kreis (Ehingen und Laichingen) bzw. durch ihr Kopfblatt Schwäbische Post im Ostalbkreis, sowie durch den Südkurier in den Landkreisen Bodensee, Sigmaringen und Tuttlingen. Seit dem Rückzug der Schwäbischen Zeitung aus dem Landkreis Rottweil und dem (nahezu gleichzeitigen) Rückzug des Schwarzwälder Boten aus dem Landkreis Tuttlingen gibt es keine Konkurrenz mehr zwischen Schwäbischer Zeitung und Schwarzwälder Bote.

Lokalredaktionen[Bearbeiten]

Lokalredaktionen von Nord nach Süd: Ellwangen (Ipf- und Jagst-Zeitung), Aalen (Aalener Nachrichten), Laichingen, Ulm, Ehingen, Laupheim, Riedlingen, Biberach, Sigmaringen, Trossingen (Trossinger Zeitung), Spaichingen (Heuberger Bote), Bad Saulgau, Meßkirch, Tuttlingen (Gränzbote), Bad Waldsee, Pfullendorf, Leutkirch im Allgäu, Ravensburg, Markdorf, Wangen im Allgäu, Tettnang, Friedrichshafen, Lindau (Lindauer Zeitung).

Technische Daten[Bearbeiten]

Die Zeitung hat das Rheinische Format mit einem Satzspiegel (Breite x Höhe) von 320 mm x 480 mm. Sie ist siebenspaltig aufgebaut, was eine Spaltenbreite von 44,4 mm ergibt.

Besitzverhältnisse[Bearbeiten]

Der Herausgeber der Schwäbischen Zeitung ist der Schwäbischer Verlag GmbH & Co.KG Dexler, Gessler. Dessen vier persönlich haftende Kommanditisten sind [10]: Hildegard Diederich, Andreas Drexler, Andreas Gessler, Martin Walchner, und Georg Fürst von Waldburg zu Zeil und Trauchburg [11]. Georg von Waldburg zu Zeil und Trauchburg hält wesentliche Anteile an der Schwäbischen Zeitung. Über die anderen Anteilseigner ist in der Öffentlichkeit weniger bekannt.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise und Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. laut IVW, zweites Quartal 2014, Mo–Sa (Details und Quartalsvergleich auf ivw.eu)
  2. Hermann-Josef Freudenreich: Ein christliches Blatt auf dem Boulevard – Wie die Schwäbische Zeitung ihre Leser heimatlos macht. In: Wir können alles: Filz, Korruption & Kumpanei im Musterländle. Klöpfer & Mayer, Tübingen 2008, ISBN 978-3-940086-12-9, S. 219–229
  3. Rudi Holzberger: „Das Blatt (…) hat es tatsächlich geschafft, noch schlechter zu werden!“ In: Ders: Die journalistische Praxis – Medium und Methode in der Reihe „Journalismus – Theorie und Praxis“, Lit Verlag, 2001, ISBN 3-8258-5810-3, S. 200
  4. Oswald Metzger: „Aus der Schwäbischen Zeitung ist inzwischen ein seichtes und oberflächliches Blättchen geworden, das ich schon längst abbestellt hätte, wenn ich es nicht wegen des Lokalgeschehens lesen müsste.“ In: Blix, Aulendorf, Juli 2006, S. 9
  5. Wulf Reimer: „Nach der Beichte arbeitslos – Warum die Schwäbische Zeitung ihren Kirchenredakteur feuert.“ In: Süddeutsche Zeitung vom 20. Januar 1999
  6. Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger: „Schwäbische Zeitung“: Hendrik Groth Chefredakteur, 9. Juni 2011
  7. laut IVW, (Details auf ivw.eu)
  8. laut IVW, zweites Quartal 2014, Mo–Sa (Details und Quartalsvergleich auf ivw.eu)
  9. laut IVW, jeweils viertes Quartal (Details auf ivw.eu)
  10. http://www.schwaebisch-media.de/unternehmen/unternehmen-gruendungsgeschichte.html Ganz unten auf der Webseite
  11. Bis Ende 1999 war er Komplementär der Firma Schwäbischer Verlag KG Drexler, Gessler in Leutkirch. Seit deren Umwandlung in Schwäbischer Verlag GmbH & Co. KG Drexler, Gessler im Jahr 2000 bestellt er als Gesellschafter den Vorsitzenden beziehungsweise stellvertretenden Vorsitzenden des Beirats.BDZV intern, 12/2003 v. 23. Juni 2003