Bad Wurzach

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Bad Wurzach
Bad Wurzach
Deutschlandkarte, Position der Stadt Bad Wurzach hervorgehoben
47.9094444444449.8994444444444654Koordinaten: 47° 55′ N, 9° 54′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Tübingen
Landkreis: Ravensburg
Höhe: 654 m ü. NHN
Fläche: 182,26 km²
Einwohner: 14.167 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 78 Einwohner je km²
Postleitzahl: 88410
Vorwahlen: 07564, 07527 (Eintürnen), 07568 (Hauerz)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: RV
Gemeindeschlüssel: 08 4 36 010
Adresse der
Stadtverwaltung:
Marktstraße 16
88410 Bad Wurzach
Webpräsenz: www.bad-wurzach.de
Bürgermeister: Roland Bürkle (CDU)
Lage der Stadt Bad Wurzach im Landkreis Ravensburg
Bayern Bodenseekreis Landkreis Biberach Landkreis Sigmaringen Achberg Aichstetten Aitrach Altshausen Amtzell Argenbühl Aulendorf Bad Waldsee Bad Wurzach Baienfurt Baindt Berg (Schussental) Bergatreute Bodnegg Boms Boms Ebenweiler Ebersbach-Musbach Eichstegen Eichstegen Fleischwangen Fronreute Grünkraut Guggenhausen Guggenhausen Guggenhausen Guggenhausen Horgenzell Hoßkirch Isny im Allgäu Kißlegg Königseggwald Königseggwald Leutkirch im Allgäu Ravensburg Riedhausen Schlier (Gemeinde) Unterwaldhausen Vogt (Gemeinde) Waldburg (Württemberg) Wangen im Allgäu Weingarten (Württemberg) Wilhelmsdorf (Württemberg) Wolfegg Wolpertswende BodenseeKarte
Über dieses Bild

Bad Wurzach ist eine kleine Kurstadt in Oberschwaben und ältestes Moorheilbad Baden-Württembergs. Seit 1950 trägt die Stadt das Prädikat Bad. Der Fläche nach ist Bad Wurzach nach Stuttgart und Baiersbronn die drittgrößte Gemeinde des Bundeslandes und flächenmäßig beispielsweise größer als das Fürstentum Liechtenstein.

Geographie[Bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten]

Bad Wurzach liegt in einer weiten Niederung zwischen dem Allgäu und Oberschwaben am Rande des Wurzacher Rieds in 650 bis 800 Meter Höhe.

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Die Stadt Bad Wurzach besteht aus den Ortsteilen

Bad Wurzacher Schloss und Stadtbrunnen im Herbst
Die Kirche in Hauerz

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Die Stadt grenzt an zwei Gemeinden im Landkreis Biberach sowie zwei Städte und vier Gemeinden im Landkreis Ravensburg. Diese sind, im Norden beginnend, im Uhrzeigersinn: Eberhardzell und Rot an der Rot im Kreis Biberach sowie Aitrach, Aichstetten, Leutkirch im Allgäu, Kißlegg, Wolfegg und Bad Waldsee im Landkreis Ravensburg.

Geschichte[Bearbeiten]

Wurzach, 1843, Ansicht von Norden in Richtung Süden mit Stadtpfarrkirche, Gottesbergkirche und Schloss

Erstmals urkundlich erwähnt wurde der Ort am 13. Juni 1273 als „Oppidum Wurzun“. Am 27. Mai 1333 verlieh Kaiser Ludwig der Bayer Hans Truchsess von Waldburg für die „Stadt Wurzun“ das Memminger Stadtrecht (mit dem Stadtrecht erhielt Wurzach das Recht der niederen Gerichtsbarkeit, das Marktrecht und das Recht und die Pflicht der Ummauerung). 1514 wurde die Leinwandschau (Prüfung) eingerichtet. Ab 1515 begann die Errichtung des Frauenklosters Maria Rosengarten. Am 14. April 1525 kam es im Rahmen des Bauernkriegs zur Schlacht beim Leprosenberg in Wurzach. Im Jahr 1637 lebten durch die Einwirkungen des Dreißigjährigen Kriegs und Seuchen nur noch 19 Bürger in Wurzach. 1675 entstand die Herrschaft Waldburg-Zeil-Wurzach. Um die noch 1780 aus nicht mehr als 100 Einwohnern bestehende Gemeinde zu erweitern, förderte Graf Eberhard Ernst den Zuzug von Neubürgern, vor allem Gewerbetreibenden, durch besondere Privilegien. 1806 kam die Herrschaft Wurzach unter württembergische Landeshoheit und wurde dem Oberamt Leutkirch zugeordnet. 1813 und 1814 wurden während des Befreiungskrieges in Wurzach insgesamt 35.301 Soldaten verpflegt, das Leprosenhaus diente für 4.003 Mann als Lazarett. Sechzehn Soldaten starben während des Aufenthalts am Leprosenhaus. 1903 erlosch die herrschaftliche Linie Waldburg–Zeil–Wurzach.

1904 wurde die Bahnstrecke Roßberg–Wurzach eröffnet. Ab 1936 kam es zur Abgabe der ersten Moorbäder in Maria Rosengarten. Mit Auflösung des Kreises Leutkirch kam die Stadt 1938 zum Landkreis Wangen.

Das Wurzacher Schloss wurde nach der Auflösung des katholischen Priesterseminars ab Anfang des Zweiten Weltkrieges als Kriegsgefangenenlager für französische Offiziere genutzt. Nach der Besetzung der britischen Kanalinseln wurden von dort Zivilisten als Internierte bis zum Kriegsende im Schloss untergebracht. In den ersten Nachkriegsjahren gab es nur wenig Kontakte der ehemaligen Deportierten nach Oberschwaben. 1970 kam die erste Besuchergruppe zum 25. Jahrestag der Befreiung nach Wurzach. Seither gibt es viele Begegnungen, 2002 kam es zu einer Städtepartnerschaft zwischen Saint Helier und Wurzach.[2]

1950 wurde dem Ort das Prädikat Bad sowie die Kurwürde zugesprochen. Mit der Gemeindereform 1972 wurden die in der Stadtgliederung genannten Ortsteile in die Stadt Bad Wurzach eingemeindet. Seit 1996 wurde der Ort umfangreich im Rahmen der Stadtsanierung restauriert und erneuert.

Bei der Bürgermeisterwahl am 16. Mai 2010 gaben 10355 Wahlberechtigte 2504 gültige Stimmen ab. Das entsprach einer Wahlbeteiligung von 25,7 %. Bürgermeister Roland Bürkle wurde damit für acht Jahre wiedergewählt.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Im Zuge der Gemeindegebietsreform in Baden-Württemberg wurden folgende bis dahin selbstständigen Gemeinden nach Bad Wurzach eingemeindet:

  • 1. Juni 1972: Arnach, Eintürnen und Ziegelbach
  • 1. Juli 1972: Hauerz
  • 1. Dezember 1972: Gospoldshofen
  • 1. Januar 1973: Dietmanns und Haidgau
  • 1. Januar 1975: Seibranz

Haidgau gehörte bereits vor der Kreisreform zum Landkreis Ravensburg. Unterschwarzach und Dietmanns gehörten zum Landkreis Biberach, die übrigen Gemeinden gehörten zum Landkreis Wangen.

Geschichte der Ortsteile[Bearbeiten]

Arnach Arnach: um 950 wird in einer Schenkungs-Urkunde ein Ritter Berngarius de Arnanc erwähnt. Bis 1806 wurde der Zehnte an das Collegiatsstift Wolfegg bezahlt, nach dessen Mediatisierung an den Fürsten von Waldburg-Wolfegg-Waldsee. Bis 1938 war es eine selbständige Gemeinde des Oberamts Waldsee, danach bis 1972 des Landkreises Wangen
Dietmanns Dietmanns, vormals zur Grafschaft Wolfegg gehöriges Pfarrdorf, das von 1806 bis 1938 zum Oberamt Waldsee zählte und danach bis 1972 dem Landkreis Biberach angegliedert war.
Eintürnen Eintürnen, seit ca. 1500 zur Grafschaft Wolfegg gehörig und 1824 zu einer selbständigen Gemeinde des Oberamts Waldsee erhobenes Dorf, das ab 1938 dem Landkreis Wangen angehörte
Gospoldshofen Gospoldshofen, 1823 aus der Stadtgemeinde Wurzach ausgegliedertes und zur selbstständigen Gemeinde des Oberamts Leutkirch erhobenes Dorf. 1938 kam es zum Landkreis Wangen
Hauerz Hauerz: Grundherr war einst der Fürst von Waldburg zu Zeil-Wurzach. Hauerz wurde eine selbständige Gemeinde des Oberamts Leutkirch und kam 1938 zum Landkreis Wangen
Haidgau Haidgau, früher auch Heidgau geschrieben, gehörte zur Grafschaft Wolfegg. Erste Erwähnung erfolgte bereits 797 in einer Urkunde des Klosters Sankt Gallen. Bis 1938 war es eine selbstständige Gemeinde im Oberamt Waldsee, danach des Landkreises Ravensburg
Seibranz Seibranz, einst größtenteils dem Fürsten von Waldburg-Zeil zehntpflichtig. Bis 1938 Gemeinde des Oberamts Leutkirch, dann des Landkreises Wangen
Unterschwarzach Unterschwarzach, einst den Grafen von Waldburg-Wolfegg-Waldsee gehöriges kleines Pfarrdorf, bis 1938 Gemeinde des Oberamts Waldsee, danach bis 1972 dem Landkreis Biberach angegliedert
Ziegelbach Ziegelbach, einst zur Grafschaft Wolfegg gehörig, bis 1938 Gemeinde im Oberamt Waldsee, dann im Landkreis Ravensburg.

Siehe hierzu auch Oberamt Waldsee bzw. Leutkirch, jeweils Volltext in Wikisource.

Religionen[Bearbeiten]

Der römisch-katholische Kartäuserorden betreibt in Bad Wurzach mit der Kartause Marienau ein Kloster.

Politik[Bearbeiten]

Kommunalwahl 2014[3]
Wahlbeteiligung: 50,7 %
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40
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13,8 %
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n. k.
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2009
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Rathaus mit Stadtbrunnen

Gemeinderat[Bearbeiten]

Die Kommunalwahl vom 25. Mai 2014 brachte folgendes Ergebnis:

  • CDU: 10 Sitze (− 1)
  • FWV: 09 Sitze (± 0)
  • MiWu: 3 Sitze (+ 3)
  • SPD: 01 Sitz 0(+ 1)

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Die Stadt unterhält partnerschaftliche Beziehungen zu:[4]

Wappen[Bearbeiten]

Das Bad Wurzacher Stadtwappen zeigt einen Flusskrebs. Der Sage nach muss dieses damals in der Wurzacher Ach heimische Tier den Bewohnern so gut gefallen haben, dass es als Wappentier übernommen wurde.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Die sogenannte Schleife 4 des Oberschwäbischen Pilgerweges führt den Wanderer auf gut markiertem Wege auch durch Bad Wurzach

Touristische Straßen und Wanderwege[Bearbeiten]

Wurzach liegt an der Schwäbischen Bäderstraße und an der Oberschwäbischen Barockstraße, die beide an vielen Sehenswürdigkeiten vorbeiführen. Außerdem führen als Fernwanderwege zum einen der Schwarzwald-Schwäbische-Alb-Allgäu-Weg, der vom Schwäbischen Albverein betreute Hauptwanderweg 5, zum andern der Oberschwäbische Pilgerweg durch die Stadt.

Museen[Bearbeiten]

  • Leprosenhaus, ehemaliges Leprosorium, Geburtshaus des Malers Sepp Mahler, Museum zur Geschichte des Hauses und Sepp-Mahler-Galerie.
  • Das Käserei-Museum der Käserei Vogler zeigt in zwei Käsereien, wie vor hundert Jahren und in den 1930er Jahren Käse im Allgäu produziert wurde. Um das Museum zu finanzieren, wurde die so genannte „Käse-Aktie“ als Genuss-Schein herausgegeben.
  • Museum für klösterliche Kultur
  • Oberschwäbisches Torfmuseum mit Lehrpfad „Auf den Spuren der Torfstecher“
  • Torfbahn im Wurzacher Ried: Sonderfahrten mit der Feldbahn (600 mm Spurweite) ab dem Zeiler Torfwerk (direkt an der Bundesstraße 465) zum Torfwerk Haidgau finden an jedem zweiten und vierten Sonntag im Monat statt.
  • „Moor extrem“, Ausstellung im Naturschutzzentrum[5]

Bauwerke[Bearbeiten]

Madonna aus der Schlosskapelle

Auf dem Stadtgebiet von Bad Wurzach befinden sich 43 Kapellen.

Naturdenkmäler[Bearbeiten]

Wurzacher Ried
  • Das Naturschutzgebiet Wurzacher Ried ist eines der größten noch intakten Hochmoorgebiete Europas. Der Torfabbau wurde 1997 vollständig eingestellt.
  • Wachbühl, 791 Meter hoher Aussichts- und Wanderberg

Friedrich-Schiedel-Literaturpreis[Bearbeiten]

Seit 1983 verleiht die Stadt Bad Wurzach alle zwei Jahre den Friedrich-Schiedel-Literaturpreis, der auf den 1913 in Baierz geborenen Unternehmer Friedrich Schiedel zurückgeht. Die Veranstaltung findet jeweils im Barocktreppenhaus des Bad Wurzacher Schlosses statt.

Freizeit- und Sportanlagen[Bearbeiten]

  • Thermalbad mit neuer Saunalandschaft
  • Hallenbad
  • Freibad in Hauerz
  • Zahlreiche Rundwanderwege im Wurzacher Ried
  • Skaterplatz
  • Mehrere Sportplätze, darunter auch ein Kunstrasenplatz

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Bahnhof um 1910

Bad Wurzach liegt an der B 465 (Kirchheim unter TeckLeutkirch im Allgäu). Die Stadt ist mit einigen Buslinien u.a. mit Bad Waldsee und Leutkirch verbunden und gehört dem Bodensee-Oberschwaben Verkehrsverbund (bodo) an.

Die Bahnstrecke Roßberg–Bad Wurzach wurde 1904 als Stichstrecke der Württembergischen Allgäubahn eröffnet. Die Deutsche Bundesbahn gab den Personenverkehr am 29. September 1963 auf. Nach der Stilllegung 2002 durch die Deutsche Bahn kaufte die Stadt Bad Wurzach die Güterverkehrsstrecke zum 1. Oktober 2004 und fungiert seitdem als Eisenbahninfrastrukturunternehmen für die Strecke.[6] Der Güterverkehr auf der Roßbergbahn wurde von Connex Cargo Logistics (heute: Captrain Deutschland) übernommen. Seit Juli 2010 verkehren an ausgewählten Sonn- und Feiertagen zwischen Mai und Oktober Personenzüge im Ausflugsverkehr als 3-Löwen-Takt Radexpress „Oberschwaben“ auf der Strecke Aulendorf – Bad Waldsee – Roßberg (nur Betriebshalt) – Bad Wurzach.

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten]

Größter Arbeitgeber ist die Glasfabrik Saint-Gobain Oberland AG. Die Firma (heute ist hier auch der Sitz der Hauptverwaltung Deutschland) wurde 1946 als Oberland Glas GmbH gegründet. Die vier Werke in Deutschland produzieren unter dem Namen der französischen Konzernmutter Saint-Gobain. Eine landschaftstypische Form der Landwirtschaft, aber heute ein seltener Betrieb, ist die seit Jahrzehnten selbstverwaltete Schäfereigenossenschaft Finkhof.[7]

Bildungseinrichtungen[Bearbeiten]

In städtischer Trägerschaft bestehen zwei Ganztagesschulen, die Grundschule Bad Wurzach und die Werkrealschule Bad Wurzach. Zudem gibt es in städtischer Trägerschaft eine Förderschule und eine Realschule im Stadtgebiet. In den Teilorten befinden sich fünf weitere Grundschulen und eine Grund- und Werkrealschule in Seibranz. Im Stadtgebiet befindet sich darüber hinaus das private Gymnasium Salvatorkolleg. Es bestehen sechs römisch-katholische und fünf städtische Kindergärten.

Kurbetrieb[Bearbeiten]

Thermalwasseraußenbecken des Vitaliums

Bad Wurzach gilt als das älteste Moorheilbad Baden-Württembergs, es existiert seit 1936 und ist das Einzige im Allgäu. Zu Beginn wurden im Kloster Maria Rosengarten in Wurzach die ersten Moorbäder zur Behandlung chronischer Erkrankungen des Bewegungsapparates angeboten, zunächst nur an Frauen, ein Jahr später auch an Männer. Diese erste Kureinrichtung betrieb der Schwesternorden Arme Schulschwestern. Die Mooranwendungen fanden aufgrund ihrer heilenden Wirkung immer größere Beliebtheit, so wurden bis 1942 schon 7.000 Moorbäder an 2.800 Gäste abgegeben. Mittlerweile werden jährlich über 20.000 Moorbehandlungen durchgeführt.

Aufgrund von Kapazitätsproblemen und steigender Nachfrage nach Moorbädern wurde im Jahr 1948 der städtische Kurbetrieb Wurzach gegründet und Kurmittelhaus in der Parkstraße eröffnet. Dies ließ die Stadt schnell zu einem bedeutenden Kurort herangewachsen. 1950 erhielt die Stadt Wurzach das Prädikat Bad. Dieser Bestandteil des Ortsnamens weist auf das Vorhandensein eines Bades, insbesondere eines Heilbades hin. In Bad Wurzach ist es das Moorheilbad. Als geschütztes Prädikat dürfen in Deutschland nur staatlich anerkannte Heilbäder den Städtebeinamen Bad tragen. 1968 wurde das Kurmittelhaus wiederum zu klein, daraufhin wurde das Kurmittelhaus am Reischberg gebaut. 1977 wurde das Moorsanatorium Kurhotel Reischberg eröffnet.

Mit der Eröffnung des Vitalium Bad Wurzach wurde 1999 das gesamte touristische Gesundheits- und Erholungsangebot erweitert. Das Vitalium wurde 2007 im Rahmen von Umbauarbeiten um ein Thermalwasseraußenbecken, eine Saunalandschaft und ein „Wohlfühlhaus“ für Wellnessanwendungen erweitert. Das Thermalbad verfügt über eine Sand-Lichtbar, Saunalandschaft, Gesundheitszentrum und Fitnessstudio.[8]

Der städtische Kurbetrieb Bad Wurzach wird als Eigenbetrieb der Stadt Bad Wurzach geführt. Insgesamt besteht er aus dem Gesundheitszentrum mit dem angeschlossenen Wellness-Zentrum Vitalium, dem Kurhotel Moorsanatorium Reischberg, dem Kurhaus am Kurpark, dem Hallen- und Moorfreibad und der Kurverwaltung. Die zentrale Verwaltung des Gesamtbetriebs übernimmt die Kurbetriebsverwaltung.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Personen, die vor Ort wirkten[Bearbeiten]

  • Pater Agnellus Schneider (1913–2007), Schriftsteller und Umweltschützer, lebte und arbeitete in Bad Wurzach und kämpfte für den Erhalt des Wurzacher Rieds
  • Heiko Butscher (* 1980), Fußballspieler, wuchs in Bad Wurzach auf

Literatur[Bearbeiten]

  • Otto Beck: Der Gottesberg in Bad Wurzach (= Kleine Kunstführer 1775, ZDB-ID 51387-8). Schnell & Steiner, München u.a. 1989.
  • Hans-Peter Biege: Italienischer Himmel über der Kur. Bad Wurzach bietet seinen Gästen seit siebzig Jahren das Moor. In: Wolfgang Niess, Sönke Lorenz (Hrsg.): Kult-Bäder und Bäderkultur in Baden-Württemberg. Markstein-Verlag, Filderstadt 2004, ISBN 3-935129-16-5, S. 276–289.
  • Otto Frisch, Maria Frisch: Bad Wurzach in alten Ansichten. 3 Bände. Europäische Bibliothek, Zaltbommel 1978–1995, ISBN 90-288-4945-9 (Bd. 2), ISBN 90-288-6016-9 (Bd. 3).
  • Reinfried Schneider, Reinhard Kempter: Bad Wurzach. Geschichte und Denkmäler. Salvatorkolleg, Bad Wurzach 1963.
  • August Friedrich Pauly: Beschreibung des Oberamts Leutkirch (= Beschreibung des Königreichs Würtemberg 18). Mit einer Karte des Oberamts, einer Ansicht von Wurzach und vier Tabellen. Cotta u.a., Stuttgart u.a. 1843, Volltext in Wikisource.
  • Gisela Rothenhäusler: Das Wurzacher Schloss 1940–1945. Ein kleines Kapitel europäischer Geschichte. Kriegsgefangene im Oflag VC. Zivilinternierte aus Jersey. Jüdische Häftlinge aus Bergen-Belsen (= Bad Wurzacher Reihe 1). Kunstverlag Josef Fink, Lindenberg 2008, ISBN 978-3-89870-502-8.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Bad Wurzach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Bad Wurzach – Reiseführer

dito Arnach, Dietmanns,Einthürnen, Gospoldshofen,Hauerz,Heidgau,Seibranz,Unter-Schwarzach und Ziegelbach.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31.12.2012 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Oswald Burger: Bad Wurzach im Krieg. Oberschwäbische Historie. In: Südkurier vom 6. November 2008
  3. http://www.wahlen-bad-wurzach.de/kw2014/html/wahl.html www.wahlen-bad-wurzach.de
  4. Städtepartnerschaften
  5. Moorextrem
  6. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatEisenbahninfrastrukturunternehmen in der BRD. Eisenbahn-Bundesamt, 6. Juli 2012, abgerufen am 12. Juli 2012 (Excel-Dokument, 90 kB).
  7. Homepage Finkhof - 1971 Gründung der ersten Wohngemeinschaft; 1977 erster Auftrieb einer Schafherde auf die Obere Mädele Alpe bei Oberstdorf; 1979 formelle Gründung der Schäfereigenossenschaft Finkhof e.G.
  8. Katy Cuko: Wettbewerb der Wellnesstempel. Die Angebote der Thermen im Überblick. In: Südkurier vom 6. November 2010