Johann Georg Anton Geuther

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Anton Geuther ca1865.jpg

Johann Georg Anton Geuther (* 23. April 1833 in Neustadt bei Coburg; † 23. August 1889 in Jena) war ein deutscher Chemiker.

Sein Vater, Christian Friedrich Geuther, war Webermeister, Bierbrauer und Landwirt. Er lernte zunächst Weber und besuchte die Realschule in Coburg und Saalfeld. Nach dem Abitur im Jahr 1852 begann er mit dem Studium der Naturwissenschaften in Jena, wechselte 1853 nach Berlin und 1854 nach Göttingen zu Friedrich Wöhler und Wilhelm Weber. Nach seiner Promotion im Jahr 1855 wurde er Assistent und 1858 habilitierte er sich als Privatdozent. 1862 wurde er Extraordinarius in Wöhlers Laboratorium und im Folgejahr Ordinarius am chemischen Institut in Jena. 1865 war er Rektor der Universität.[1] Ab 1882 war Hermann Thoms einer seiner Schüler.

Er forschte zur Konstitution verschiedener Doppelbindungen und entdeckte die Reduktion von Nitrobenzol zu Anilin. Um 1856 gelang ihm die Abscheidung von Chrom aus Chromsäureelektrolyten.[2] 1862 beschrieb er mit Friedrich Briegleb die Herstellung von Aluminiumnitrid und Magnesiumnitrid. 1863 entwickelte er eine Synthese von Acetessigester und stellte Nitrosamine dar. Um 1866 entwickelte er mit Johann Gustav Stickel eine besondere Methode zur Reinigung von Bleisiegeln.[3] In seinem Lehrbuch der Chemie von 1870 entwickelte er eine eigene Valenzlehre. Er wurde Ehrenmitglied der Chemical Society in London.

Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Thomas Pester: Die Rektoren/Prorektoren der Universität Jena 1548/49-2008 (PDF; 911 kB)
  2. Geuther, A.; "Electrolytische Versuche"; Annalen der Chemie und Pharmacie; 99 (1856) 314 - 333.
  3. S. Heidemann, C. Sode: Christlich-Orientalische Bleisiegel im orientalischen Münzkabinett Jena. (PDF; 1,4 MB) Aram 11-12, 1999-2000, S. 536