John Shelby Spong

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John Shelby Spong

John Shelby Spong (* 16. Juni 1931 in Charlotte, North Carolina) war vom 1979 bis zu seiner Pensionierung im Jahr 2000 Bischof der Episcopal Diocese of Newark.

Er war ein Phi Beta Kappa Absolvent der University of North Carolina at Chapel Hill im Jahr 1952 und erhielt seinen Abschluss Master of Divinity im Jahre 1955 von der Episcopal Theological Seminary in Alexandria, Virginia. Er wirkte als Rektor der Kirche St. Joseph's in Durham, North Carolina von 1955 bis 1957, Rektor der Calvary Parish, Tarboro, North Carolina von 1957 bis 1965, Rektor der St. John's Church in Lynchburg, Virginia von 1965 bis 1969, und Rektor der St. Paul's Church in Richmond, Virginia von 1969 bis 1976.

Am 12. Juni 1976 wurde er durch John Maury Allin sowie George Edward Rath und Robert Bruce Hall zum Bischof geweiht und diente bis 1979 als Koadjutor im Bistum Newark.

Spong vertritt eine liberale Theologie und versucht, eine postmoderne Weltsicht mit christlichem Glauben zu vereinen. Einflüsse kommen von Petrus Abaelardus, Paul Tillich, John Hick und John B. Cobb. Spong gilt auch als Proponent des Feminismus und der Rechte Homosexueller in der Kirche.[1]

Er versteht sich als Christ, sieht jedoch die Notwendigkeit einer tiefgreifenden theologischen Reform, ja einer erneuten Reformation, um das Christentum für moderne Menschen glaubwürdig zu machen.[2][3] Zu seinen provokantesten Thesen gehört die Behauptung, dass Theismus in der postmodernen Welt sinnlos („tot“) ist und dass zahlreiche biblische Aussagen über Gott und Jesus nicht wörtlich zu nehmen sind, wie zum Beispiel die Wunder, die jungfräuliche Geburt Jesu und seine körperliche Auferstehung und Auffahrt in einen Himmel über den Sternen.

Spong versteht Gott als Quelle des Lebens, aber nicht als übernatürliche Macht.[4] Auch glaubt er nicht, dass die Menschen in Sünde geboren sind und der stellvertretenden Versöhnung durch ein Sühnopfer bedürfen: "Die stellvertretende Erlösung ist grotesk geworden sowohl im Blick auf Gott, der das Blutvergießen eines menschlichen Opfers als eine Voraussetzung für die Erlösung braucht, als auch im Blick auf die Menschheit, die als gefallen und verdorben angesehen wird."[5]

Zu den häufigsten konservativen Kritikpunkten an Spongs Aussagen gehört, dass sie nicht mit dem christlichen Glauben vereinbar seien.

Schriften[Bearbeiten]

  • 1973: Honest Prayer
  • 1974: This Hebrew Lord; ISBN 0-06-067520-9
  • 1975: Christpower
  • 1975: Dialogue: In Search of Jewish-Christian Understanding; ISBN 1-878282-16-6
  • 1976: Life Approaches Death: A Dialogue on Ethics in Medicine
  • 1980: The Easter Moment; ISBN 1-878282-15-8
  • 1983: Into the Whirlwind: The Future of the Church; ISBN 1-878282-13-1
  • 1986: Beyond Moralism: A Contemporary View of the Ten Commandments, gemeinsam mit Archdeacon Denise G. Haines; ISBN 1-878282-14-X
  • 1987: Consciousness and Survival: An Interdisciplinary Inquiry into the possibility of Life Beyond Biological Death; hg. von John S. Spong, Einleitung von Claiborne Pell; ISBN 0-943951-00-3
  • 1988: Living in Sin? A Bishop Rethinks Human Sexuality; ISBN 0-06-067507-1
  • 1991: Rescuing the Bible from Fundamentalism: A Bishop Rethinks the Meaning of Scripture; ISBN 0-06-067518-7
  • 1992: Born of a Woman: A Bishop Rethinks the Birth of Jesus; ISBN 0-06-067523-3
  • 1994: Resurrection: Myth or Reality? A Bishop's Search for the Origins of Christianity; ISBN 0-06-067546-2
  • 1996: Liberating the Gospels: Reading the Bible with Jewish Eyes; ISBN 0-06-067557-8
  • 1999: Why Christianity Must Change or Die: A Bishop Speaks to Believers In Exile; ISBN 0-06-067536-5. In Deutsch: 2004 - Was sich im Christentum ändern muss: ein Bischof nimmt Stellung ISBN 3-491-72481-3
  • 2001: Here I Stand: My Struggle for a Christianity of Integrity, Love and Equality; ISBN 0-06-067539-X
  • 2002: A New Christianity for a New World: Why Traditional Faith Is Dying and How a New Faith Is Being Born; ISBN 0-06-067063-0. In Deutsch: Warum der alte Glaube neu geboren werden muss: ein Bischof bezieht Position, 2006; ISBN 3-491-70395-6
  • 2005: The Sins of Scripture: Exposing the Bible's Texts of Hate to Reveal the God of Love; ISBN 0-06-076205-5. In Deutsch: 2007 – Die Sünden der Heiligen Schrift: wie die Bibel zu lesen ist ISBN 978-3-491-72512-6
  • 2007: Jesus for the non-religious. New York: Harper, ISBN 0-06-077841-5
  • 2009: Eternal Life: A New Vision: Beyond Religion, Beyond Theism, Beyond Heaven and Hell, ISBN 0-06-076206-3 - in Deutsch 2011: Jenseits von Himmel und Hölle. Eine neue Vision vom ewigen Leben ISBN 978-3-8436-0028-6

Weblinks[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

  1. Liberal Bible-Thumping The New York Times, 15. Mai 2005
  2. Warum der alte Glaube neu geboren werden muss, S. 24
  3. Interview. ABC Radio, 17. Juni 2001
  4. Beyound Theism auf YouTube
  5. Warum der alte Glaube neu geboren werden muss, S. 18