Jonathan Spence

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Jonathan Spence (* 11. August 1936 in England) ist US-amerikanischer Sinologe und Professor für Geschichte an der Yale University. Er gilt als Spezialist für die neuere chinesische Geschichte vom 1. Opiumkrieg bis heute.

Leben[Bearbeiten]

Jonathan Spence studierte zunächst Geschichte an der Universität Cambridge. Neben seinen wissenschaftlichen Ambitionen befasste er sich außerdem intensiv mit Literatur - er schrieb Artikel und Satiren für die dortige Studentenzeitung, deren Chefredakteur er ein Jahr lang war.

Der Zugang zur Sinologie wurde Spence im Zuge eines Austauschjahres, das er an der Yale University, USA, verbrachte, eröffnet, wo die Vorlesungen der Geschichtsprofessorin Mary Wright über chinesische Geschichte sein Interesse weckten. Nach einer Promotion über die frühe Periode der Mandschudynastie und einer von Sinologen begeistert aufgenommenen zweiten Veröffentlichung mit dem Titel To Change China: Western Advisers in China from 1620-1969 erhielt Spence 1971 einen Lehrstuhl für Geschichte an der Universität Yale. Es folgten mehrere Publikationen. Zwischen 1983 und 1986 war Spence zudem Vorsitzender der historischen Fakultät, und in den Jahren 1988/89 leitete er das Whitney Humanities Center. Sein berühmtestes Werk veröffentlichte Spence schließlich 1990: Das mittlerweile zu den wichtigsten Grundlagen der modernen Chinaforschung zählende Buch Chinas Weg in die Moderne (The Search for Modern China), das Chinas Entwicklung seit dem 16.Jahrhundert bis in die Neuzeit facettenreich beschreibt.

Jonathan Spence erhielt zahlreiche Ehrendoktorate und Preise, und seit 1993 ist er Sterling Professor an der Yale University. Im Jahre 2004/2005 hatte er die Präsidentschaft der American Historical Association inne. 1988 war er MacArthur Fellow.

Werke (Auswahl)[Bearbeiten]

Belletristik
  • Der kleine Herr Hu. Ein Chinese in Paris („The Question of Hu“). Dtv, München 1993, ISBN 3-423-30343-3.
  • Verräterische Bücher. Eine Verschwörung im alten China („Treason by the book“). Hanser, München 2005, ISBN 3-446-20589-6.
Sachbücher
  • The Chan's Great Continent. China in Western Minds. Penguin Books, London 2000, ISBN 0-14-028174-6.
  • Chinas Weg in die Moderne („The Search for Modern China“). Dtv, München 2001, ISBN 3-423-30795-1.
  • Chinese Roundabout. Essays in History and Culture. Norton, New York 1993, ISBN 0-393-03355-4.
  • Die Chinesen und ihre Revolution 1895–1980 („The Gate of Heavenly Peace. The Chinese and Their Revolution 1895-1980“). Dtv, München 1992, ISBN 3-423-30307-7 (früherer Titel Das Tor des Himmlischen Friedens).
  • Die Geschichte der Frau Wang. Leben in einer chinesischen Provinz des 17. Jahrhunderts („The Death of Woman Wang“). Dtv, München 1994, ISBN 3-423-30390-5 (Nachdr. d. Ausg. Berlin 1987).
  • God's Chinese Son. The Taiping Heavenly Kingdom of Hong Xiuquan. Norton, New York 1994, ISBN 0-393-03844-0.
  • Ich, Kaiser von China. Ein Selbstporträt des Kangxi-Kaisers („Emperor of China“). Insel-Verlag, Frankfurt/M. 1985, ISBN 3-458-14248-7.
  • Das Jahrhundert Chinas („The Chinese century“). Bertelsmann Verlag, München 1996, ISBN 3-570-12282-4.
  • Mao („Mao Zedong“). Claassen Verlag, München 2003, ISBN 3-546-00261-X.
  • The Memory Palace of Matteo Ricci. Quercus Press, London 2008, ISBN 978-1-84724-344-7 (Nachdr. d. Ausg. New York 1984).
  • Die Rückkehr zum Drachenberg. Ein Exzentriker im China des 17. Jahrhunderts („Return to Dragon Mountain“). Hanser, München 2009, ISBN 978-3-446-23415-4 (Biographie über Zhang Dai).

Weblinks[Bearbeiten]