José Tadeo Monagas

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José Tadeo Monagas.

José Tadeo Monagas Burgos (* 28. Oktober 1784 in Amana de Tamarindo, Bundesstaat Monagas Venezuela; † 11. November 1868 in Caracas, Venezuela) war ein venezolanischer Unabhängigkeitskämpfer und Präsident.

Elternhaus und frühe Kindheit (1784–1810)[Bearbeiten]

José Tadeo Monagas wurde am 28. Oktober 1784 in Amana de Tamarindo, einem kleinen Dorf rund 10 Kilometer südsüdöstlich von Maturín, als Judas Tadeo Monagas geboren. Ramón Azpurúa, ein Historiker, bemerkt, dass Monagas seinen Namen üblicherweise J. Tadeo Monagas schrieb. Dadurch entstand der Eindruck er hieße José Tadeo, der sich in der Geschichtsschreibung ungeprüft fortpflanzte, bis es für eine nachträgliche Änderung zu spät war. Seine Mutter hieß Perfecta Burgos Villasana. Sein Vater, Francisco José Monagas Fernández († 1814) war Großgrundbesitzer und Viehzüchter, der schon früh mit der landwirtschaftlich orientierten Erziehung seines Sohnes begann.

Beginn der Militärkarriere[Bearbeiten]

Von Anfang an, seit Juli 1810 stand Monagas auf Seiten der Republik. Ein Beginn seiner militärischen Karriere während der Ersten Republik in Venezuela ist nicht nachweisbar, allerdings ist sein erstes verbürgtes Auftreten als alférez (fahnentragender (Ober-)Leutnant) 1813 etwas ungewöhnlich. Wenn er bereits als Unterleutnant in der Schwadron von Manuel Villapol doch schon 1811 oder 1812 gedient oder bei den spanischen Kolonialtruppen seine Ausbildung erhalten hätte, wäre dies eher verständlich. Für beides gibt es jedoch keine Hinweise. Als Francisco de Miranda am 25. Juli 1812 in San Mateo kapitulierte (vgl. Unabhängigkeitskriege in Venezuela), floh Monagas jedenfalls in unbesiedelte Regionen, wahrscheinlich nach Süden, an den Orinoko. Dort organisierten er und anderen Männer einen Guerillakrieg gegen den spanischen Truppen. Nach seinem ersten Gefecht bei Boca del Pao (80 Kilometer westlich von Ciudad Bolívar, Bundesstaat Anzoátegui), Anfang 1813, wo er wohl die Vereinigung mit Gleichgesinnten suchte, schloss sich Monagas einer Abteilung des gerade aus Trinidad zurückgekehrten Santiago Mariño an. Hier wird Oberst Villapol als sein Kommandeur erstmals erwähnt

Während Bolívars Zweiter Republik[Bearbeiten]

Er beteiligte sich nach seinem Durchbruch an den Kämpfen um Maturín gegen den designierten Gouverneur der kolonialen Provinz Lorenzo Fernández de la Hoz (18. März 1813), und gegen den spanischen Oberbefehlshaber in Venezuela Domingo de Monteverde (25. Mai 1813). Am 2. Oktober stellte er sich, zusammen mit José María Freites und seinem elf Jahre jüngeren Bruder José Gregorio, erfolgreich einem ersten Feldzug der Laneros von José Tomás Boves entgegen. Mit Vicente Campo Elias hatte er gegen den gleichen Gegner in der 1. La Puerta-Schlacht (Schlucht etwas nördlich von Calabozo) weniger Glück und entging der Vernichtung der republikanischen Truppen an diesem 3. Februar 1814. Mit dem Sieg Barcelona s von Bocachica am 31. März, an dem er beteiligt war, entsetzte er den San Mateo verteidigenden Simón Bolívar. Er war auch im Ostheer, als dieses in Arao mit seinem Gegenfeldzug an José Ceballos scheiterte und es gemeinsam mit Bolívars Truppen, Ceballos in der ersten Schlacht von Carabobo am 28. Mai vernichtend schlug. Wegen seiner Leistungen hier wurde er zum Obersten befördert.

In der zweiten Jahreshälfte 1814 war mit den Gros des Ostheeres (wegen der Niederlage in der zweiten la Puerta-Schlacht) wieder in seine Heimat zurückgekehrt. Wohl eher unter José Francisco Bermúdez, als unter Bolívar, focht bei dem blutigen Gemetzel von Aragua de Barcelona (80 Kilometer südsüdwestlich der Hauptstadt des Bundesstaates Anzoátegui). Er war in Maturín im Oktober und bei der endgültigen Vernichtung der Republikaner durch José Tomás Boves und Tomás José Morales in Urica und Maturin im Dezember auf den Schlachtfeldern.

Unermüdlich für die Republik[Bearbeiten]

Anfang 1815 war er wieder im Süden des heutigen Bundesstaates Anzoátegui, wo er mit einigen Unverwüstlichen eine Truppe aufgebaut hatte, die sich während der ersten Jahreshälfte vergeblich zur Küste durchzuschlagen versuchte. Im Juni vereinigte er sich dem Guerillas von Manuel Cedeño, um zur Jahresmitte erfolglos Angostura (Ciudad Bolívar) zu attackieren. Zum Jahresende stieß auch Pedro Zaraza mit seinen von ihm geworbenen Truppen hinzu.

Die gescheiterte Landungsoperation Bolívars von Ocumare de la Costa, an der zentralvenezolanischen Küste, Mitte 1816, führte der Gruppe um Monagas, die unter Gregor MacGregor und Carlos Soublette nach Osten durchgebrochen 600 Soldaten dieser Expedition zu. Mit diesen Verstärkungen und Monagas als Oberbefehlshaber, begannen die Patrioten den Angriff auf Barcelona. Die Einnahme des Hafens Mitte September eröffnete Bolívar die Chance am Jahresende, mit einer zweiten Expedition gesichert anzulanden. Im Anschluss war er bei der Zerschlagung der spanischen Streitkräfte in der Region beteiligt (El Juncal, 27. September). Er war zwar im Mai 1817 bei dem Kongress von Cariaco anwesend, bei dem Mariño eine Republik ausrief und sich selbst zum Oberkommandierenden wählen ließ, aber danach schloss er sich Bolívar an. Mit Bolívar operierte Monagas zuerst an der Küste und in der zweiten Jahreshälfte am Orinoko bei der Einnahme von Angostura und Ciudad Guayana.

Inzwischen zum Brigadegeneral avanciert, war er bei Bolívar als dieser die Spanier 1818 im Rahmen seiner „Zentrunskampagne“ in Mittelvenezuela angriff. Nach deren Scheitern, kehrte Monagas in den Osten zurück, beteiligte sich 1819 an der Ablenkung für Bolívars Neu-Granada-Feldzug (siehe Die Schlacht von Boyacá) und schaffte es, vor Inkrafttreten des Waffenstillstands von Santa Ana (bei Trujillo) 1820, mit einigen Gefechten, seine Heimatregion südlich von Barcelona (das nach dem Verlust 1817, von Rafael Urdaneta mit der Unterstützung von Johann von Uslar zurückerobert worden war) endgültig zu befreien. Während Bolívars Carabobo-Feldzug 1821 (siehe Die Schlacht von Carabobo), sicherte er den Osten des Landes und Bolívar machte ihn dafür zum Divisionsgeneral.

Während in Westen die Kämpfe mit den Spaniern noch andauerten, übernahm er 1822 den Posten des Gouverneurs von Barcelona und war Kommandant der östlichen Orinokoregion. Nachdem auch im Westen von Venezuela die Spanier endgültig besiegt waren, heiratete er 1823 Luisa Oriach Ladrón de Guevara und zog sich auf seine Hacienda zurück.

Von 1830 bis 1846[Bearbeiten]

Als 1830 die von Paez angeführte Bewegung zur Loslösung Venezuelas von Großkolumbien, gepaart mit antibolivarianischen Tendenzen zur politischen Instabilität im Land führte, bekannte er sich zu Bolívar und dem von ihm geschaffenen Staat. Dies brachte ihn in Opposition zu Paez und dessen Gefolgsleuten, aber das Zerbrechen von Großkolumbien konnte er nicht verhindern. Monagas war Föderalist, und als Liberaler nicht immer mit der konservativen Politik Bolívars einverstanden gewesen, aber mit dem von Paez durchgeführten radikalen Bruch, sah er sein Befreiungswerk in Gefahr. Er nahm daher an der „Befriedung des Ostens“ zugunsten einer Abspaltung und einer Wiedererrichtung von Großkolumbien teil. Im Mai 1831 wurde daher in Barcelona eine aus den östlichen Provinzen Venezuelas bestehende föderale Republik unter Santiago Mariño, mit Monagas als Stellvertreter, ausgerufen. Paez gelang es mittels geschickter Verhandlungen im Juni seine ehemaligen Mitstreiter von der nationalen Einheit und zum Niederlegen der Waffen zu überzeugen. Monagas und seine Freunde wurden dafür amnestiert, und Monagas zog sich erneut ins Privatleben zurück.

1835 unterstützte Monagas La Revolución de las Reformas (die Revolution der Reformen) gegen Präsident José María Vargas. Die Revolution wurde von Mariño geführt. Die Generale Diego Ibarra, Pedro Carujo, Justo Briceño, José Laurencio Silva, Pedro Briceño Méndez und Julián Castro nahmen am Aufstand teil. Carujo stellte Präsident Vargas unter Hausarrest. Páez half Vargas militärisch und die Rebellion scheiterte. Monagas wurde von Páez noch einmal am 3. November 1835 begnadigt. Von 1835 bis 1846 lebte Monagas auf seinem Landgut bei Aragua de Barcelona.

Erste Amtszeit als Präsident (1847–1851)[Bearbeiten]

1846 trat Monagas mit der Unterstützung des Parteivorsitzenden Paez und dem amtierenden Präsidenten Carlos Soublette für die Konservativen als Präsidentschaftskandidat an. Gegen seinen Mitkandidaten Bartolomé Salom setzte er sich innerparteilich deswegen durch, weil Paez glaubte, sein Einfluss auf Monagas wäre größer, als der auf Salom. Monagas gewann die Wahl gegen seinen liberalen Gegner Antonio Leocadio Guzmán (den Vater des venezolanischen Präsidenten Antonio Guzmán Blanco). Vom Kongress Ende Januar 1847 bestätigt, trat Monagas sein Amt am 1. März an.

Monagas' liberale Grundhaltung, die sich in seinen Entscheidungen als Präsident widerspiegelte, führte zum Zerwürfnis mit der Partei, für die er aufgestellt worden war. Seinen liberalen Gegenkandidaten, der noch unter Soublette angeklagt und zum Tod verurteilt worden war, begnadigte er. Monagas tauschte konservative gegen liberale Minister aus, worauf sich die Stimmung im Parlament gegen ihn wandte. Die Lage spitzte sich zu, als die Abgeordneten den Präsidenten zur Verantwortung ziehen wollten. Eine aufgebrachte Menschenmenge stürmte am 24. Januar 1848 den Kongress zugunsten von Monagas. Der Anschlag auf den Kongress (El Asalto al Congreso), bei dem einige Abgeordnete umgebracht wurden, verhinderte die Verurteilung von Monagas und festigte auch Macht späterer Präsidenten gegenüber dem Parlament. Sein Nachfolger wurde 1851 sein Bruder José Gregorio.

Zweite Präsidentschaft (1855–1858)[Bearbeiten]

Unmittelbar nach seinem Bruder, den er in seinem Sinne gelenkt hatte, wurde Monagas erneut zum Präsidenten gewählt. Seine Popularität war jedoch im Schwinden begriffen, weil er versuchte, eine Familiendynastie auf dem Präsidentensessel einzurichten, und offenbar auch, weil er sein Amt zur Selbstbereicherung im großen Stil missbrauchte. Ein Jahr vor dem regulären Ende seiner Amtszeit, 1858, kam er einem Aufstand gegen ihn zuvor, legte sein Amt nieder und floh in die französische Botschaft. Danach ging er für 6 Jahre ins Exil.

Der letzte Aufstand (1868)[Bearbeiten]

Nach seiner Rückkehr 1864 begann er damit Unzufriedene um sich zu scharen, mit denen er 1868 einen bewaffneten Aufstand gegen die Regierung durchführte. Als erfahrener Militär, konnte er die Kämpfe für sich entscheiden, und zog im Juni als Sieger in Caracas ein. Obwohl der inzwischen 83-Jährige nicht mehr über die Konstitution verfügte, um noch einmal Präsident werden, ließ er sich erneut aufstellen, verstarb aber im November, bevor die Wahlen stattfanden.

Noch nicht einmal neun Jahre nach seinem Tod wurden seine sterblichen Überreste im Mai 1877 in den Pantéon Nacional in Caracas überführt.

Genealogie[Bearbeiten]

José Tadeo Monagas hatte zehn Geschwister.

  • Maria Celestina
  • María Eufemia
  • José Gregorio (* 4. Mai 1795; † 15. Juli 1858), Präsident Venezuelas (1851; 1854)
  • María de los Reyes
  • Antonio Gerardo
  • Francisco José († 1860)
  • María Rosaura
  • José Baltazar
  • Pacífico
  • Petronila Antonia

José Tadeo Monagas war mit Luisa Oriach Ladrón de Guevara (* 6. November 1801) verheiratet. Das Ehepaar hatte neun Kinder.

  • Clara Antonia (* 1824)
  • José Tadeo (* 1828)
  • Ruperto Ascensión (* 1830)
  • José Ruperto (* 1831; † 1880), Präsident Venezuelas (1869; 1870)
  • Maria Iginia (* 1833)
  • Celestina (* 1833)
  • Luisa Teresa (* 1834)
  • Simón Antonio (* 1839)
  • Pacífico (* 1840)

Literatur[Bearbeiten]

  • Carlos Alarico Gómez: José Tadeo Monagas. Biblioteca Biográfica Venezolana. C.A. Editora El Nacional, Caracas 2006, ISBN 980-395-011-8.

Weblinks[Bearbeiten]

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