Joseph Henri Joachim Lainé

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Joseph Henri Joachim Lainé, 1820

Joseph Henri Joachim Lainé (* 11. November 1768 in Bordeaux; † 17. Dezember 1835 in Paris) war ein französischer Staatsmann.

Leben[Bearbeiten]

Nach seinem Studium der Rechte ließ sich Lainé als Rechtsanwalt nieder. 1793 berief man ihn zum Distriktsadministrator von La Réole (Département Gironde), und 1808 wurde er Deputierter für das dortige Departement im Gesetzgebenden Körper. Dort fiel er durch seine Beredsamkeit auf und seine in damals seltenem Freimut gehaltenen Reden. Mit seinem Bericht vom 28. Dezember 1813 über Frieden und Freiheit zog er sich den heftigsten Zorn Napoléons zuzog.

Als englischer Agent verleumdet, zog er sich nach Bordeaux zurück, wurde jedoch nach der ersten Restauration durch Ludwig XVIII. zum Präsidenten der Deputiertenkammer berufen.

So aufrichtig er der bourbonischen Dynastie ergeben war, ebenso heftig bekämpfte er jetzt die gegen die Verfassung gerichteten Pläne der Ultraroyalisten. Am 15. September 1816 zum Minister des Innern ernannt, setzte er die Auflösung der Chambre introuvable durch.

Zugleich legte Lainé der neuen Kammer ein neues Wahlgesetz vor, das 5. Februar 1817 angenommen wurde. Nach einer erfolgreichen Wirksamkeit für die inneren Interessen des Landes trat er im Dezember 1818 mit Richelieu zurück, da er wie dieser den fremden Mächten zuliebe das Wahlgesetz umzuändern bereit war.

Lainé trat nun als Abgeordneter des Departements der Gironde in die Kammer, in der er als feuriger, glänzender Redner gegen die beiden Extreme zugleich ankämpfte. Unter dem Ministerium Richelieu wurde er zum Präsidenten im Konseil für den öffentlichen Unterricht und 21. Dezember 1820 zum Staatssekretär ohne Portefeuille erhoben, gab jedoch aus Gesundheitsrücksichten beide Ämter bald wieder auf. Gegen Ende 1823 erhielt er die Pairswürde und den Titel eines Vicomte.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Joseph-Henri-Joachim Lainé – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Meyers Dieser Artikel basiert auf einem gemeinfreien Text aus Meyers Konversations-Lexikon, 4. Auflage von 1888–1890.
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